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Schulpolitik
SPD-Frontmann Albig will G9 abschaffen
Kiel. Jetzt hat SPD-Spitzenkandidat Torsten Albig die Katze aus dem Sack gelassen: In der Bildungspolitik werden nach einem Wahlsieg im Mai Beschlüsse der CDU/ FDP- Koalition in Kiel gekippt. Nicht nur die Regionalschule will er abschaffen sondern auch das Abitur nach neun Jahren. "Neue Jahrgänge mit G 9 Schülern soll es ab dem Schuljahr 2013/ 2014 nicht mehr geben", erklärte Albig gestern auf Nachfrage des sh:z.
Das sogenannte Langsam-Abitur, wie es die derzeitige Landesregierung auf Drängen der Liberalen gerade erst wieder eingeführt hat, verhindere Mobilität, zum Beispiel beim Wohnortwechsel. Und die Regionalschule passe nicht in ein Schulkonzept, das nach der Grundschule auf drei Wegen zum Abitur führe: "über das Gymnasium nach acht Jahren über die Gemeinschaftsschule nach neun Jahren und über die Berufsschulen", so Albig.
"Kehrtwende" statt Schuldfrieden?
Für die FDP-Abgeordnete Katharina Loedige hat diese "Kehrtwende" Albigs wenig "mit dem von ihm beschworenen Schulfrieden in Schleswig-Holstein zu tun". Sie erinnerte daran, das der Kieler Oberbürgermeister noch vor 12 Monaten erklärt hatte, G 8 sei keine gute Lösung, ihm gefalle nicht, dass alles so schnell gehe müsse. Jetzt- so Loedige - sei Albig offenbar "von Fraktionschef Ralf Stegner eingenordet und auf Kurs gebracht worden" . Im Falle eines Wahlsieges der Sozialdemokraten würden dann nicht mehr Eltern, Schüler und Lehrer entscheiden können, wie der Weg zum Abitur an ihrer Schule aussehen soll, "sondern es wird von oben herunter regiert".
Dass Albig die Regionalschulen als Regierungschef wieder abschaffen will ("es ist nicht erkennbar, wozu es die braucht") war schon länger klar. Das Nebeneinander von Langsam- und Turbo-Abi schien für ihn jedoch kein Problem zu sein, zumal er im Falle eines Wahlsiegs mehrfach "eine verlässliche Bildungspolitik" versprochen hatte. Refomen im Monatstakt seien den Schulen nicht zumutbar.
So diktierte er im Mai Pinneberger Schülerzeitung-Redakteuren in die Feder: "Wir reden wahnsinnig viel über G 8/G 9. Ich als Vater verstehe das schon gar nicht mehr, was da grade genau schulpolitisch angesagt ist. Wir müssen wieder etwas Konstanz in die Debatte kriegen. Da läuft momentan etwas schief". Er glaube nicht dass die Welt darauf wartet, "dass wenn wir Sozialdemokraten die Mehrheit haben, nun sofort wieder ein neues Schulsystem eingeführt wird".
Und weiter sagt Albig : "Ich habe die Notwendigkeit von G 8 nie so richtig verstanden". Bei einem Wahlsieg werde er sich "mit Schülervertretern, Eltern und Lehrern zusammensetzen und schauen, ob das, was die jetzige Regierung auf den Weg gebracht hat, wirklich so schlimm war, wie wir als Sozis glauben, oder ob man es aushalten kann".
Das Urteil scheint jetzt schon gefallen zu sein.
Leserkommentare
Oh,Herr Albig.Das ist wieder einmal voll daneben! Sie und Ihre Genossen zerstören unser Bildungssystem.(Und die CDU/FDP sehen leider tatenlos zu).Es geht hier um den Weg zu einem Bildungsstand! Und dieser Bildungsstand war bisher klar gegliedert in Haupt-und Realschule sowie in Gymnasien.Und das war gut so! Der richtige Ansatz zu einer Verbesserung dieses Systems wäre gewesen: Kleinere Klassen,mehr Lehrer und eine bessere Lehrerausbildung sowie mehr Investitionen in die techn. Schulausstattung. Dann gäbe es auch positivere Ergebnisse in den PISA-Tests. Und Sie erdreisten sich jetzt auch noch Grundsätzlich den Gymnasien das 9.Jahr zu nehmen.(Hintergedanke : Zerstörung der Gymnasien und Umwandlung in Gesamtschulen). Sie haben wahrscheinlich vergessen, das auch Sie einmal ein Kind/Jugentlicher waren mit den Problemen wie z.B. Pubertät u.a.
