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Ex-THW-Manager

Uwe Schwenker könnte DHB-Boss werden

09. Januar 2013 | 17:45 Uhr | Von Erik Eggers


Uwe Schwenker ist als neuer Präsident des Deutschen Handballbundes (DHB) im Gespräch. Foto: dpa

Uwe Schwenker ist als neuer Präsident des Deutschen Handballbundes (DHB) im Gespräch. Foto: dpa

Der ehemalige Geschäftsführer des THW Kiel, Uwe Schwenker, wird als neuer Präsident des Deutschen Handballbundes heiß gehandelt. Er selbst will sich erst nach einem noch ausstehenden Urteil äußern.

Kiel. Eine Zäsur wird stattfinden, so oder so. Im September, beim Bundestag des Deutschen Handballbundes (DHB) in Düsseldorf, endet die 15-jährige Ära unter Präsident Ulrich Strombach, der mit seiner autokratischen Art in den vergangenen Jahren viele gegen sich aufgebracht hat. Die Zeitenwende im deutschen Handball könnte spektakulärer ausfallen als bisher angenommen. Denn in den Hintergrundgesprächen, die aktuell zu diesem Thema geführt werden, fällt auffallend oft ein Name: Uwe Schwenker (53), ehemaliger Manager des THW Kiel.

Der erste, der diesen Namen öffentlich ausspricht, ist Ex-Nationalspieler Stefan Kretzschmar. Der Ex-Profi hat Schwenker in der aktuellen Ausgabe der "Sportbild" als neuen DHB-Präsidenten und sich selbst als Teammanager der Nationalmannschaft ins Spiel gebracht; Schwenker stehe "als ehemaliger Manager für den großen Erfolg des THW Kiel". Als TV-Experte redet "Kretzsche" sehr viel. In diesem Fall dürfte es sich um Kalkül gehandelt haben, womöglich auch um auszubaldowern, ob der Name Schwenker wieder gesellschaftsfähig ist.

Freigesprochen vom Vorwurf der Bestechung

Einen Aufschrei wird es eher nicht geben. Und auch juristisch droht Schwenker, der im Sommer 2009 wegen der Manipulationsvorwürfe als THW-Manager demissionieren musste, wohl kein großer Ärger mehr. Bereits im vergangenen Januar war Schwenker vom Vorwurf der Bestechung vom Landgericht Kiel freigesprochen worden. Und auch für den Vorwurf der Untreue, die nach einem Beschluss des Bundesgerichtshofes Leipzig wegen eines Formfehlers neu verhandelt werden muss, riecht alles nach Freispruch. Die Anwendung des Paragraphen 153 der Strafprozessordnung (Einstellung wegen Geringfügigkeit) dränge sich auf, heißt es im BGH-Urteil. "Ich hoffe, dass die Hauptverhandlung spätestens im März stattfindet", sagt dazu Schwenker-Anwalt Dr. Michael Gubitz. Schwenker selbst sagt, er werde keinem Deal mit der Staatsanwaltschaft zustimmen. "Ich will meinen Freispruch, und zwar möglichst schnell."

Die vielen Stimmen im Hintergrund, wonach Schwenker eine hohe Position im DHB anstrebe, dementiert er ausdrücklich nicht. "Ich beteilige mich nicht an Spekulationen, das habe ich noch nie gemacht. Ich will zuerst meinen Freispruch. Erst dann werde ich über andere Dinge sprechen." Aber dass ihn ein offizielles Amt reizt, in dem man die nötigen Reformen im deutschen Handball vorantreiben kann, daraus macht er kein Geheimnis. "Ich war immer dem Handball verbunden, und bin mit allen immer noch sehr eng. Es gibt auf allen Ebenen eine Menge Handlungsbedarf."

Nötige Mehrheiten sollen gesichert werden

Der Coup scheint von langer Hand vorbereitet. Denn Schwenker agiert keineswegs allein. Einer derjenigen Funktionäre, die stets in höchsten Tönen über Schwenker reden, spricht seit Monaten mit den Funktionären in den Landesverbänden über die Zukunft des deutschen Handballs: Bob Hanning, umtriebiger Manager der Füchse Berlin. Es geht darum, die nötigen Mehrheiten für die Neuwahlen zu sichern. "Im Rückraum wird heftig gewirbelt", sagt dazu ein Insider.

Auch Hanning werden Wechselabsichten zum Deutschen Handballbund nachgesagt. Je nachdem, welchen Vorschlag die Funktionäre für die Strukturreform im DHB beschließen, soll Hanning entweder als DHB-Vizepräsident für Leistungssport wirken oder als hauptamtlich tätiger Generaldirektor auf der Geschäftsstelle. "Diese Überlegungen sind mir alle nicht neu", sagt dazu Schwenker.

Alfred Gislason wird als DHB-Trainer gehandelt

Das Spiel hinter den Kulissen hat auch Auswirkungen auf die aktuelle Situation bei der Handball-Nationalmannschaft. Denn als zukünftiger Trainer der DHB-Auswahl wird kein Geringerer als der Isländer Alfred Gislason gehandelt, erfolgreicher Coach des Rekordmeisters THW Kiel und enger Freund und Trauzeuge Schwenkers. Gislason hat zwar immer erklärt, erst im Alter von 60 Jahren sich ausschließlich um Nationalmannschaften kümmern zu wollen. Aber jetzt dementiert der 53-jährige Spitzentrainer nicht, wenn man ihn auf dieses Thema anspricht. Es ist jedenfalls nicht ausgeschlossen, dass das Ende der Ära von Bundestrainer Martin Heuberger (Vertrag bis 2014) hinter den Kulissen bereits beschlossene Sache ist - völlig unabhängig davon, mit welchem Erfolg die deutsche Auswahl ab Sonnabend die 23. Weltmeisterschaft in Spanien bestreitet.


 
Leserkommentare
 
OLAF SCHÄFER 09.01.2013 18:27
Schwenker als Präsident schadet Ansehen DHB

Schwenker als Präsident des Deutschen Handballbundes, das ist ein Ding der Unmöglichkeit. Ein Mann der wegen Bestechlichkeit und Untreue angeklagt wurde und zwar eine Freispruch erreichte, mit dem Zusatz, man habe weder seine Schuld noch seine Unschuld beweisen können, ist der denkbar ungeeigneteste Kandidat für solch einen Posten . Was Kretsche dazu meint, ist doch nur das übliche Gerede.

LADISLAUS SCHLANZ 10.01.2013 11:58
Oh Ja, Uwe, dass ist gut !

U.S. als DHB Präsident- leiden denn alle am totalen Realitätsverlust ? Na ja, was Extra3 Moderator Tobias Schlegl damals schon als Satire darzustellen, das es bei Handball zugeht wie beim AmericanVrestling schein dann fast real! Mach das, Uwe, geh wieder ins Rampenlicht, denn wer sich auf die Lichtung traut gibt sich zum Abschuss frei. Die ganze Wahrheit kommt doch irgendwann ans Licht.



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