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Streit um Parkplätze

Der Nachbar mit den Panzersperren

22. Dezember 2012 | 17:05 Uhr | Von Holger Ohlsen


Die Ladestraße lädt nicht mehr zum Parken. Hier wird abgeschleppt. Foto: Staudt

Die Ladestraße lädt nicht mehr zum Parken. Hier wird abgeschleppt. Foto: Staudt

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Parkplatzärger am Flensburger Bahnhof: Der Investor sperrt Pendler aus. Auch den Sportlern des VfB Nordmark wurden alle Parkmöglichkeiten genommen. Die Stadt hat keine Handhabe.

Flensburg. Drei Mal im Monat wird Jens Jensen zum Bahn-Pendler. Dann benötigt er einen Parkplatz am Flensburger Bahnhof, um vom Auto auf den Zug zu steigen. Das ist seit dem 1. November der reine Nervenkitzel - nicht nur für Jensen. Denn die gut 100 gerne genutzten Parkplätze vor den leer stehenden Bahngebäuden stehen nicht mehr zur Verfügung. Das Pendlerparken dort hat Marcus Petermann verboten. Der neue Eigentümer.

Der Unternehmer ist Besitzer und Investor des wegen seiner perfekten Sanierung hochgelobten historischen Güterschuppens im Hinterland. In diesem Jahr hat er seine Sphäre erweitert. Nach Angaben der Bahn wurden durch einen Investor die ehemalige Expressgüterabfertigung und die so genannte Ladestraße erworben - das Gelände, auf dem früher immer die Pendler standen.

"Der will uns hier weg haben!"

Im künftigen Planungsgebiet für urbanes Wohnen ist der Unternehmer damit ein echtes Schwergewicht. Ein Drittel des Bahngeländes ist in seinem Besitz - darunter auch zwei wichtige Wegverbindungen. Die besagte Ladestraße. Und der Mühlendamm. Am Mühlendamm ist jemand zu Hause, der über die neuen Eigentumsverhältnisse nicht so richtig glücklich werden kann: Der Fußball-Verein VfB Nordmark. Zwischen den Sportlern und dem Unternehmer gab es in der Vergangenheit regelmäßig Reibereien. "Wenn Sie mich fragen. Der will uns hier weg haben", sagt Birte Dahl, die 2. VfB-Vorsitzende.

Das scheint nicht völlig aus der Luft gegriffen. Zumindest hat Petermann den mobilen Bewegungsspielraum des Klubs exakt auf Null gesetzt, seitdem er Großgrundbesitzer geworden ist. Parkplätze fehlen neuerdings nämlich nicht nur südlich seines Güterschuppens, sondern auch auf der anderen Seite. Bei Sportveranstaltungen des VfB pflegten Besucher des Sportplatzes ihre Fahrzeuge auf dem an dieser Stelle sehr breit angelegten Mühlendamm abzustellen. Das geht jetzt nicht mehr. "Herr Petermann hat Panzersperren aufstellen lassen und die Fahrbahnbreite so weit minimiert, das exakt nur noch ein Feuerwehrfahrzeug hindurch kann", sagt Birte Dahl. Gleiches gilt für den Eingangsbereich des Sportplatzes. Auch dort gab es in guten Zeiten gepflasterte Parkmöglichkeiten. Jetzt gibt es dort schwarzen Schotter, der in hohe Bordsteine gefasst ist. Parken verboten.

Es gab bereits lautstarke öffentliche Auseinandersetzungen

Und nicht nur das. Ärger mit dem Eigentümer gab's im Sommer auch, als es der Verein wagte, während einer Veranstaltung vor dem Eingang zum Sportplatz auf Petermanns Privatgelände einen Campingtisch und einen Campingstuhl für den Kartenverkäufer abzustellen. Das hatte eine lautstarke öffentliche Auseinandersetzung zur Folge. Auch diese Art zu Parken ist hier verboten.

Der VfB versuchte auf die Lage zu reagieren, indem er im Seitenbereich des Grundstücks eine Stellfläche plante. Doch als der erste LKW sich dem künstlichen Engpass näherte, sei Petermann schon da gewesen, erinnert sich Dahl. "Er drohte mit der Polizei, sollte unser LKW auch nur einen seiner Betonklötze berühren." Zudem habe der große Nachbar untersagt, den geplanten Parkplatz über den Mühlendamm anzufahren. Die Erschließung habe über das Clubgelände zu erfolgen. Der VfB strich die Segel. "Das können wir uns finanziell nicht leisten. Die Situation ist wirklich schlimm", sagt Birte Dahl. Gerade für die älteren Besucher. "Die können wir doch nicht zur Exe schicken."

In der Verwaltung beobachtet man das Geschehen auch mit Aufmerksamkeit. "Das ist Privatbesitz. Die Bahn hat es früher geduldet, Herr Petermann offenbar nicht. Das müssen wir zur Kenntnis nehmen." Die Stadt habe die Problematik aber im Zuge der Entwicklung des Gesamt-Areals auf dem Radar. "Das Gelände ist seit vergangenem Jahr Sanierungsgebiet, da werden wir eine Lösung anbieten", kündigte Teschendorf an. Bis dahin heißt es geduldig sein. Vor 2014 wird sich nichts rühren. "Da müssen dann alle durch", sagt Teschendorf. Marcus Petermann war für eine Stellungsnahme nicht zu erreichen.


