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Kommentar
Kiel knickt ein? Nein, Kiel setzt sich durch
Nein, die Landesregierung ist nicht "eingeknickt", gar "umgekippt", wie frohlockende Schlauberger es jetzt weismachen wollen. Die Koalition hat von Anfang an klar gemacht, dass jeder einzelne Sparvorschlag ihrer Haushaltsstrukturkommission zur Disposition stehen kann - unter der Voraussetzung, dass mit alternativen Konzepten das vorgegebene Sparziel ebenso erreicht wird. Jetzt haben wir das erste gelungene Beispiel dafür. Die Medizinerausbildung in Lübeck bleibt anders als geplant nun doch erhalten; die vorgesehene Einsparung von Landesmitteln wird gleichwohl in voller Höhe erzielt.
Nein, das ist nicht etwa ein Erfolg der studentischen und publizistischen Protestbewegung aus Lübeck. Es ist vielmehr ein Erfolg der Landesregierung selbst. Ministerpräsident Peter Harry Carstensen und Wissenschaftsminister Jost de Jager haben in harten und geschickten Verhandlungen mit Berlin erreicht, dass der Bund in einem Maße einspringt, wie es das in der Geschichte des Landes noch nicht gegeben hat. Sie haben die Gegenleistung des Bundes für Schleswig-Holsteins Zustimmung zum umstrittenen Wachstumsbeschleunigungsgesetz eingefordert und erlangt. Nur deshalb mussten sie auf ein Auslaufen des Medizinstudiengangs in Lübeck nicht mehr bestehen.
Dennoch ist die Korrektur des Lübeck-Plans für die Landesregierung nicht ohne Risiko. Schon versucht die Opposition, die Lex Lübeck als Einfallstor für weitere Korrekturen zu nutzen. Die Regionalpartei SSW etwa will nun auch die Wirtschaftsstudiengänge in Flensburg und die hohen Zuschüsse für dänische Schulen erhalten wissen - freilich ohne Vorschläge für Einsparungen in gleicher Höhe zu machen. Die Debatte droht zu verwischen. An der Vorgabe, dass jeder Vorschlag zur Diskussion steht, das Sparziel aber erreicht werden muss, muss die Landesregierung um jeden Preis festhalten. An dieser Vorgabe sind die Oppositionsparteien bisher kläglich gescheitert.
Leserkommentare
Solche Kommentare liebe ich besonders. Kommen Sie doch direkt aus der Staatskanzlei oder den Parteizentralen.
Und noch ein Thema zur Einsparung : Eine echte Einsparung wäre es, wenn die 25-30 Millionen aus Berlin direkt nach HL überwiesen werden.
Geht das Geld nach Kiel werden wieder Marinedenkmale usw. davon unterstützt. Oder Diäten erhöht oder oder.
Lieber Herr Kluth,
schön, dass es Menschen gibt, die sich ihre Wahrheit nach belieben hinbiegen, hauptsache es passt ins geistige Konzept. Ganau, Herr PHC und Jost de Jager haben alles richtig gemacht, wir müssen Ihnen dankbar sein. Haben sie doch nur für 6-7 Wochen die Uni Lübeck in eine Krise gestürzt, die schon in dieser kurzen Zeit mehr Schaden (z.B. fehlgeschlagene Bewerbungsverfahren, Abwandern von guten Kräten, viel, viel Arbeitszeit, die in sinnvollere Projekte hätte gesteckt werden können, etc...) angerichtet hat, als Sie vermutlich ermessen können. Selbst wenn Sie recht hätten, dass das alles so geplant gewesen ist, würde es sich um Erpressung und Instrumentalisierung einer ganzen Region handeln, die mit Demokratie nichts, mit Moral schon gar nichts und mit Anstand überhaupt gar nichts mehr zu tun hat.
Dafür möchte ich jedenfalls keine Cent an Steuern zahlen, und Wählen gehen, werden in Zukunft wohl noch weniger Menschen, denn Vertrauen ist nicht mehr möglich.
