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Whitney Houston ist tot
Tod einer Soul-Diva
Die amerikanische Sängerin war in einem Hotelzimmer in Beverly Hills bewusstlos in der Badewanne entdeckt worden, wie die Polizei mitteilte. Notärzte konnten die Sängerin nicht mehr wiederbeleben. Die Ermittler schlossen ein Verbrechen nach ersten Erkenntnissen aus. Über die Todesursache gab es noch keine Klarheit. Eine Autopsie soll nun klären, woran die Künstlerin gestorben ist. In ihrem Zimmer sollen rezeptpflichtige Arzneimittel gefunden worden sein. Der Weltstar hatte immer wieder mit Drogen- und Alkoholproblemen zu kämpfen.
"Wir untersuchen noch, aber Hinweise auf Gewalteinwirkung gibt es nicht", sagte Ermittler Mark Rosen am Abend vor dem Hotel, in dem noch die Leiche der Sängerin lag. Rettungssanitäter hatten nach einem Notruf versucht, Houston wiederzubeleben. "Die herbeigerufenen Notärzte haben alles versucht, aber sie konnten nichts mehr tun", sagte Rosen.
Notärzte stellten um 15.55 Uhr (0.55 Uhr deutscher Zeit) den Tod fest
Houston war nur Stunden vor ihrem geplanten Auftritt auf einer großen Grammy-Party von einem ihrer Mitarbeiter gefunden worden. Notärzte stellten um 15.55 Uhr (0.55 Uhr deutscher Zeit) den Tod der 48-Jährigen fest, während wenige Stockwerke weiter unten die große Gala ihres Entdeckers Clive Davis vorbereitet wurde. Die Party fand statt, während im dritten Stock Experten der Polizei die Leiche untersuchten.
Vor dem Hotel warteten zahlreiche Reporter, die eigentlich wegen der glamourösen Grammy-Party gekommen waren. Am Sonntag sollten die wichtigsten Musikpreise der Welt, von denen Houston selbst sechs gewonnen hatte, wieder vergeben werden. Die jährliche Davis-Party am Abend vorher gilt als ein gesellschaftlicher Höhepunkt in der Szene. Als ein Glanzlicht sollte Whitney Houston auf der Party erscheinen. Doch als die Luxuslimousinen der Gäste vorfuhren, standen da schon die CSI-Wagen der Tatortermittler.
Liebeshymne einer ganzen Generation
Die Grammy-Show wollte am Sonntagabend (Ortszeit) Houston gedenken, aber dennoch die Musikpreise feiern. "Es gibt ein paar Änderungen im Skript, aber es soll eine große Musikshow bleiben", sagte Produzent Ken Ehrlich dem Sender CNN. "Sie hätte das auch so gewollt. Sie war eine große Künstlerin, eine große Darstellerin und wusste, wie wichtig es ist, ein Publikum zu begeistern. Und genau das wollen wir heute Abend tun." Er habe Sängerin Jennifer Hudson gebeten, "etwas vorzubereiten". "Es wird kein volles Programm, um sie zu ehren. Dafür ist alles noch zu frisch, das ist noch zu früh."
Houston war ein Superstar. Von der Mitte der achtziger Jahre bis weit in die Neunziger hinein regierte sie die Charts. Ihr Song "I Will Always Love You" für den Soundtrack "The Bodyguard" wurde die Liebeshymne einer ganzen Generation und ist weltweit die meistverkaufte Single einer Sängerin. Vor 21 Jahren hatte sie vor dem Super Bowl, dem Endspiel der Football-Meisterschaft, in Tampa in Florida die Nationalhymne mit so viel Gefühl gesungen, dass die Hymne zum ersten und bislang auch einzigen Mal in den Popcharts war.
Augenzeugen: Sie wirkte nicht wie eine Frau, die dem Tode nah ist
Nur Stunden vor der Todesnachricht war über neue Projekte für Houston spekuliert worden. Unter anderem sollte sie eine Zukunft in der populären Talentshow"The X-Faktor" haben. Dort sollte sie künftig als Jurymitglied auftreten, hieß es. Die ganze Hoffnung der Sängerin, und auch ihres Umfelds, schien aber auf "Sparkle" zu liegen. Der Film, der auf der Musikkarriere des Gesangtrios "Supremes" basiert, soll im August in die Kinos kommen.
Augenzeugen sagten in US-Medien, sie hätten Houston noch Tage oder sogar Stunden vor dem Tod gesehen und sie habe nicht gewirkt wie eine Frau, die dem Tode nahe ist. CNN zitiert eine Musikmanagerin, die anonym bleiben wollte, dass Houston gesund und fröhlich ausgesehen habe. Sie habe im Hotelpool mit ihrer Tochter Bobbi Kristina gebadet und habe glücklich gewirkt.
"Der größte Teufel für mich bin ich selbst"
Houston hatte jahrelang mit Rauschgift, Alkohol und einer turbulenten Ehe mit dem R&B-Sänger Bobby Brown Schlagzeilen gemacht. Die Ehe war nicht selten ein Skandal: Brown galt als schlechter Einfluss, nach 15 Jahren reichte die Sängerin die Scheidung ein. Doch die Drogen bereiteten ihr weiter Probleme.
Dabei war ihr immer wieder ein Comeback gelungen. "My Love Is Your Love" wurde 1998 ebenso zum Erfolg wie vier Jahre später "Just Whitney..". Und mit "I Look to You" gelang ihr im August 2009 sogar wieder ein Nummer-Eins-Album. Frisch und selbstbewusst lächelt sie vom Cover. Doch trotz des Erfolgs bekam sie ihr Leben nicht in den Griff. Im Mai ging sie erneut in eine Entzugsklinik. "Der größte Teufel für mich bin ich selbst", hatte sie vor fast zehn Jahren gesagt. "Ich bin mein bester Freund oder mein schlimmster Feind."
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