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Mobile World Congress

Ab Frühjahr steuert Firefox auch Smartphones

25. Februar 2013 | 11:57 Uhr | Von Hauke Mormann / dpa


Der Browser steuert das Smartphone: Die erste Version des Firefox OS ist auf einem ZTE-Modell bereits ab dem Frühjahr in Südamerika verfügbar. Foto: dpa

Der Browser steuert das Smartphone: Die erste Version des Firefox OS ist auf einem ZTE-Modell bereits ab dem Frühjahr in Südamerika verfügbar. Foto: dpa

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Es ist die wichtigste Mobilfunk-Fachmesse der Welt: der Mobile World Congress in Bacelona. Hier vertreten: ein neues Betriebssystem für Smartphones und angriffslustige Finnen.

Barcelona. Android, iOS, Windows und Blackberry OS - damit ist die Liste der gängigen Betriebssysteme für Smartphones auch schon beendet. Das soll sich ändern: Auf dem World Mobile Congress in Barcelona hat Mozilla gezeigt, wie mit seinem Browser Firefox in Zukunft auch Smartphones gesteuert werden können. Auf der Präsentation des Firefox OS (OS steht für Operating System, also Betriebssystem) im Yachthafen von Barcelona verkündete Telekom-Vorstandsboss René Obermann den Start des Systems auf einem Gerät von Alcatel in Polen. Er sprach sich für das neue Betriebssystem aus: "Im Sinne unserer Kunden wollen wir freie Wahlmöglichkeiten schaffen und setzen deshalb auch auf offene Plattformen."

Im Gegensatz zu den gängigen Systemen soll der Nutzer das Firefox OS simpel an seine eigenen Bedürfnisse anpassen können. Dabei ist der Browser die Umgebung, in der sich alle Apps und Webseiten befinden. Wie Webseiten werden sie geöffnet. Lauffähig sind alle Programme, die in HTML 5 geschrieben sind. Das Alcatel One Touch Fire wird die Telekom als ihr erstes Firefox-Smartphone im Sommer in Polen auf den Markt bringen. Über einen Start in Deutschland macht die Telekom bislang keine Aussagen. Auch der Preis steht noch nicht fest, soll aber Laut Telekom-Mitteilung "erschwinglich" sein.

Nokia will mit Innovation zum kleinen Preis angreifen

Der Preis der handlichen Alleskönner ist ebenfalls ein großes Thema auf der weltweit wichtigsten Mobilfunkmesse. Nokia will in diesem Bereich wieder punkten und geht nach einer langen Durststrecke zum Angriff mit zwei günstigeren Smartphone-Modellen über. Das Lumia 520 soll in Deutschland 199 Euro inklusive Steuern kosten, das etwas besser ausgestattete Modell Lumia 720 gibt es für 379 Euro. Beide laufen mit dem Betriebssystem Windows.

Der Plan ist, "Innovationen aus den Spitzenmodellen erschwinglicher zu machen", erklärte Konzernchef Stephen Elop am Montag. Zu den von Nokia betonten Lumia-Vorteilen gehören die deutlich verbesserte Kamera sowie Nokias Kartendienste. Der Konzern schließt mit den günstigeren Smartphones die Preislücke zwischen billigen Telefonen mit Internet-Funktionen und den Oberklasse-Modellen, die mit Apples iPhone, Samsungs Galaxy S3 und HTCs One konkurrieren sollen. Derzeit wird mit dem Smartphone-Boom in Asien, Afrika und Lateinamerika die Nachfrage nach günstigen Computer-Handys immer größer.

Bezahlen im Alltag soll sich radikal verändern

Mit der Ausbreitung von Smartphones und Tablets wächst auch der potenzielle Markt für ganz neue Bezahllösungen. Experten rechnen damit, dass sich das Bezahlen im Alltag radikal verändern wird. Die Visionen für die absehbare Zukunft reichen von Bezahlsystemen auf Basis von Ortungsdaten bis hin zum Abschaffen von Kassen, weil der Kunde den Bezahlvorgang mit einem System wie etwa MasterPass komplett auf seinem mobilen Gerät abwickeln kann. Bei dem vom Kreditkarten-Riesen Mastercard vorgestellten System soll man in Zukunft mit dem Smartphone bezahlen können, indem man im Laden einen Strichcode einscannt.

Bei MasterPass kann ein Kunde verschiedene Konten und Karten bündeln, die Daten werden online auf gesicherten Servern von Mastercard gespeichert und müssen nicht jedes Mal neu eingegeben werden. Das System soll auch hinter Bezahl-Buttons im Online-Handel stehen. In Deutschland soll MasterPass Anfang 2014 eingeführt werden, zunächst sind Australien und Kanada an der Reihe.

Weitere Hersteller bereichern Tablet-Markt

In den Markt der Tablets steigt nun auch Sony ein. Der japanische Elektronikriese stellte in Barcelona sein Xperia Tablet Z vor - als großen Bruder des im Januar gestarteten Smartphones Xperia Z. Auch Hewlett-Packard (HP) kehrt nach anderthalb Jahren wieder ins Tablet-Geschäft zurück. Dabei setzt der PC-Riese nun auf das Google-Betriebssystem Android. Am Sonntag wurde auf dem Mobile World Congress das Gerät Slate 7 vorgestellt. Es hat einen 7 Zoll (17,8 cm) großen Bildschirm und unterscheidet sich nur wenig von anderen Geräten dieser Klasse auf dem Markt.

HP hatte einst versucht, mit der Übernahme des Taschen-PC-Pioniers Palm Fuß in dem Geschäft mit Smartphones und Tablets zu fassen. Doch im Sommer 2011 wurden die Geräte mit dem Palm-Betriebssystem WebOS vom damaligen Konzernchef Léo Apotheker nach mäßigen Verkaufszahlen aussortiert.


 
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