Aber schreiben Sie schön weiter nach dem Mund der Regierenden, wer weiss, in Barschelland nützt es Ihnen ja vielleicht ganz direkt...
Lieber Herr Kluth,
schön, dass es Menschen gibt, die sich ihre Wahrheit nach belieben hinbiegen, hauptsache es passt ins geistige Konzept. Ganau, Herr PHC und Jost de Jager haben alles richtig gemacht, wir müssen Ihnen dankbar sein. Haben sie doch nur für 6-7 Wochen die Uni Lübeck in eine Krise gestürzt, die schon in dieser kurzen Zeit mehr Schaden (z.B. fehlgeschlagene Bewerbungsverfahren, Abwandern von guten Kräten, viel, viel Arbeitszeit, die in sinnvollere Projekte hätte gesteckt werden können, etc...) angerichtet hat, als Sie vermutlich ermessen können. Selbst wenn Sie recht hätten, dass das alles so geplant gewesen ist, würde es sich um Erpressung und Instrumentalisierung einer ganzen Region handeln, die mit Demokratie nichts, mit Moral schon gar nichts und mit Anstand überhaupt gar nichts mehr zu tun hat.
Dafür möchte ich jedenfalls keine Cent an Steuern zahlen, und Wählen gehen, werden in Zukunft wohl noch weniger Menschen, denn Vertrauen ist nicht mehr möglich.
Aber schreiben Sie schön weiter nach dem Mund der Regierenden, wer weiss, in Barschelland nützt es Ihnen ja vielleicht ganz direkt...
das ist as einzige, was mir zu einem solch lächerlichen Kommentar auch wirklich nur noch einfällt. Wer sich Journalist nennt und das, was er dort schreibt, evtl auch noch wirklich glaubt, hat seinen Beruf auf ganzer Linie verfehlt und sollte sich schleunigst einen neuen Job suchen. Bei den großen Sympathien, die der Autor für JdJ und PHC entgegenbringt, bin ich mir sicher, dass die beiden auch noch einen Job für ihn haben.
Gekauft scheinen sie ihn allerdings für diese Zeilen schon zu haben. Für einen solch irrsinnigen und undifferenzierten Kommentar sollte man wirklich als Journalist seinen Hut nehmen müssen und sich in Grund und Boden schämen.
So eine dreiste Schönfärberei des Dilettantismus de Jagers und PHCs hat sich nicht mal der von Boetticher in seiner Pressemitteilung getraut. Wie können Sie (Herr Kluth) es wagen, zigtausende Leser und -innen für dumm zu verkaufen? Oder bin auch ich zu dumm und verstehe Ihre Satire nicht? Dann sollten Sie das Sender-Empfänger-Prinzip nochmals nachlesen - ich hoffe, dass Sie hierzu zukünftig sehr viel Zeit haben werden, wenn ihr Praktikum beim shz beendet ist. Im Namen vieler (aller?) Leser und- innen fordere ich Sie auf, sich von diesem, naja, wie nennen wir das denn, "Kommentar" zu distanzieren, kurz innezuhalten, sich zu entschuldigen und sich dann zügig arbeitssuchend zu melden.
daß viele zu glauben scheinen, Berlin habe das Geld wegen der Demonstranten und nicht nach Verhandlungen rausgerückt. Diese Politikferne, um nicht zu sagen komplette Ahnungslosigkeit, erklärt natürlich auch, warum unter diesen albernen Politiker-Zeugnissen im Schnitt 80% ein "Ungenügend" vergeben.
Erschütternd, wie Klein-Fritzchen sich Politik vorstellt. Daß es so schlimm ist hätte ich nicht für möglich gehalten.
Schön wie Sie die Politik erklären wollen.
Wir müssen aber zwei Dinge unterscheiden, auch wenn Ihnen das offensichtlich schwer fällt.
Die bisherigen Kommentare waren bezogen auf den Artikel/Kommentar. Hier ist eindeutig ein subjektiver Kommentar geschrieben worden, der weder Ihren Gedankengängen folgt noch den der anderen. Wer "hoch lebe diese Regierung egal was sie macht" schreibt darf sich über negative Kommentare nicht wundern.
