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W:O:Art

Die Kunst des Heavy Metal

29. Juli 2012 | 10:11 Uhr | Von Ludger Hinz, Schleswig-Holstein am Sonntag


Ein Dorf trifft auf Heavy Metal: Opa Willi und  Wacken-Fans. Foto: Hinz

Ein Dorf trifft auf Heavy Metal: Opa Willi und Wacken-Fans. Foto: Hinz

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Jens Rusch (62), Norddeutscher Realist mit Atelier in Brunsbüttel (Kreis Dithmarschen), malt das Wacken Open Air, das größte Heavy Metal Festival der Welt.

Brunsbüttel/Wacken. Jens Rusch hat 2010 für die Verbandssparkasse Schenefeld (bei Wacken) ein Bild zum Thema "Vergangenheit-Gegenwart-Zukunft" gemalt, auf dem die Angestellten WOA-T-Shirts getragen haben. Als WOA-Organisator Holger Hübner das gesehen hat, war er begeistert und übernahm das Motiv im Folgejahr 2011 für die Bauzäune auf dem WOA-Gelände.

Im Gegenzug durfte der Künstler 2011 zum ersten Mal während des Festivals Eindrücke sammeln: "Was mir zuvor durch den Kopf ging - das ist nicht meine Musik - stimmt gar nicht!", stellte er fest. "Ich war erstaunt und überwältigt von dem, was da geschah und setzte das gleich in Bilder um." Er schoss weit über 1000 Fotos, die er am Computer zu Montagen zusammen komponierte, die zu Vorlagen für seine Ölbilder wurden.

Metaphern und Symbole

Ein halbes Jahr lang hat er jeden Tag ein Foto bei Facebook von den Fortschritten hochgeladen. So hat er zehn große Bilder gemalt in den Maßen 110 mal 150 Zentimeter. Da ihn bislang vor allem der Blick von der Bühne herunter auf das Pub likum faszinierte, gibt es bislang nur zwei Bühnenszenen von Bands: von "Apocalyptica" und den "Scorpions" - "weil ich die selber gerne mag."

Rusch will sichtbar machen, was fürs bloße Auge nicht zu erkennen ist. Deshalb arbeitet er mit Metaphern und Symbolen. Als eine "Riesenaufgabe" sieht er es an, seine Bilder aus dem Spannungsfeld zwischen Besuchern untereinander und Dorfbewohnern zu entwickeln. Sinnbild hierfür ist ihm der mittlerweile verstorbene Opa Willi aus dem Wackenfilm "Full Metal Village". Rusch zeigt ihn, wie er auf seiner Posaune spielt.

Dreidimensionale Ansichten

Seine Arbeiten hat der Maler bei Facebook eingestellt - und bekommt seither Reaktionen aus der ganzen Welt; von Menschen, die sich auf ihnen wiedererkennen: "Sie alle freuen sich und finden es witzig, sich da zu entdecken. Ich habe sensationelle Zugriffszahlen gehabt."

Schließlich kam ein völlig neuer Aspekt hinzu: Marcel Hoppe, ein selbstständiger Geschäftsmann aus Chemnitz kam auf die Idee, die Wackenbilder von Jens Rusch in dreidimensionale Ansichten umzusetzen.

Auf dem kommenden Festival soll die "WOArt" nun einen Überblick über die Kunstwerke zu Wacken geben. Mit dabei sind neben Jens Rusch auch Kim Schmidt (Karikaturen), Tim Eckhorst (Schwarz Weiß-Grafiken), Jörg Brüggemann (Fotografien), die Ausstellung "Schädelkult" von Schloss Gottorf (mit Schädeln und ihrer Geschichte) und die 3-D-Bilder von Jens Rusch (durch Marcel Hoppe und Jens Gimmann, Firma "Horus", umgesetzt).

"W:O:Art" auf dem Gelände der "Wacken-Foundation", Mittwoch bis Sonnabend, 1. bis 4. August.


 
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