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Sartre-Buch verschwunden
Skandal um Barschel-Ermittler
Die Mitglieder des Innen- und Rechtsausschusses tagen im Landtag in Kiel: Nach dem Tod des früheren schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Barschel sind möglicherweise noch mehr Beweisstücke abhanden gekommen als nur das eine vermisste Haar. Foto: dpa
Die Lübecker Staatsanwaltschaft ist mit möglichen Beweisstücken im ungeklärten Todesfall des früheren Ministerpräsidenten Uwe Barschel (CDU) offenbar schlampig und gegen geltende Vorschriften umgegangen. So sei nur ein Bruchteil der Asservate in der mit Überwachungskameras und Alarmanlage gesicherten Asservatenkammer verwahrt worden, sagte Justizminister Emil Schmalfuß (parteilos) am Donnerstag im Innenausschuss des Landtags. Entnahmeprotokolle für Asservate existierten nicht, Beweisstücke seien in mehreren Räumen, darunter einem "Barschel-Zimmer", der Lübecker Behörde verteilt gewesen.
Gipfel der Schlampigkeit: Ex-Chef ermittler Heinrich Wille nahm ein Asservat sogar mit nach Hause. Dabei handelt es sich um die "Gesammelten Werke" des französischen Existenzialisten Jean Paul Sartre, die Barschel in der Todesnacht am 11. Oktober 1987 im Genfer Hotel "Beau Rivage" bei sich hatte. Unklar blieb nach dem Zwischenbericht des Ministers auch der Verbleib eines im Jahre 1995 von Schweizer Behörden als Asservat Nummer 84 übergebenen Haares, das auf dem Hotelbett Barschels gefunden worden war, aber nicht Barschel gehörte. Ende Juni hatte die Staatsanwaltschaft Analysen von Asservaten angeordnet. Durch die Untersuchung von Kleidungsstücken Barschels und anderen möglichen Beweisstücken vom Fundort der Leiche erhofften sich die Ermittler neue Erkenntnisse. Auch das in einer Tüte aufbewahrte Haar sollte untersucht werden, war aber nicht mehr auffindbar.
Kubicki: Wille hat "komplette Reputation verspielt"
Wille sagte gegenüber dem sh:z, wie Asservate in der damals von ihm geleiteten Behörde dokumentiert worden seien, "entzieht sich meiner Kenntnis. Um Details habe ich mich nicht gekümmert". Das entnommene Buch werde er am Freitag zurückgeben, sagte Wille. Das Asservat sei "irrtümlich" in seinem Besitz verblieben. Er sei zudem der Annahme gewesen, dass zu dessen Herausgabe das Einverständnis von Barschels Witwe Freya ausreichte. Dies habe er eingeholt.
Innenpolitiker von Koalition wie Opposition reagierten entsetzt auf den Vorgang. Werner Kalinka (CDU) nannte Willes Verhalten inakzeptabel, Wolfgang Kubicki (FDP) und Kai Dolgner (SPD) sprachen von einem "unglaublichen Fehlverhalten". Wille habe seine komplette Reputation verspielt, sagte Kubicki. Lars Harms vom SSW sagte, der Eifer, den Wille seit Jahren im Fall Barschel zu Tage lege, "hat offensichtlich seine fachliche Urteilskraft getrübt". Der Justizminister müsse daraus disziplinarrechtliche Konsequenzen ziehen.
Leserkommentare
Sehr geehrter Herr van Halen. Gehts noch?Ihnen ist es egal, ob jemand ermordet wurde? Tolles Rechtsverständnis. Oder ist es Ihnen nur egal, weil es ein Politiker war??? Sollten Sie Vater sein und eines Ihrer Kinder unter ungeklärten Umständen zu Tode kommt, gehen Sie dann auch zur Polizei und sagen: "Lassen Sie mal gut sein, wen interessiert das schon...?"
Herr Barschel hat Selbstmord begangen, möglich das er von der Stasi bedroht wurde oder von diesen den mysteriösen Waffenschiebern erpresst wurde, von denen man immer wieder berichtet.
Jedenfalls nach Ausschöpfung aller moderner Ermittlungsmethoden und Beweise würde die Tötung eines meiner nahen Angehörigen nach 25 Jahren adca gelegt werden.
"Herr Barschel hat Selbstmord begangen" - sagt wer? Die Staatsanwaltschaft, der alle möglichen Beweislücken egal sind, denen wichtige Beweisstücke mal eben so abhanden kommen, die bei den Ermittlung amateuhafter vorgegangen sind, als Rowan Atkinson als James Bond Verschnitt?