Das Zweite ist Ihre Darstellung. Verhandlungen. o.k. Aber : warum wird das nicht während der Demonstrationen gesagt "es wird noch verhandelt".
Warum werden jetzt die Bafög-Sätze eingefroren zu Lasten von angeblichen "Elite Universitäten"? Wer entscheidet welche Uni Elite ist. Wissen Sie es? Ist es Bertelsmann mit seinem Beratungsunternehmen oder sind des die Eltern von Studenten, die genug Geld haben um Ihre Blagen zur Elite-Uni zu schicken.
Was mich stört ist das Marktschreiben von CDSU/FDP "Bildung, Bildung" und im gleichem Atemzug werden Unis geschlossen oder die Mittel gekürzt.
In Hessen dürfen die staatlichen UNIs 30 MIll. sparen und im gleichem Atemzug bekommt eine Privat UNI diese Summe neu als Zuschuß.
Wenn Sie sich Politik so vorstellen ist es ihre Sache. Meine ist es nicht.
Und eine Zeitung, die mal bis in die 80ziger Jahre als vierte Gewalt angesehen wurde, jetzt nur noch Hofberichterstattung macht können solche Kommentare nicht unkommentiert stehen blieben.
In diesem Sinne noch einen schönen Tag.
Wir kritisieren die Äußerungen von Michael Kluth in dem Kommentar "Kiel knickt ein? Nein, Kiel setzt sich durch" aufs Schärfste!
Noch nie haben wir einen so falschen, verlogenen, undurchdachten und schlecht recherchierten Kommentar gelesen wie den obigen von Michael Kluth!
Die Regierung hat die Auseinandersetzung um die Universität verloren und sollte dies eingestehen!
Zudem ist schon allein der Gedanke eine Haushaltssanierung mittels Schließung einer Universität voranzutreiben schändlich und entbehrt jeglicher Vernunft. Zurecht befürchtet Frau Ministerin Schavan Nachahmer und warnt vor ähnlichem Vorgehen in anderen Bundesländern. Allein das Vorbringen dieser Idee schürt große Zweifel an der Fähigkeit der Verantwortlichen in der Landesregierung zum langfristigen Denken und wirtschaftlichen Planen.
Des Weiteren bezweifeln wir ausdrücklich die langwierigen Anstrengungen der Landesregierung zum Erhalt der Universität Lübeck. Nur auf den massiven Druck von Seiten der Universität, der Studenten, des Bundes, der Wirtschaft und der Bevölkerung einer ganzen Region wurden Anstalten gemacht über die stupiden Pläne nachzudenken. Ersichtlich ist dies bereits aus dem zutiefst ablehnenden und respektlosen Verhalten der Verantwortlichen gegenüber den wochenlangen Protesten der Lübecker Studenten und ihren Unterstützern. Wäre die Landesregierung tatsächlich von Anfang an um einen Erhalt der Universität Lübeck bemüht gewesen, so hätte sie die Proteste zugunsten der Universität wohlwollend unterstützen und auf die Möglichkeit einer Rettung durch Berlin hinweisen müssen!!
Wir betrachten es als eine Unverschämtheit den Verdienst der Protestierenden nicht zu würdigen, die mit ihrem Einsatz für den Erhalt der Universität Lübeck gesorgt haben!
Anders als der Kommentator fordern wir bedingungslos den Rücktritt von Minister Jost de Jager!
Magdalena Heißschult und Joseph Klarenmayer
@Norbert Eggert
Ich will gar nichts erklären, habe aber noch nie folgendes Szenario beobachtet:
Demonstranten demonstrieren - Regierung schickt Geld
Sehr wohl aber: Regierung droht mit Kürzung/Schließung - Auf einmal gibt es Engagement und neue Wege tun sich auf.
