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Strahlen-Drama: Keine Gefahr für Schleswig-Holstein
Wie würde bei uns auf einen Notfall wie in Japan reagiert?
Schmalfuß: Zunächst sind die Betreiber in der Pflicht, die Situation in den Griff zu bekommen. Dann greifen Notfallpläne, daran sind zahlreiche Institutionen beteiligt.
In Japan brennen derzeit auch genutzte Brennelemente. Wie wird deren Kühlung bei uns sichergestellt?
Schmalfuß: Hier greifen mehrere Kühlsysteme, die im Stillstand oder bei einer Stilllegung eines Kernkraftwerkes ständig überwacht werden.
Ich wohne zwischen den AKWn Brokdorf und Brunsbüttel. Jetzt bin ich in Sorge.
Schmalfuß: Das kann ich verstehen. Aber ich kann sie beruhigen. Die schleswig-holsteinische Atomaufsicht ist bekannt für Gründlichkeit und sicherheitsorientierte Arbeit. Schon vor den schrecklichen Ereignissen in Japan hatten wir schärfere Auflagen durchgesetzt. Und bei dieser Linie bleiben wir.
Es gibt Kritik am Krisenmanagement in Japan. Würde es bei uns besser laufen?
Lorenz: Das japanische Krisenmanagement ist eines der besten weltweit. Aber auch die Japaner sind auf eine Situation, wir wir sie jetzt erleben, nicht vorbereitet. Über derart komplexe Fälle wurde offensichtlich zu wenig nachgedacht. Man kann zwar Szenarien planen, aber die Wirklichkeit überholt einen, wie wir sehen.
Unsere Atommeiler sind im Schnitt 30 Jahre alt. Spielt das Alter für die Risikobewertung eine Rolle?
Lorenz: Ja. In derart komplexen Systemen kann man nicht einfach bestimmte Komponenten nachrüsten, sondern muss auf Gesamtverträglichkeit achten.
Ich habe einen Flug im April nach Sri Lanka gebucht. Soll ich den absagen?
Lorenz: Im Augenblick nicht. Vor Reiseantritt sollten Sie aber auf Reisehinweise des Auswärtigen Amtes achten.
Wenn der Atomkern schmilzt, frisst er sich dann einmal ganz durch die Erde?
Lorenz: Das nennt man China-Syndrom, ist aber eine Übertreibung. Das ist nicht möglich.
Wie gefährlich sind Lebensmittel aus Japan?
Köster: Der Import landwirtschaftlicher Produkte aus Japan in die EU beträgt nur 0,2 Prozent. Darunter sind keine Grundnahrungsmittel.
Ich benutze japanischen Meerrettich. Muss ich künftig darauf verzichten?
Köster: In der Tat kommen einige Gewürze aus Japan, darunter auch der Wasabi-Meerettich oder die Sojapaste Miso. Häufig enthalten allerdings Produkte mit der Bezeichnung Wasabi nur entsprechende künstliche Aromen. Viele japanisch anmutende Produkte kommen tatsächlich aus China, Thailand oder Vietnam.
Wie ist es mit Fisch?
Köster: Wir importieren kaum Fisch aus Japan . Außerdem müssen Fanggebiete verpflichtend gekennzeichnet werden, wie in diesem Fall mit Nord-West-Pazifik. Aktuell ist kein Cäsium, sondern nur Jod frei geworden, welches eine geringe Halbwertzeit hat, sowie Xenon- und Krypton-Isotope, welche vom Organismus nicht verstoffwechselt werden und den Fisch somit nicht belasten.
In Restaurants wird Kobe-Rind angeboten. Muss das jetzt von der Speisekarte?
Köster: Nein, denn in Japan gibt es keine Schlachthöfe mit EU-Zulassung. Das Kobe-Rind unserer Restaurants kommt aus USA oder Australien.
Ist es wegen der Strahlung gefährlich Besuch aus Japan aufzunehmen?
Elke Tashiro: Nein. Wenn sich Partikel in Haaren, Kleidung und auf der Haut abgesetzt haben, verschwinden diese nach intensivem Duschen. Durch radioaktive Stoffe, die sich im Körper der Besuchsperson befinden, droht keine Gefahr.
(kim, shz)
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In anderen Zeitung wird behauptet, die Bevölkerung sei verängstigt, werfe vorsorglich Jodtabletten ein und kaufe Schutzmaskenregale leer.
Da ist es doch beruhigend, dass die Leser dieser Zeitung sich mit ganz praktischen Fragen beschäftigen. Soll das Koberind mit nach Sri Lanka oder der Fisch mit Meerettich?
Besonders wichtig ist der Geigerzähler für die Flugreise. Da gibt es ordentlich was zu messen.