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Wahlkampfplakate
Jost de Jager darf keinen grauen Schal tragen
Farbenfroh: Das Wahlkampfplakat des CDU-Spitzenkandidaten existiert mit vielen Hintergründen: in Rot, in Blau, in Grün, in Orange und in Violett. Der Schal von Jost de Jager ist dabei jedoch stets derselbe - und immer in Grün. Foto: sh:z
Kiel. Ein politisches Signal an die Grünen? Ein Marketingtrick, um aus Jost de Jager einen dynamischen CDU-Spitzenkandidaten zu machen? Oder einfach nur ein Zugeständnis an die Farbenfreude des Werbeagenten? Der grüne Schal, den CDU Spitzenkandidat Jost de Jager auf den 300 großflächigen Wahlplakaten trägt, die die Union ab Samstag im ganzen Land aufhängen lässt, löste am Donnerstag Rätsel raten aus. Denn "in echt" ist der Schal mausgrau - wie andere Fotos belegen und wie auch die CDU-Landesgeschäftsstelle auf Nachfrage sh:z einräumen musste.
Die wundersame Farbwandlung, erzeugt per Mausklick am Computer, sei keine politische Botschaft an den möglichen grünen Koalitionspartner, versicherte der Generalsekretär der Nord-CDU, Daniel Günther, bei der Präsentation der Wahlkampagne beflissen. Er verwies auf andere Plakate der Union: "Ein schwarzer Spitzenkandidat vor grünem Hintergrund macht sich einfach gut". Grün sei nämlich "eine klasse Farbe". Schließlich setze man im Wahlkampf auf Frische, pflichtete ihm der Chef der angeheuerten Werbeagentur bei.
"Wenn fünf Prozent Abstand ausreichen, bin ich zufrieden"
Im Mittelpunkt der knapp 900.000 Euro teuren Kampagne stehe Jost de Jager, der das Wahlkampfmotto der Union "Klare Kante Zukunft" in Person verkörpere. Profilieren wolle man sich jedoch auch mit Themen wie Infrastruktur, Haushalt, Bildung, Energie und Arbeitsplätzen. Ziel sei es, die mit Abstand stärkste Partei zu werden, "so dass eine seriöse Zweier-Regierungsbildung gegen uns nicht möglich ist", betonte Günther. Eine konkrete Prozentzahl wollte er nicht nennen. Nur soviel: "Wenn fünf Prozent Abstand ausreichen, bin ich zufrieden."
Prominente Wahlkampf-Unterstützung erhält de Jager von Bundeskanzlerin Angela Merkel, die an vier Tagen zu sechs Terminen in den Norden kommt - "so häufig wie noch nie im Wahlkampf", wie der Landesgeschäftsführer versicherte. Die Nord-CDU wolle "von Merkels hohen Sympathiewerten profitieren". Die Kanzlerin werde "bewusst ein Stück mehr im Hamburger Umland" eingesetzt, sagte Günther. Ziel sei es, im Wahlkampf de Jagers Bekanntheit "nahe an 100 Prozent zu bringen".
Inhaltlich will sich die CDU von den anderen Parteien abgrenzen. Fundamentaler Unterschied zur SPD, die an diesem Wochenende mit Spitzenmann Torsten Albig ihr Regierungsprogramm verabschiedet, sei die Haushaltskonsolidierung. Bei den Grünen ist es laut Günther die Infrastruktur. Knackpunkte sind hier die Elbvertiefung, der Weiterbau der A20 und die feste Fehmarnbeltquerung - Verkehrsinvestitionen, die die CDU anders als die Grünen für wichtig hält. Auch der bisherige Koalitionspartner FDP gilt als Konkurrent, zumal sich die Liberalen zuletzt bei der Dodenhof-Erweiterung in Kaltenkirchen und der Lehrerstellenkürzung deutlich von der CDU abgesetzt haben.
Leserkommentare
na vielleicht wäre er lieber bei den Grünen, traut sich nur noch nicht sich zu "outen" ... :-)
Aha, bald ist Wahl. Die Politiker zeigen sich wieder, fordern das was sie zuvor nicht gemacht haben als sie es machen könnten.
Na ja, es gibt ja dieses Mal die Piraten.
Ich finde das ist schon ziemlich dreist so einen billigen Aufhänger zur Nutzung von "Schleichwerbung" zu nehmen. Das hat mit Berichterstattung wenig zu tun, wenn man den Artikel liest gehts vordringlich um die Termine und die Unterstützung aus Berlin für den Kandidaten de Jager. Das ist schade denn es zeigt, wie mir vielerorts von Freunden und Kollegen bestätigt wird, die Nähe des Verlages zum Konservativen Lager. Ich möchte Berichte aus der Gesellschaft und der Region ohne Parteibrille bitte.
Haben Sie richtig beobachtet. Aber es wird keine überparteiliche Berichterstattung geben, warum denn nach all den Jahren jetzt nicht?
Sie wissen vielleicht auch, daß in dem Verlag auch das Bauernblatt erscheint, machen Sie sich keine falschen Hoffnungen - wählen Sie einfach diesmal wie ich die Piraten, da kann man nichts falsch machen.
Es gibt doch genug Wahlmöglichkeiten. Ich denke Ihr Favorit hat aktuell beste Möglichkeiten Erfahrungen in Berlin zu sammeln. Diese werden dann bei der gegebenen Transparenz weitergereicht. Nach meinem Empfinden sollte man aber noch ein paar Jahre abwarten, um nicht überall Baustellen zur Selbstfindung zu installieren. Für Protest eignet sich z.B. der SSW, da die Stimme garantiert gewertet wird und diese Partei die Gangart, Verfahrensweisen und Regeln im Landtag sehr gut kennt. Das ist gut für Oppositionsarbeit. Bei all den Problemen, die Schleswig-Holstein hat, wären mir Politikprofis aktuell lieber.
Jost de Jager kommt doch gerade von der Farb- und Stilberatung ! Blasse Menschen brauchen ein paar Farbtupfer, damit man sie wahrnimmt. Wo ist das Problem?
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Was für ein schickes Plakat. Sein Grundsatz ist die beste Bildung für unsere Kinder? Das muss aber wohl ein Werbegag sein, denn irgendwie ist es doch so, dass die CDU gerade regiert und gleichzeitig in Bildungsbereich nichts tut!
Genial daneben. Auch der Schal unterstreicht die Wendehalspolitik, die wohl verdeckt werden soll. Kompetenz kann man mit Bildern suggerieren, nicht aber belegen.