Die Landesregierung hat hier natürlich doppelt gewonnen, denn ihr Ziel war es ja nicht, die Uni zu schließen, sondern das Geld zu sparen. Das ist nicht nur gelungen, sondern die Uni kann auch erhalten werden. Daß Schleswig-Holstein nicht im teuersten Studiengang überhaupt über seinen Bedarf ausbilden sollte, solange das Geld nicht einfach übrig ist - sollte doch wohl noch dem schlichtesten Gemüt einleuchten.
Was den Autor des Artikels angeht, ist Michal Kluth mir bisher nicht gerade als Fanboy der Regierung aufgefallen. Der Artikel selbst ist überschrieben mit "Kommentar", das ist völlig korrekt so.
Die weitergehende Förderung der besten 10% der Stipendidaten (nicht Elite-Universitäten!) durch Büchergeld halte ich auch für falsch. Geld, das völlig wirkungslos verpuffen wird, aber so ist es leider, ohne Kompromisse geht es nicht. Und auch wenns jetzt wieder keiner gewesen sein will, der ein oder andere wird die FDP wohl gewählt haben, nicht wahr?
(Wenn Sie daran interessiert sind, mehr über Elite-Unis zu erfahren, empfehle ich diesen Link zum Einstieg in das Thema. Ihre uninformierte Unterstellung, da würde irgendwas in Hinterzimmern gekungelt, finde ich scheiße.)
@Joseph Klarenmeyer
Kommen Sie mal runter von Ihrem hohen Roß. Ok, Sie sind demonstrieren gegangen. Ich finde, es ist nicht nur Ihr Recht, sondern sogar Ihre Pflicht sich einzumischen. Machen Sie weiter so! Aber ein Bundesverdienstkreuz für bürgerschftliches Engagement haben Sie damit noch nicht verdent. Trotz der bebenden - und irgendwie lächerlich wirkenden - Empörung.
Wenn Sie noch mehr erreichen wollen, werden Sie doch einfach Politiker, Sie sehen ja, das lohnt sich allein der öffentlichen Anerkennung wegen!
Noch besser als den eigentlichen Kommentar von Herrn Kluth finde ich fast noch die Kommentare von Frau Wiegard, welche noch witzger werden, wenn man sich vergegenwärtigt, wer Frau Wiedard ist. Oder wie ist die Namensgleichheit mit der Tochter des Finansministers von Schleswig Holstein zu erklären - Zufall? ;)
@ Sandra Wiegard: Natürlich glaubt hier niemand, dass Frau Schavan infolge der Demonstrationen "Geld rausgerückt" hätte (was Sie da machen, bezeichnet man in der Erkenntnistheorie als "Strohmannproblem"). Dass Sie aber den Deal als Erfolg ihres Parteifreundes JdJ zu verkaufen trachten, wirft zumindest 2 Probleme auf: Kollateralschäden in HL (z.B. Weggang Leibnitz-Preisträger Born) und Schädigung des Wissenschaftsstandortes S-H insges. (vgl. den Beitrag in "Nature", der bedeutendsten wissenschaftl. Publikation ) wurden offenkundig wohlwollend in Kauf genommen, und es stellt sich die Frage, ob nicht die FDP/CDU-Abgeordneten, welche ihre Zustimmung öffentlich versagten, einen größeren Einfluß auf das Geschehen genommen haben. Und hierbei war sicherlich der Protest hilfreich. Dass Schwarz-Gelb nicht in der Lage war, dieses Sparpacket durchzubringen, liegt auf der Hand. Dass Schwarz-Gelb bei Neuwahlen keine einfache Mehrheit mehr zustande bekäme, ist wohl aktuell ebenfalls klar. Es handelt sich also auch um die Rettung einer CDU/FDP Landesregierung. So funktioniert Politik auch. Ach ja, Elite-Unis: JDJ untersagte HL die Bewerbung und begründete dies damit auf der Personalversammlung in HL, dass S-H ja "schwerlich gleich zwei Elite-Unis bekommen könne" (Nach dieser Logik sollten sich bewerber künftig immer nur zeitgleich um eine Stelle bewerben, da man ja eh nicht 2 ganze Stellen besetzen kann...).
