GESUNDHEIT

 

Engagement von oben

Unternehmen wirkt Burnout entgegen

21. Juni 2012 | 13:30 Uhr | Von Jenna Klingsporn


Ärzte wissen, was man im Vorfeld tun kann, um ein Burnout zu verhindern. Foto: dpa

Ärzte wissen, was man im Vorfeld tun kann, um ein Burnout zu verhindern. Foto: dpa

Gesunde, motivierte und stressfreie Angestellte bedeuten mehr Effizienz und weniger Ausfälle für ein Unternehmen. "Dat repair" aus Flensburg hat sich diesen Leitsatz nun zum Motto gemacht.

Angestellte leiden immer häufiger unter Stress, kommen nicht mehr ihren Aufgaben hinterher und verschließen die Augen davor, bis es "Burnout" heißt. Dazu kommen weitere berufsbedingte Krankheiten wie Rückenbeschwerden durch langes Sitzen oder Übergewicht durch schlechte Ernährung.

Die Flensburger Firma "Dat repair" will diesem Trend entgegenwirken. "Dat repair" ist eine Reparaturfirma, die seit 20 Jahren Kleinelektronik wie Mobiltelefone und Ipods repariert. "Wir denken unsere Mitarbeiter sind motivierter und glücklicher bei der Arbeit, wenn es ihnen gut geht", meint Thomas Hinrichsen von Dat repair. Deshalb habe Firmenchef Kai Sievertsen das "betriebliche Gesundheitsmanagement" angeordnet. "Es wurde ein Gesundheitskreis gebildet, der über das Thema beraten hat", erzählt Hinrichsen. In Kooperation mit der AOK ist gerade eine Gesundheitswoche veranstaltet worden. "Dabei spielen Ernährung, Bewegung und ärztliche Werte eine Rolle", bemerkt Mitarbeiterin Anja Krabbe.

Informationen und Tipps an allen Ecken

In der Gesundheitswoche wird etwa der Blutdruck der Mitarbeiter gemessen. Am Durchgang der einzelnen Werkstätten sitzt Betriebsarzt Dr. Paul Pagel mit seinem Blutdruckmessgerät bereit. "Ich messe die Werte und gebe danach Tipps für weitere Behandlungen, falls nötig", sagt er. Fast alle 200 Mitarbeiter seien vorbeigekommen. Wenn die gerade von einer Raucherpause gekommen sind, habe man das sofort bemerkt: "Nikotin ist das stärkste Gift für die Gefäße", so Pagel.

Ute Henningsen hält einen Infrarot sensor an den Arm einer Mitarbeiterin. Nach gefühlten zwei Sekunden weiß dieser, wie es um den Körperfettanteil der Frau steht. Nun erhält jeder Mitarbeiter sein persönliches Ergebnis mit Tipps zur Verbesserung. "Man sieht dann, ob mehr Sport betrieben werden soll und wie es um einen steht", bemerkt Ute Henningsen.

Sport in den Mittagspausen als Ausgleich

Wer seinen Stressfaktor messen möchte, kann das im Nebenraum bei Monika Hutter von der AOK. Während der Gesundheitstage lässt sie einen Test aus füllen, der Klarheit bringen soll: "Viele Mitarbeiter wissen schon, dass sie betroffen sind - hier bekommen sie Tipps, wie sie ihren Stress reduzieren können."

Aber nicht nur zeitbegrenzte Angebote sind in der Firma vorhanden. In jedem Raum hängt jetzt eine silberne Box mit Therabändern. "Damit können die Mitarbeitern zwischendurch Entspannungs- und Dehnungsübungen machen", erzählt Krabbe. Neben der Box finden sich Beispielübungen und der Aufruf dazu, sich die Zeit dafür zu nehmen.

"Wir wollten etwas in unserem Unternehmen in Gang bringen", sagt Thomas Hinrichsen, "die Mitarbeiter müssen das Thema Gesundheit nicht in den Feierabend drücken."


 


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