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Legehennen-Haltung

Woher kommt das Ei?

25. Februar 2013 | 11:54 Uhr | Von shz.de


Insgesamt 10,6 Milliarden Eier legten die deutschen Hühner im vergangenen Jahr. Foto: dpa

Insgesamt 10,6 Milliarden Eier legten die deutschen Hühner im vergangenen Jahr. Foto: dpa

Der Skandal um falsche Lebensmittel-Kennzeichnungen schlägt Wellen. shz.de erklärt, was Boden-, Freiland-, Käfig- und Öko-Haltung unterscheidet und was der Ei-Stempel verrät.

Bodenhaltung: Fast zwei Drittel der Hennen in Deutschland (26,8 Millionen) leben in Bodenhaltung. Bis zu neun Hühner dürfen hier pro Quadratmeter Stallfläche auf dem Boden gehalten werden. Ein Freilauf ist nicht vorgeschrieben. Mindestens ein Drittel der Bodenfläche muss mit Streumaterial wie Stroh, Holzspänen, Sand oder Torf bedeckt sein. Die Tiere können zwar die meisten ihrer artgemäßen Verhaltensweisen ausleben, dennoch kommt es aufgrund der Enge zu sozialen Konflikten. Das Infektionsrisiko ist erhöht, da die Tiere mit Kot in Kontakt kommen. 

Freilandhaltung: Knapp 15 Prozent der in in Deutschland erzeugten Eier stammt aus der Freilandhaltung (5,4 Millionen). Um die Bezeichnung zu erhalten, müssen die Legehennen neben ihrem Stall einen Mindestfreilauf von vier Quadratmetern Freiland pro Huhn haben - dadurch können sie ihre natürlichen Verhaltensweisen ausleben. Der Auslauf muss überwiegend begrünt sein und den Tieren Schutz vor natürlichen Feinden bieten. Die Vorschriften für den Stall sind dieselben wie bei der Bodenhaltung. 

Käfighaltung: Die traditionelle Käfighaltung ist mittlerweile verboten, seit 2010 müssen die Tiere in sogenannten Kleingruppenkäfigen gehalten werden. Bis zu zehn Hennen bilden eine Gruppe. Sie haben etwas mehr Bewegungsfreiheit. Noch immer leben Millionen Legehennen in Deutschland in Käfigen, aber ihre Zahl sinkt. Rund 4,9 Millionen Hennen wurden Ende 2012 noch so gehalten - das sind 13,4 Prozent.

Ökologische Erzeugung: Hühner, die nach ökologischen Richtlinien gehalten werden, leben wie ihre Artgenossen in der Freilandhaltung - allerdings sind nur sechs Hennen pro Quadratmeter Stallfläche erlaubt. Die Käfighaltung und das Kappen der Schnäbel sind verboten. In einem Stall dürfen maximal 3.000 Hennen gehalten werden. Das Futter muss ökologisch erzeugt und überwiegend im eigenen Betrieb hergestellt sein. Eier aus dieser Haltungsform stammen nach Anhaben des Statistischen Bundesamtes derzeit von knapp acht Prozent der deutschen Hühner (2,9 Millionen Legehennen).

Tipp: Eier-Stempel verrät die Herkunft

Die erste Ziffer des Erzeugercodes auf dem Ei verrät, in welchem Haltungssystem das Produkt erzeugt wurde.
0 = Ökologische Erzeugung
1 = Freilandhaltung
2 = Bodenhaltung
3 = Käfighaltung

Einen Herkunfts-Check bietet der Verein für kontrollierte alternative Tierhaltungsformen (KAT) auf seiner Website.


 
Leserkommentare
 
CLEMENS BORISCH 25.02.2013 19:54
Herkunft unwichtig

Aus welchem Betrieb das Ei stammt ist hat nur eine untergeordnete Rolle.
Wie ich schon im vorhergehenden Artikel schrieb, gibt es zwar eine Adresse als Herkunftsnachweis. Doch wie die Tiere dort gehalten werden, verraten auch die Bilder nicht wirklich, die auf oben genannter Website zu sehen sind, wenn man einen Code eingibt.
Ob ein Ei wirklich z.B den "0" Stempel als ökologisches Ei verdient, läßt sich vom Verbraucher auch so nicht nachvollziehen. Oft ist es dann ein Betrieb aus Niedersachsen. Doch niemand hier aus dem Umland kennt den Betrieb. Und ich bezweifel, das selbst Ortsansässige den Betrieb kennen, um sagen zu können:"Jawoll, hier kommen garantiert Eier aus ökologischer Tierhaltung her." Ein Beruhigungsmittel für die Bevölkerung, um den Leuten schnell ein gutes Gewissen beim Einkauf zu machen. Es könnte doch auch transparenter gehen...



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