Ach ja, zum Kommentar: der Tenor hätte gut zum Neuen Deutschland der 80er jahre gepasst (von wg. geschmeidiger Umgang mit der Wirklichkeit". Beim zweiten Lesen kann ich dem Ganzen eine gewisse Komik nicht versagen.
Hier der Link, den ich Herrn Eggert versproche hatte:
de.wikipedia.org/wiki/Exzellenzinitiative
Die Zigtausend seit Wochen engagierten Bürgerinnen und Bürger in Lübeck und der Region sehen das falsch und Frau Wiegard richtig : Hahahahaha......
Ich habe nie behauptet, daß Demonstranten das falsch sehen und Protest ist immer hilfreich. Aber ich finde wie der Autor dieses Artikels eben nicht, daß Kiel einknickt, denn das Ziel war nicht, eine Uni zu schließen, sondern das Geld einzusparen. Wenn das auf anderem Wege erreicht werden kann - umso besser. Das ist doch die Frage, um die es hier geht.
Wenn Sie da eine andere Haltung vertreten, bitte sehr, aber deshalb gleich den Kopf des Kommentators zu fordern ist ja nun wirklich sowas von daneben.
Ich habe nicht das gleiche Parteibuch wie Jost de Jager, entsprechend verkaufe ich nichts. Was für ein simples Weltbild muß man haben, um von meinem Nachnamen diesen Schluß zu ziehen?
Hat Schavan nicht erst vor ein paar Wochen gesagt, da kann der Bund nichts machen? Das würde ja bedeuten, dass sechs Monate ergebnislos verhandelt wurde.
Hätte es hingegen schon weitergehende Verhandlungegen gegeben, hätte Sie keinen so ausschließenden Kommentar abgegeben (eher: keinen).
Es ist doch klar was ablief:
Dezember: Brauchen aber Geld für Bildung als Ausgleich zum Wachstumsbeschleunigungsgesetz.
[Funkstille]
Juni: OHOHOH. Wir brauchen wirklich Geld für Bildung.
Und: Für die infinitesimale Wahrscheinlichkeit, dass es wirklich geplant war: Wie kann man nur so hirnlos sein. PHC/de Jager haben damit nicht nur der Uni Lübeck, sondern ganz S-H geschadet - nun verrufen als Bauernstaat, der ohne skrupel und ohne nachzudenken* eine Uni schließen wollte.
* "Konsequenzen der Schließung des Medizinstudiengangs bedacht - Pffft. Nö?" (frei nach de Jager)
Ich denke, man muss in dieser Diskussion klar trennen, dass die Landesregierung in erster Linie Geld sparen und dafür die Uni schließen wollte und die Vermutung, dass die Uni zu gemacht werden sollte, weil sie Kiel ein Dorn im Auge ist, wie auch immer.
Sicherlich ist die Regierung in ihrem offenkundigen Vorhaben, die Medizin in Lübeck zu schließen, um Geld zu sparen, nicht eingeknickt. Sie haben ihr Sparziel erreicht und die Uni bleibt erhalten. Man muss sagen, dass Carstensen und Co. erreicht haben, was sie wollten. Ob sie jetzt gescheitert sind, weil es ihnen eigentlich doch primär um die Schließung ging und weniger um das Geld, sei einmal dahingestellt, denn das wäre schon eine bösartige Unterstellung, die ich jetzt in keiner Richtung werten möchte.
Aber allein als Sieg zu postulieren, dass man den Bund, also sein eigenes Land, quasi um über 20 Millionen erleichtert hat, indem man drohte, eine der besten Medizin-Unis Deutschlands zu schließen, finde ich schon arg bedenklich, was die politischen Strukturen hier angeht. Wo soll das denn hinführen, wenn es wirklich die von Ministerin Schavan befürchteten Nachahmer gibt? Dann zahlt der Bund bald indirekt für alle Unis, weil es die Länder so günstiger kommt? Meiner Meinung nach wird auf diese Weise Politik gegen das eigene Land betrieben (man könnte es fast egoistisch nennen) und ich frage mich ernsthaft, wo das hinführen KÖNNTE, falls das Beispiel noch größere Kreise in andere Bereiche zieht.