G U T E Bildung braucht seine Zeit. Und die richtige Zeit hierfür ist die Schulzeit und nicht das eventuell anschließende Studium.(Dort lassen Sie den Studenten doch auch alle Zeit der Welt und das auch noch auf Kosten der Allgemeinheit ).
Nach jeder Wahl eine Schulreform? Es scheint das wichtigste Betätigungsfeld der Regierungen zu sein. Zu Lasten der Schüler und Lehrer.
Hört endlich auf damit !!!
Herr Albig, meine Stimme kriegen Sie so nicht. Aber auch nicht die Parteien, die das derzeitige Chaos zu verantworten haben.
Es sollten nur Politiker Bildungspolitik betreiben dürfen, deren Kinder selber öffentliche Schulen besuchen. Dann hätte dieser Ideologie-Wahnsinn endlich eine Ende!
Auch wenn ich Verfechter des Schulfriedens bin, mi Rückschritt und Stillstand wie es die letzten zwei Jahre seit der Wahl praktiziert wurde, kann ich nicht leben!
Wir brauchen einen klaren Weg und bei einer angemessenen (und gar nicht so schwer durchzuführenden ) Lehrplankürzung kann man sehr leicht G8 durchführen. Davon abgesehen, dass man nicht von "Turbo" oder "Langsam"-Abi sprechen kann, da die Oberstufe in G8 und G9 gleich bleibt.
Die CDU spricht sich seit Jahren für G8 aus und duldet G9, damit der Koalitionsfrieden gewahrt bleibt. - eine sehr billige Politik!
Das politische Niveau sinkt, aber die Macht bleibt - bis zum 6. Mai 2012.
Stimmung machen zu dem Thema auch aktuell engagierte Lehrer, die noch Rundmails in SPAM-Manier versenden. Toll, wieviel Engagement neben der unterrichtsfreien Zeit möglich ist - und sie leben vom ewigen Wiederholen!
G8 = Gymnasium - Abitur in 13 Jahren über die GemS! - Schule braucht Ruhe!
Das Ergebnis dieser Wege wird die Antwort auf die Gestaltung künftige Reformen geben!
Ich kenne niemanden, der das Gymnasium abschaffen will, aber viele, die das in Ihren Aussagen unterstellen! Diese Art der Auseinandersetzung ist Zeugnis der Kompetenz.
Ich sehe weder Stillstand noch Rückschritt in den letzten beiden Jahren. Stattdessen sehe ich, dass es notwendige Korrekturen gegeben hat. Ich finde, es ist ein absolut sinnvoller Gewinn an Freiheit, dass Schulen selbst entscheiden dürfen, ob sie G8 oder G9 anbieten. Dass man aber, wie Sie sagen, zur Durchführung von G8 den Lehrplan kürzen solle, halte ich für kontraproduktiv. Wenn man mehr Kinder zum Abi führt, indem man die Anforderungen an das Abi immer weiter senkt, ist damit nichts gewonnen. Man führt auf diese Weise nicht mehr Kinder zu höheren Abschlüssen, sondern man senkt stattdessen den Wert des Abschlusses. Ein Abi ist doch schon heute fast ein Abi light, wenn man es ohne Philosophie, Latein oder ohne die Auseinandersetzung mit Literaturklassikern wie Faust erreichen kann. Auch in Mathematik und in den Naturwissenschaften wurden die Lehrpläne schon sehr abgespeckt. Wenn Sie nun G8 durch weiteres Zusammenstreichen haben wollen, dann muss klar sein, dass dies mit einem weiteren Qualitätsverlust einher geht. G8 kann nur mit einem erhöhten Aufwand in den Nachmittagsstunden sinnvoll sein. Und deswegen ist es gut, dass die Schulen da Wahlfreiheit haben.
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Sorry, aber so kann das (hoffentlich) nichts werden. Wischi-Waschi Aussagen ohne Substanz und Erklärungen bzgl. der finanziellen Durchführbarkeit.........und dieses auf nahezu allen politischen Feldern.....die einzig gradlinige Aussage besteht darin, Schwarz-Rot auszuklammern...und das ist ziemlich dürftig