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"Hells-Angels"-Halle in Altenholz

Hallen-Abriss hat ein teures Nachspiel

08. August 2012 | 07:17 Uhr | Von ge


Die Lagerhalle in Altenholz bei Kiel wurde komplett demontiert. Foto: dpa

Die Lagerhalle in Altenholz bei Kiel wurde komplett demontiert. Foto: dpa

Sieben Wochen lang suchten Spezialisten in einer Altenholzer Lagerhalle nach einer Leiche. Die Halle wurde abgerissen - und die Eigentümerin verlangt nun Schadenersatz.

Kiel. Der Grundriss im Sand ist alles, was von der Lagerhalle der verbotenen Kieler "Hells Angels" heute noch zu sehen ist. Bei der Suche nach der Leiche eines vermissten Türken hatte die Polizei nach der großen Rocker-Razzia zunächst das Fundament der Halle in Altenholz bei Kiel zersägt, später die gesamte Konstruktion abgetragen. Gefunden wurde nichts.

Nun könnte der Fall für die Staatskasse ein teures Nachspiel haben: Die Eigentümerin verlangt Schadensersatz. Die Frau, Partnerin des "Hells Angels" Eddy D., hat einen entsprechenden Antrag gestellt. Die Staatsanwaltschaft bestätigte am Dienstag den Eingang der Schadensersatzforderung. Michael Bimler, Sprecher der Kieler Staatsanwaltschaft: "Die Summe ist noch nicht beziffert, gefordert wird eine grundsätzliche Anerkennung." Schäden bei Durchsuchungen würden nach dem Strafverfolgungsentschädigungsgesetz behandelt. Wer zu Unrecht in einem Strafverfahren verfolgt wurde, kann eine staatliche Entschädigung verlangen. Vermutlich werden sich die Kosten auf mehrere hunderttausend Euro belaufen. Neben dem Wiederaufbau der Halle verlangen die "Hells Angels" möglicherweise auch Verdienstausfall. Die Rocker hatten in der Halle Tätowierbedarf gelagert. Nach Beginn der Suchaktion mussten sie ein Zelt errichten, um angelieferte Waren zu verstauen.

Steuerzahler würde die Kosten tragen

"Wir werden die Eigentumsverhältnisse genau prüfen, dabei auch klären, ob die Eigentümerin möglicherweise eine Strohfrau ist", kündigte Bimler an. Die Prüfung des gesamten Sachverhalts könne einige Wochen in Anspruch nehmen. Sollte der Schadensersatzklage stattgegeben werden, müsste das Land Schleswig-Holstein und damit der Steuerzahler die Kosten tragen.

Sieben Wochen lang hatten Spezialisten bis Anfang Juli die Leiche des seit mehr als zwei Jahren vermissten Türken Tekin Bicer (47) aus Kiel-Gaarden gesucht. Rocker-"Aussteiger" Steffen R. (40), ehemals Anführer der Unterstützergruppe "Legion 81", hatte ausgesagt, Bicer sei zunächst gefoltert und dann ermordet worden. Seine Leiche hätten die "Hells Angels" im Fundament der Halle in Altenholz versteckt. Sein Wissen beruhte aber nach eigenen Angaben nur auf Hörensagen. Allerdings versicherten die Ermittler stets, es habe auch noch andere Hinweise auf Altenholz gegeben, der Zeuge sei außerdem "hoch glaubwürdig".


 
Leserkommentare
 
HANNES KIESSLING 08.08.2012 15:26
und die Rockerszene lacht sich tot ...

.. vielleicht ja tatsächlich, dann hat ihr ja wirklich etwas erreicht

lol



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