Das Argument, dass die Anzahl der teuren Medizinplätze in SH überdurchschnittlich ist, ist zwar durchaus nachvollziehbar, man sollte allerdings dabei auch sehen, wie die anderen Studienrichtung hier repräsentiert sind, nämlich großteils unterdurchschnittlich. Eine Schließung der Uni käme damit also zusätzlich einer erheblichen Strukturschwächung gleich.
Ich persönlich teile auch nicht die Meinung des Kommentars, werde mich da jetzt aber nicht weiter drüber auslassen. Was mich etwas stutzig macht ist ihre Aussage
"denn das Ziel war nicht, eine Uni zu schließen, sondern das Geld einzusparen."
Was wäre gewesen, wenn das nötige Geld nicht hätte aufgebracht werden können? Der Plan bestand, die Medizin aus Lübeck abzuziehen und somit letztlich die Uni auf lange Sicht hin zu schließen. Dieses wäre doch auch durchgeführt worden, wenn keine Ersatzfinanzierung aufgekommen wäre. Dementsprechend denke ich schon, dass man von der Absicht reden kann, die Uni zu schließen, da diese Möglichkeit in der Planung durchaus in Kauf genommen wurde.
Und das der Bund jetzt zu halblegalen Mitteln greift, um die Finanzierung doch zu sichern, ist für mich zumindest ein Indiz, dass andere für die Landesregierung akzeptable Finanzierungskonzepte nicht geboten wurden.
Was macht sie daran stutzig? Hätte das Geld nicht aufgebracht werden können, dann wäre der Weg zum Ziel eben die Schließung gewesen.
Man kann das falsch finden - vor allem als Lübecker - aber so sieht es aus. Und einen gleichwertigen Sparvorschlag werden wir in dieser Runde wohl kaum mehr erarbeiten.
Liebe Frau Wiegard,
da Sie ja scheinbar ganz besonders viel von Politik verstehen, oder zumindest deutlich mehr als "klein Fritzchen", der sich eher als Straßenmob versucht, wundere ich mich schon etwas, dass bei Ihnen scheinbar gar nicht angekommen ist, dass die Schließung der Medizin in Lübeck keinen Cent gespart hätte (Meinung des Landesrechnungshofes, der Wirtschaft in und um Lübeck und reichlich mehr kluge Leute - im Gegensatz zum sog. Wirtschaftsminister). Was auch immer an den verschiedenen kursierenden Verschwörungstherorien so dran ist ("war alles so geplant, damit Geld ins Ländle kommmt!), ist es eine Verkehrung der Tatsachen, dass sich die Brandstifter jetzt als Feuerlöscher feiern lassen.
Ich bin mir aber sicher, "klein Fritzchen" wird nicht ganz so dumm sein, wie Sie uns einreden wollen: Viele Lübecker werden bereit sein, rechtzeitig zur Erinnerung vor den Wahllokalen ihre gelben T-Shirs auszupacken, um daran zu erinnern, wer die Totengräber des Landes sind.
Viel Spass noch beim Crash-Kurs Politologie am Freitag Abend,
wünscht Ihnen Ihr MN
@Sandra Wiegard
"Die Landesregierung hat hier natürlich doppelt gewonnen, denn ihr Ziel war es ja nicht, die Uni zu schließen, sondern das Geld zu sparen."
Warum wurde dann für das vom Präsidium der Universität geforderte Sparkonzept verlangt, dass es auf keinen Fall zu lasten Dritter gehen dürfe? Klar war von Beginn an - das Geld soll AN DER UNI LÜBECK gespart werden. Ich kann Ihr Statement dahingehend also überhaupt nicht nachvollziehen.
Warum wurde zusätzlich direkt die Sparidee Lübecks abgelehnt, die in Kiel und in Lübeck Studienplätze reduzieren würde (schließlich war das Argument, es gäbe überproportional viele Medizinstudienplätze), ohne dass eine gesamte Uni eingespart wird?
