Auf Altersempfehlung achten
Die richtigen Computerspiele schenken
Viele Kinder sitzen gern vorm Computer oder an der Spielkonsole, um zum Beispiel in die Rollen von Landwirten oder Rennfahrer zu schlüpfen. Foto: Fotolia
Kiel. Mit Brettspielen wie "Mühle", "Dame" und "Mensch-ärgere-Dich-nicht" kann man Kinder und Jugendliche heute kaum noch hinter dem Ofen hervorlocken. Heute sind Computerspiele angesagt. Ganz oben auf der Wunschliste zu Weihnachten stehen "Call of Duty: 2", "Fußball Manager 13" oder "Diablo 3". Das erste ist ein so genannter Ego-Shooter. Bei diesem bekämpft der Spieler in einer dreidimensionalen Spielwelt mit Schusswaffen andere Spieler oder computergesteuerte Gegner. Dieses Schieß-Spiel hat keine Freigabe für Jugendliche unter 18 Jahren. Der "Fußball Manager 13" ist völlig " harmlos" und besitzt keine Altersbeschränkung. "Diablo 3" wiederum ist ein Rollenspiel und erst für Jugendliche ab 16 Jahren freigegeben.
Zum Glück können sich Eltern, die sich mit den aktuellen PC-Hits ihrer Kinder nicht so gut auskennen - und das sind wohl die meisten - informieren, ob ein Spiel schon für die entsprechende Alterskasse freigegeben ist: Auf allen Verpackungen von Computerspielen kleben die Label der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK). Sie sind weiß, gelb, grün, blau oder rot und geben an, ab welchem Alter das Produkt unbedenklich ist. Pädagogische Empfehlungen sind die bunten USK-Zeichen aber nicht.
Viele Rennspiele ab sechs Jahren
Bei einer weißen Raute, in der sich eine Null befindet, ist dieses Spiel ohne Altersbeschränkung freigegeben. Das heißt, Menschen in jedem Alter dürfen es spielen. Es handelt sich hier oft um Gesellschaftsspiele in digitaler Form, Sportspiele oder Simulationen.
Ist eine gelbe Raute mit einer Sechs zu sehen, darf das Spiel von Kindern ab sechs Jahren genutzt werden. Auch hier sind die Spiele für die ganze Familie gedacht, sie werden jedoch oft spannender gestaltet. Rennspiele sind zum Beispiel die typischen Beispiele für diese Kategorie.
Ego-Shooter in der Kritik
Bei einem Spiel mit der grünen Raute und einer Zwölf sollten Kinder, die jünger sind, die DVD nicht spielen dürfen. Hier kommt es bereits häufig zu Kämpfen, womit jüngere Kinder noch nicht umgehen können. Allerdings sind die Szenen so dargestellt, dass ältere Kinder eine Distanz zur Realität wahren können. Dies wird versucht, indem eine Umgebung dargestellt wird, die Vergangenheit, Zukunft oder einer Phantasiewelt darstellt.
Bei Spielen mit blauer Raute und einer schwarzen 16 sollte Eltern, die ihren Kindern solche Spiele erlauben, bewusst sein, dass hier Gewalthandlungen gezeigt werden, die für Jugendliche nicht geeignet sind. Ego-Shooter, die nach dem Amoklauf in schwäbischen Winnenden 2009 für Schlagzeilen sorgten, gehören zum Beispiel oft dazu.
Kinder am Bildschirm nicht allein lassen
Eindeutig in der Signalfarbe Rot gehalten ist die Raute, die besagt, dass Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren diese Computerspiele nicht spielen dürfen. Sie sind nur für Erwachsene gedacht, da es hier um Gewalt geht, die zudem noch sehr bedrohlich dargestellt wird.
Für die Altersfreigabe von Computerspielen sind formal betrachtet die Jugendministerien der Bundesländer zuständig. Die Altersfreigaben sind seit April 2003 gesetzlich vorgeschrieben. Angesichts der Flut an Neuerscheinungen haben die Spiele-Tester alle Hände voll zu tun: Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 2686 Spiele beurteilt, davon 1310 PC-Spiele der Rest für Konsolenspiele - für PlayStation 2, GameCube, Xbox, Xbox 360 und tragbare Geräte wie GameBoy Advance, Nintendo DS und Sony PSP . 14 Mal zeigte die USK einem Hersteller die Rote Karte: "Keine Kennzeichnung gemäß §14 JuSchG". Das ist der Fall, wenn Gewalt das einzige Ziel und Mittel eines Spiels ist, wenn keine anderen Aufgaben zu erledigen oder Rätsel zu lösen sind und wenn Wunden in Zeitlupe aufplatzen und Körper zerbersten.
Vorbildlich handeln Eltern, die ihre Kinder mit den virtuellen Bildschirmabenteuern nicht alleine lassen und zusammen mit ihnen spielen. Auf keinen Fall sollten Eltern unbesehen auf die Wünsche ihrer Zöglinge eingehen, und Computerspiele unter den Tannenbaum legen, die für das Alter ungeeignet sind.
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