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Warnstreik

Verdi will Nord-Ostsee-Kanal lahmlegen

27. Februar 2013 | 11:20 Uhr | Von Hauke Mormann


An der Fähre Nobiskrug hält Verdi eine zentrale Kundgebung ab. Foto: Schönstedt

An der Fähre Nobiskrug hält Verdi eine zentrale Kundgebung ab. Foto: Schönstedt

Der Schiffsverkehr muss Donnerstag warten. Verdi ruft die Mitarbeiter der Wasser- und Schifffahrtsämter zum Streik auf.

Brunsbüttel/Kiel/Rendsburg. Es könnte leer werden am Donnerstag auf dem Nord-Ostsee-Kanal. Niemand schleust Schiffe, kaum eine Fähre soll fahren. So stellt es sich die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi vor, die in den Wasser- und Schiffahrtsdirektionen bundesweit zu einem 24-stündigen Warnstreik aufruft. "Der Schiffsverkehr wird damit auf vielen Wasserstraßen massiv behindert", sagt Verdi-Nord-Sprecher Frank Schischefsky.

"In welchem Maße unsere Fähren betroffen sind, werden wir erst morgen sehen", sagt Claudia Thoma, Sprecherin der Wasser- und Schifffahrtsdirektion (WSD) in Kiel am Mittwoch. Man versuche, Gegenmaßnahmen zu ergreifen. An einigen der 14 Fährstellen des Kanals muss mit Einschränkungen gerechnet werden. Das WSD werde dann sofort die Rettungsdienste informieren. "Die Fähre Nobiskrug wird sicher nicht fahren", sagt Eva Schleifenbaum von Verdi. Fähren, auf denen Personal von privaten Unternehmen beschäftigt ist, sind nicht vom Streik betroffen. Das sind die Fähren ins Brunsbüttel und die Personenfähre Kiel-Holtenau.

Während des Streiks wird der Kanal auch vom Schiffsverkehr nicht befahren werden. Welche Konsequenzen das für die Schifffahrt hat, ist noch nicht abzusehen.

Kundgebung in Rendsburg geplant

An der Gaststätte Nobiskrug neben dem Fähranleger in Rendsburg ist eine zentrale Kundgebung geplant. Ab 9 Uhr soll unter anderem SPD-Landtagsfraktionschef Ralf Stegner sprechen. Für die Gewerkschaft könnte dieser Warnstreik ein Auftakt zu weiteren Aktionen sein, sagt Fachbereichsleiter Jochen Penke: "Dem Warnstreik kann und muss, sollte es erforderlich sein, auch ein unbefristeter längerer Streik folgen."

Die Aktion richtet sich gegen die Pläne des Bundesverkehrsministeriums. Es will die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung umstrukturieren "und mindestens jede fünfte Stelle abbauen", sagt Penke. Damit werde nicht nur der Güterverkehr getroffen, sondern auch die Freizeit- und Tourismusschifffahrt.


 
Leserkommentare
 
HEIN MÜCK 27.02.2013 16:23
Verdi

Da brauch Verdi nicht mehr helfen. Der Kanal legt sich leider so langsam von ganz alleine still. Und die Politik sieht zu und ist zu dumm gegenzusteuern. Armes Deutschland.

HANS GLÜSING 27.02.2013 17:13
Streik trifft NOK-Nerv

Was Ramsauer nicht schafft, versucht Ver.di jetzt: Reeder und Eigner zu vergrämen über die zunehmenden Unzulänglichkeiten des NOK hinaus. Alle anderen vom Bundesminister bis zur WSD und zum WSA trifft es nicht wirklich. Der Streik um Geld und Jobs mag notwendig sein, aber doch nicht, indem dem Kanal das Wasser abgegraben wird.
Streiks sind als archaisches Mittel nicht mehr zeitgemäß, wenn man weiß, dass man sich einigen muss. Der Ton liegt auf MUSS! Den NOK muss man hegen und pflegen, aber doch nicht dicht machen. Ramsauer lacht sich doch ins Fäustchen

ROBERT KÜHN 28.02.2013 14:36
Ramsauer-Pläne

Ich unterstütze den Streik, auch wenn ich als täglicher Fährenbenutzer davon betroffen bin. Hintergrund sind die Pläne des derzeitigen Verkehrsministers Ramsauer, die Wasserschifffahrtsdirektion (WSD-Nord) in eine Nebenstelle der neuen "Generaldirektion für Wasserstraßen und Schifffahrt" in Bonn (!) umzuwandeln, um die Verwaltung zu "verschlanken". Und das angesichts der Tatsache, dass sich die überfällige Schleusensanierung des NOK wegen fehlender kompetenter Mitarbeiter offenbar weiterhin verzögern wird.

NORBERT KARL 28.02.2013 16:47
HANS GLÜSING 27.02.2013 17:13

Wasch mich! Aber mach mich nicht nass!
So lese ich das aus Ihrem Kommentar :o((



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