Das Argument des Herrn Fouquet, mit 160 Medizinstudierenden pro Semester wäre keine Exzellenz mehr möglich, zieht nicht. Dies ist schließlich seit Jahren so in den Zielvereinbarungen von Fouquet unterschrieben - und zwar ohne diese Anmerkung!
"Daß Schleswig-Holstein nicht im teuersten Studiengang überhaupt über seinen Bedarf ausbilden sollte, solange das Geld nicht einfach übrig ist - sollte doch wohl noch dem schlichtesten Gemüt einleuchten."
Stimmt, aber warum nochmal muss dann ausschließlich in Lübeck gespart werden? Es wurde häufig dargelegt, dass zahlreiche Firmen, die sich in Lübeck wegen der Medizin angesiedelt haben, abwandern werden. Andere werden gar nicht erst kommen. Die wirtschaftlichen Verluste übersteigen schon nach wenigen Jahren die Einsparsumme. Dass die Rechnung der Landesregierung nicht aufgeht, sagt ja selbst der Landesrechnungshof. Die wirtschaftlichen Folgen bei einer Reduzierung an beiden Standorten - die dann auch noch den Empfehlungen der Erichsenkommission entsprechen - sind da nicht so offensichtlich. Ich hab jedenfalls noch keine vergleichbaren zum Konzept der Landesregierung gefunden.
Gruß,
Susan
"Und einen gleichwertigen Sparvorschlag werden wir in dieser Runde wohl kaum mehr erarbeiten."
Was genau bedeutet denn hier gleichwertig? Summa summarum ist in meinen Augen schon etwas gleichwertig, dessen Differenz zwischen direkter Einsparsumme und wirtschaftlichen Verluste bei 0 landet. Und dann können wir also einfach mal Lübeck in Ruhe lassen.
Um nochmal auf den Ursprungskommentar zu kommen:
"Ministerpräsident Peter Harry Carstensen und Wissenschaftsminister Jost de Jager haben in harten und geschickten Verhandlungen mit Berlin erreicht, dass der Bund in einem Maße einspringt, wie es das in der Geschichte des Landes noch nicht gegeben hat"
Wenn dies von vornherein das Ziel war, dann empfinde ich das als Erpressung des Bundes. Entweder das Geld wird zur Verfügung gestellt oder die Universität wird platt gemacht. Ich nenne es auch gern Geiselnahme.
moin
OH MY FUCKING GOD!
dieser "kommentar" könnte direkt aus dem Wissenschaftsministerium kommen.. Er passt hervorragend zu dem Kommentar der CDU Landtagsfraktion.
beim lesen dieses ist es mir hochgekommen..
De Jager ließ mehrfach verlauten "das Sparkonzept ist Alternativlos"!
und jetzt versucht man uns einfachen Bürgern dieses schönen Landes weiß zumachen, dass bereits seit langem mit dem Bund wegen der finanzierung verhandelt würde?
wobei die Leibnitz gemeinschaft nichts davon wusste und das auch so nicht mit sich machen lässt
(siehe Statement des Leibnitz Präsidenten tinyurl.com/2vqwn73 )..
ich mit meinem klein-fritzchen-Hirn denke vielmehr, das durch die nicht mehr Existente Mehrheit im Landtag, (FTD tinyurl.com/36zb8sz ) (WELT tinyurl.com/3yooeag ) bei einer Abstimmung im Dezember, die Regierung am Ende gewesen wäre, die CDU wäre die längste Zeit Regierungspartei gewesen, mal wieder..
Was jetzt passiert ist klar, hier versuchen einige scheinheilige LÜGNER ihren Kopf aus der schlinge zuziehen und posieren sich als sieger..
es tut mir Leid Herr de Jager-versager, aber diesen namen werden sie nicht wieder los!
und wenn es die einzige konsequenz ihrer MORD drohungen an die Region Lübeck ist,
WIR FORDEREN IHREN RÜCKTRITT!
und nehmen sie ihren verlogenen Busenfreund Fouquet gleich mit. Seine Studetnen schämen sich für ihn, nicht zuletzt wegen (http://tinyurl.com/342f35s) dieser Email..
