TOP-THEMA
Warnstreik
Verdi will Nord-Ostsee-Kanal lahmlegen
Brunsbüttel/Kiel/Rendsburg. Es könnte leer werden am Donnerstag auf dem Nord-Ostsee-Kanal. Niemand schleust Schiffe, kaum eine Fähre soll fahren. So stellt es sich die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi vor, die in den Wasser- und Schiffahrtsdirektionen bundesweit zu einem 24-stündigen Warnstreik aufruft. "Der Schiffsverkehr wird damit auf vielen Wasserstraßen massiv behindert", sagt Verdi-Nord-Sprecher Frank Schischefsky.
"In welchem Maße unsere Fähren betroffen sind, werden wir erst morgen sehen", sagt Claudia Thoma, Sprecherin der Wasser- und Schifffahrtsdirektion (WSD) in Kiel am Mittwoch. Man versuche, Gegenmaßnahmen zu ergreifen. An einigen der 14 Fährstellen des Kanals muss mit Einschränkungen gerechnet werden. Das WSD werde dann sofort die Rettungsdienste informieren. "Die Fähre Nobiskrug wird sicher nicht fahren", sagt Eva Schleifenbaum von Verdi. Fähren, auf denen Personal von privaten Unternehmen beschäftigt ist, sind nicht vom Streik betroffen. Das sind die Fähren ins Brunsbüttel und die Personenfähre Kiel-Holtenau.
Während des Streiks wird der Kanal auch vom Schiffsverkehr nicht befahren werden. Welche Konsequenzen das für die Schifffahrt hat, ist noch nicht abzusehen.
Kundgebung in Rendsburg geplant
An der Gaststätte Nobiskrug neben dem Fähranleger in Rendsburg ist eine zentrale Kundgebung geplant. Ab 9 Uhr soll unter anderem SPD-Landtagsfraktionschef Ralf Stegner sprechen. Für die Gewerkschaft könnte dieser Warnstreik ein Auftakt zu weiteren Aktionen sein, sagt Fachbereichsleiter Jochen Penke: "Dem Warnstreik kann und muss, sollte es erforderlich sein, auch ein unbefristeter längerer Streik folgen."
Die Aktion richtet sich gegen die Pläne des Bundesverkehrsministeriums. Es will die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung umstrukturieren "und mindestens jede fünfte Stelle abbauen", sagt Penke. Damit werde nicht nur der Güterverkehr getroffen, sondern auch die Freizeit- und Tourismusschifffahrt.
Was Ramsauer nicht schafft, versucht Ver.di jetzt: Reeder und Eigner zu vergrämen über die zunehmenden Unzulänglichkeiten des NOK hinaus. Alle anderen vom Bundesminister bis zur WSD und zum WSA trifft es nicht wirklich. Der Streik um Geld und Jobs mag notwendig sein, aber doch nicht, indem dem Kanal das Wasser abgegraben wird.
Streiks sind als archaisches Mittel nicht mehr zeitgemäß, wenn man weiß, dass man sich einigen muss. Der Ton liegt auf MUSS! Den NOK muss man hegen und pflegen, aber doch nicht dicht machen. Ramsauer lacht sich doch ins Fäustchen
Ich unterstütze den Streik, auch wenn ich als täglicher Fährenbenutzer davon betroffen bin. Hintergrund sind die Pläne des derzeitigen Verkehrsministers Ramsauer, die Wasserschifffahrtsdirektion (WSD-Nord) in eine Nebenstelle der neuen "Generaldirektion für Wasserstraßen und Schifffahrt" in Bonn (!) umzuwandeln, um die Verwaltung zu "verschlanken". Und das angesichts der Tatsache, dass sich die überfällige Schleusensanierung des NOK wegen fehlender kompetenter Mitarbeiter offenbar weiterhin verzögern wird.
Wasch mich! Aber mach mich nicht nass!
So lese ich das aus Ihrem Kommentar :o((
Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu schreiben. Anmelden
Warum muss ich mich anmelden/registrieren?
shz.de distanziert sich prinzipiell von allen in den Leserkommentaren geäußerten Meinungen ohne Rücksicht auf deren Inhalte. Alle Beiträge in den Leserkommentaren geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen der User wieder.
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien für Kommentare!
Lust auf mehr? Ihre sh:z Tageszeitung jetzt
2 Wochen kostenlos testen.




Da brauch Verdi nicht mehr helfen. Der Kanal legt sich leider so langsam von ganz alleine still. Und die Politik sieht zu und ist zu dumm gegenzusteuern. Armes Deutschland.