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Rattengift

Gibt es bald mehr Ratten in der Stadt?

09. Januar 2013 | 09:50 Uhr | Von Udo Carstens


Ratten werden von menschlichen Abfällen geradezu angezogen. Foto: dpa

Ratten werden von menschlichen Abfällen geradezu angezogen. Foto: dpa

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Seit Jahresbeginn wird Rattengift nicht mehr frei verkauft. Doch von einer drohenden Rattenplage will das Ordnungsamt in Neumünster nichts wissen.

Neumünster. Das hat der Gesetzgeber so verordnet: Rattengift steht seit Anfang des Jahres im verschlossenen Giftschrank. Erhältlich ist das Präparat nur noch für fachkundiges Personal. Die Zeiten, in denen Hausbesitzer Rattengift auslegen konnten (oder sogar mussten), sind vorbei. Verzichten die Eigentümer deshalb künftig auf Rattengift, weil sie die Kosten für den Einsatz eines Schädlingsbekämpfers scheuen? Erlebt die Stadt womöglich eine Rattenplage? Solche Befürchtungen weist Abteilungsleiter Holger Schwark im Ordnungsamt Neumünster zurück. Denn in der Lebensmittelbranche und der Gastronomie, wo immer schon die strenge Regelung galt, gebe es keine Klagen.

Seit über 25 Jahren verzichtet Neumünster - wie viele andere Städte auch - auf eine verordnete Rattenbekämpfungswoche und setzt stattdessen auf Freiwilligkeit. "Das Problem hatten wir immer im Griff", erklärt Schwark. Mit Ködern in der Kanalisation haben die Mitarbeiter des Technischen Betriebszentrums (TBZ) zur entspannten Lage beigetragen. Außerdem dürfen auch weiterhin die Hausmeister großer Wohnungsbaugesellschaften Rattengift auslegen.

Gefahr für Haustiere?

Schwark will zwar nicht ausschließen, dass "der eine oder andere private Hausbesitzer aus Kostengründen auf den Gifteinsatz verzichtet". Doch vielleicht passiere auch genau das Gegenteil: Die Eigentümer stellen mit dem Schädlingsbekämpfer sicher, dass weder Hund noch Katze Schaden nehmen.

Einer der Profis ist Peter Hilgert, der zusammen mit Ehefrau Christiane in dritter Generation ein Unternehmen zur Schädlingsbekämpfung führt. Er verwendet zur Rattenbekämpfung nur spezielle schwarze Kästen, die für Haustiere zu klein sind, in die sich Vögel, Igel oder Eichhörnchen aber nicht hineintrauen. Mit rund 100 Euro schlägt sein Einsatz samt Köderkontrolle zu Buche.

"Die Leute warten künftig vielleicht länger, um was zu machen", schätzt Hilgert die neue Lage ein. Das aber wäre für den Fachmann das grundlegend falsche Verhalten. Denn sobald nur eine einzige Ratte auftritt, müsse man eingreifen. "Dann sind in der Nähe garantiert noch mehr Ratten." Ein zweiter Ratschlag des Experten: Gelbe Säcke nicht tagelang ins Freie stellen - sie sind ein gefundenes Fressen für die unersättlichen Nager.


 
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