 
Leserkommentare
 
PETER LUSTICH 22.12.2012 11:27
Lachnummer ...

Nach dem " Hochmut " kommt der Fall ! Aber Marcus hat ja genug " Trampoline " für den Aufprall !
Was für eine peinliche " Lachnummer !.!.!

KAY PETERS 22.12.2012 13:11
Wir müssen das zur Kenntnis nehmen...

Noch bevor es irgendwie konkrete Pläne für Schroeders-City gibt, ist die Verteilung der Claims in vollen Gange.
Dank weitsichtiger Planung und geschickter Verhandlungsführung unseres Visionsbeauftragten erledigt der "Markt" jetzt die unangenehme Aufgaben des Freiziehens der begehrten Flächen.
Das Recht des Stärkeren, wir müssen das zur Kenntnis nehmen...
Da geht es ja auch um nicht unerhebliche Zuschüsse für die "Sanierung" des Gebiets.

WOLFGANG SCHMIEL 22.12.2012 21:16
Der Nachbar mit den Panzersperren

Ihr Beitrag : die in diesem Bericht geschilderten Probleme wären komplett vermeidbar gewesen..

Den Güterbahnhof und das Umgebungsgelände hätte die Stadt kaufen können weil die Stadt ( zumindest für eine Geländeteilfläche ) das Vorkaufsrecht hatte.
Nach den von uns durchgeführten Recherchen hat der Verwaltungsspitze der Stadt
zurückliegend entschieden von dem Vorkaufsrecht keinen Gebrauch zu machen, trotzdem alles (Güterbahnhof und Gelände ) zu einem Minipreis komplett angeboten wurden.
Zu dieser Entscheidung hat sich die Verwaltungsspitze keine Zustimmung der politisch Verantwortlichen eingeholt sondern diese erst danach mit einer Allgemeininformation
( ohne Geländezeichnung, Kaufpreisinfo und weitere Details ) unterrichtet.
Die Wählergemeinschaft Wir in Flensburg wird alle ihr zu diesem Thema vorliegenden Informationen in einem Bericht zusammenfassen und diese auch dem Flensburger Tageblatt für eine ergänzende Berichterstattung zu Beginn der Monats Januar 2013
zur Verfügung stellen.

Wolfgang Schmiel
Mitglied der WiF Ratsfraktion

HERR R AUS T 22.12.2012 22:02
Das lief ..............

ja wie "geschmiert" Herr Marcus Petermann. Der Rest erledigt sich mit Sicherheit von alleine.

WUNSCHLOS GLÜCKLICH 23.12.2012 08:33
Typisch...

so kennt man ihn...den Herrn Petermann. Gegenüber seine Mitmenschen stets unhöflich und herablassend. Dazu eine gehörige Portion Arroganz sowie Überheblichkeit. Es ist bedauerlich, dass solche Typen von Seiten der Stadt Flensburg auch noch unterstützt werden.
Herr Petermann hat vergessen wo er herkommt. Setzt sich ins gemachte Nest der Fa. Muttersbach und spielt den Herrscher aller Reußen.

THOMAS WITT 23.12.2012 09:33
er Nachbar mit den Panzersperren

Sehr geehrter Herr Schmiel, hoffentlich zahlt Ihnen die Shz ein Honorar weil Sie die Arbeit von diesem . . .blatt gemacht haben. Anstatt zu recherchieren drucken sie das Geschreie von jedem Deppen. Das ist Journalismus auf unterstem Niveau.(Hartz4 tv lässt grüssen.) Nebenbei, wie kommt die Shz auf die Idee das Panzersperren so aussehen? Meistens, leider, unerträglich.

ROTE FLORA 23.12.2012 10:19
Ist doch alles sein Eigentum

Und deshalb kann er doch ganz allein entscheiden wer sein Grundstück betreten darf und wer nicht.
Wer das Parkverbot missachtet wird abgeschleppt. Punkt.
Würde ich genau so machen.

MARTIN BISCHOFF 23.12.2012 20:47
eigentum

ist vllt nicht schön wie es gelaufen ist ,etwas mehr fingerspitzengefühl seitens des herrn petermann wäre besser gewesen ( man hätte sich vllt mit den verantwortlichen der stadt ,des sportvereins und evtl der bahn an einen tisch setzen sollen und über das problem sprechen ) aber es ist nunmal sein ( herr P.) grundstück und er hatt die verantwortung ( zb Winterdienst ) das die stadt bzw die bahn nicht genügend parkplätze für pendler bereit hält ist nicht das problem des herrn P. sollte das gelände bebaut werden würden die parkpläzte eh wegfallen . und ich glaube keiner möchte das sein gelände als parkplatz benutzt wird ( ohne entgeld) aber wie gesagt vllt würde es auch alles friedlicher gehen ( einfach mal vorher reden und nicht immer gleich machen ) sollte es nicht gemacht worden sein in diesem sinne frohes fest

HECKEN SCHULZE 24.12.2012 12:24
Lagerhallen

Tja, so ist das: Der Eine wird für den Abriss einer Lagerhalle gelobt und der Andere für das Sanieren...
www.ig-ostufer.de/sensationeller-bericht-kailagerschuppen.pdf

ZENSORS SCHATZI 24.12.2012 15:03
Der Nachbar mit den Panzersperren

wie? ...haben die franzosen und polen die immer noch nicht abgebaut?


ha ha



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