Wie schnell doch Selbstmord bei konservativ anzusiedelnden Menschen akzeptiert wird - sei es Barschel, die ehemalige Richterin Heisig oder der "tödliche Verkehrsunfall" eines Jörg Haiders (für den ich wahrhaft keine Sympathien gehegt habe, bevor jetzt diese Keule geschwungen wird!). Zahllose Argumente sprechen in allen 3 Fällen gegen eine Selbstmordthese - aber das Interesse einer Aufklärung wird gedeckelt und auch von den Medien kaum verfolgt.
Ja, ja, die Konservativen!
Die Schweizer Polizei als ermittelnde Behörde des Totesfall "Barschel" in Genf ist zu dem Ermittlungsschluß "Selbstmord" gekommen!
Wenn jetzt durch Geisteranrufung (RTLII) und ständig wiederkehrenden Berichten in Deutschland der Eindruck erweckt werden soll "es war Mord". So what?
Jeder unnatürliche Tod eines Menschen ist für die Familie ein Schicksalschlag. Ohne Frage.
Aber was mich so stört :
1. Wird der Mensch und MP Uwe Barschel durch einen Mord sympathischer?
2. Werden seine Taten - die zweifelsfrei feststehen - dadurch sympathischer oder gar gerechtfertigt?
3. Wenn tatsächlich der Mosad, der KGB, die Stasi und der kongolesische Geheimdienst Barschel getötet haben : warum? Weil er ein ehrenwerter Mann war.
Laßt in in Frieden ruhen und wendet Euch den heutigen und morgigen Problemen zu.
P.S.
Ein Oberstaatsanwalt der Bücher schreibt und eine Mordthese begründen will hat selbst Asservaten zu Hause. Ich haue mich weg. Das zu "begründeten" Argumenten.
Ein wenig Enttäuschung empfinde ich angesichts der tendenziösen Berichterstattung und einseitigen Darstellung der sh:z, die nun die Schuld für mangelnde Ermittlung und Aufklärung des Verdachts des Mordes an Dr. Uwe Barschel offenbar allein bei dem jüngst in Ruhestand gegangenen Staatsanwalt sucht, der vermutlich am meisten zur Aufklärung beigetragen hat. Die Suche nach vergleichsweise unbedeutenden Asservaten, die möglicherweise auch bereits freigegeben worden sind (was im Bericht nicht einmal am Rande erwähnt wird), soll offenbar davon ablenken, dass gerade nach Ausscheiden des engagierten Staatsanwalts, der die Asservate offenbar besonders vor Zugriffen gehütet hat, nun plötzlich ein mögglicherweise ungleich bedeutenderes Asservat (nämlich ein seinerzeit gefundenes Haar, das wohl eindeutig nicht von Barschel stammt) verschwunden ist, das erstmals einer DNA-Untersuchung unterzogen werden sollte. Möglich, dass diese Untersuchung kein brauchbares Ergebnis geliefert hätte. Aber warum wird nicht die Frage gestellt, ob dieses Haar zum Zeitpunkt der Zuständigkeit des LOStA Wille noch an Ort und Stelle war? Und warum wird gerade jetzt, wo der pensionierte Staatsanwalt, dem von Vorgesetzten nachweislich ein "Maulkorb" bzgl öffentlichen Äußerungen zu den Ermittlungen erteilt wurde, sich erstmals frei in einem Buch zu seiner Sichtweise äußern darf, dieser von der Presse diskreditiert? Gänzlich unabhängig von der Frage, was im Fall Barschel tatsächlich passiert ist, stellt sich mir doch viel dringlicher die Frage, wo die zu erwartende Objektivität der Berichterstattung in dieser Angelegenheit geblieben ist.
Vor 15 Jahren hätte sich niemand an diesem Thema verbrennen wollen. Denn... jeder der sich genauer mit dem Ableben des Herrn B. auseinadergesetzt hätte, wäre irgendwo auf der Strecke geblieben. Oft genug geschehen! Lasst es Mord gewesen sein, vielleicht auch Selbstmord, egal. Der Herr ist nun seit 25 Jahren weg, genug Leichen waren und sind im Keller verborgen, die Wahrheit wird nie ans Licht kommen und letztendlich will sie auch keiner wissen. Hab hier übrigens auch noch was von Satre stehen, würd ich gerne verschenken, falls der Herr Staatsanwalt die Sammlung noch nicht voll hat. Ich gehe davon aus, dass es der Mossad war, aber das spielt wirklich keine Rolle mehr, lasst uns lieber nach dem Bernsteinzimmer suchen;-)!!!
Freundlichst...
Ein Staatsanwalt der sich nicht um Details kümmert !!! Super, um was kümmerte er sich dann? Auch so kann mal eine Legende am Leben halten und ein Buch darüber schreiben. (und damit natürlich auch Geld verdienen)
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ob Barschel Selbstmord begangen hat, oder ermordet wurde ?
Immer und immer wieder wird dieses Thema aufgewärmt.
Nun laßt es endlich mal gut sein.