SHAME ON YOU!
HansL
Dieser Kommentar ist aberwitzig und trieft von parteipolitischer Schönfärberei! "Ausbildung in der Journalistenschule Axel Springer".. alles klar, Herr Kluth. Was sie dort schreiben, glauben Sie doch wohl selbst nicht? Was wir erlebt haben, ist undemokratischer, verbrecherischer Kieler Klüngel in Reinform. Die Legendenbildung, die wir jetzt erleben, ist absolut indiskutabel. Und selbst wenn (mal angenommen) das ganze ein Pokerspiel der Landesregierung war, ist dieses derart moralisch verwerflich, dass man darauf nicht stolz sein sollte.. Zu pokern, mit dem Einsatz der Zukunft einer gesamten Region und der Menschen, die dort leben, ist schändlich! Zudem gleicht es einer Geiselnahme. Das wären verbrecherische, erpresserische Methoden. Und wenn schwarz-gelb in S-H nun sagt: Dazu waren wir gezwungen, die Föderalismusreform ist schuld, dann frage ich mich, warum niemand in dieser Regierung sich für eine REFORM DER REFORM einsetzt!
Alles in allem sehen wir hier den erbärmlichen Versuch, politisches Totalversagen und Brandstiftertum im Nachhinein als den großen Coup aussehen zu lassen. Doch machen Sie sich keine Illusionen, Herr Kluth! Niemand wird diesen Blödsinn für voll nehmen, bei der nächsten Wahl fliegt diese Koalition krachend aus der Regierung! de Jager als Nachfolger für Carstensen auszustellen? SO dumm kann die CDU nicht sein. Dieser Mann hat sich für alle Ewigkeiten für verantwortungsvolle politische Ämter disqualifiziert!
Ich gebe ihnen recht: Es war meine Pflicht gegen diese undurchdachten und kontraproduktiven Sparpläne demonstrieren zu gehen. Diese Pflicht habe ich erfüllt, obwohl ich mir weiß-Gott schönere Freizeitaktivitäten vorstellen kann als friedlich auf konzeptionelle Misstände hinzuweisen nur um daraufhin in einigen Zeitungen als finanzpolitischer Ignoramus und uneinsichtiger Stöhrer dargestellt zu werden. Wenn ich Ihre Kommentare richtig deute, sind Sie dieser Pflicht hingegen nicht nachgekommen.
Genau das aber, mit persönlichem Einsatz zum Wohle der jetzigen und zukünftigen Scheswig-Holsteinschen Bevölkerung zu handeln, habe ich aber bei den verantwortlichen Politikern in den vergangenen Wochen nicht erkennen können. Die Verteidigung und Lobhuddelei zu gunsten des Wissenschaftsministers klingen daher in meinen Ohren nur wie blanker Hohn.
Ich möchte es nicht versäumen, Herrn Kluth für diese unglaublich gelungene Satire zu danken. Hätte ich gar nicht erwartet! Donnerwetter!!!
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Wer hat denn diesen Kommentar verbrochen ? Natürlich ist es allein der Verdienst der Lübecker Demontrationen, dass es soweit gekommen ist. Nur dadurch wurde das Bundesbildungsministerium auf das Problem aufmerksam, nur dadurch hat die Landesregierunjg angefangen, nachzudenken. Wenn tatsächlich schon lange verhandelt wurde, hätte man das auch gleich sagen können und die Uni von der Sparliste streichen können. Nein, wenn es die Proteste nicht gegeben hätte, wäre die Uni geschlosssen worden, da bin ich mir sicher.
So ist die Regierung natürlich fein raus, ereicht sie doch ihr Sparziel ohne hier in der Lübecker Region alles zu verspielen, und kann sich als Siger hinstellen.
Doch die nächsten Wahlen werden zeigen, ob das Volk so leicht vergißt.