Trotz Sperrfrist

Viele Güllewagen sind schon unterwegs

30. Januar 2013 | 08:36 Uhr | Von ge


Ungewohnter Anblick: Güllewagen im Winter - doch nicht jede Fahrt ist ein Verstoß, sagt das Landesumweltamt. Foto: Staudt

Ungewohnter Anblick: Güllewagen im Winter - doch nicht jede Fahrt ist ein Verstoß, sagt das Landesumweltamt. Foto: Staudt

Noch bis Donnerstag gilt die Sperrfrist für Düngung, doch bereits seit Tagen sind überall im Land Güllewagen zu sehen. Halten sich die Landwirte nicht an die Regeln?

Kiel. "Im Kreis Nordfriesland sind bislang acht Fälle zur Anzeige gekommen", sagt etwa Holger Diehr, Sprecher der Polizei in Husum. Doch nicht immer handelt es sich tatsächlich um einen Verstoß. "In diesem Winter verfolgen wir bisher landesweit lediglich fünf Fälle, in denen die Regeln verletzt wurden", erklärt Martin Schmidt vom Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR).

Mit anderen Worten: Nicht jede Anzeige ist auch be rechtigt. Schmidt: "Landwirte können eine Fristverschiebung beantragen und dürfen dann schon vom 16. Januar an ausbringen." Voraussetzung für die Fristverschiebung: Im Herbst muss die Düngung zwei Wochen früher eingestellt werden. Doch selbst wer vorzeitig ausfahren darf, muss Regeln beachten: Wenn der Boden überschwemmt, wassergesättigt, tiefgefroren oder fünf Zentimeter hoch mit Schnee bedeckt ist, darf keine Gülle ausgebracht werden.

"Viele Bauern erreichen das Ende ihrer Lagerkapazitäten"

Warum bereits jetzt Güllewagen so zahlreich unterwegs sind, erklärt Schmidt so: "Viele Bauern erreichen langsam das Ende ihrer Lagerkapazitäten. Über Güllebörsen besorgen sie sich neuen Platz, pumpen Gülle aus ihren Lagern und fahren sie dorthin."

Im Herbst hatte es auf Streben von Landwirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) eine Kontrolle zur rechtswidrigen Düngung bei abgeernteten Maisfeldern gegeben. 15 Verstöße wurden aufgedeckt und mit einer dreiprozentigen Kürzung der Direktzahlungen geahndet. So einen Großeinsatz kann das LLUR derzeit nicht leisten", sagt Schmidt. "Deshalb sind wir auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen."


 
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