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Nordsee College Sylt
Internat in bester Lage
Traumhafte Lage: Im Ortszentrum von List, der nördlichsten Gemeinde Deutschlands, befindet sich die ehemalige Marineversorgungsschule. Foto: sh:z
Konkurrenz für Louisenlund, St. Peter-Ording und Schloss Rohlstorf: Zum Schuljahr 2012/2013 soll im Land ein weiteres Internat den Lehrbetrieb aufnehmen. Die Pläne für das "Nordsee College Sylt" sind ehrgeizig. 130 Schüler der unteren und mittleren Gymnasialstufe werden im September 2012 den Anfang machen, nach sieben Jahren wird die Zahl der Schüler auf 530 und die Zahl der Lehrer auf 75 geklettert sein.
So sehen es zumindest die Pläne des Hamburger Unternehmers Philipp Graf von Hardenberg vor. Mit der Idee geht der Hamburger schon seit vier Jahren Klinkenputzen. Als die Bundeswehr sich 2007 von der Insel der Schönen und der Reichen zurückzog, nahm Hardenberg Kontakt mit dem Kommandeur und dem Lister Bürgermeister auf. Im Gemeinderat fanden seine Internatspläne schnell Zustimmung. Dennoch beginnen die Umbauarbeiten erst jetzt, nachdem alle Hürden genommen sind.
"Wir müssen unsere Kinder zu lebenslangem Lernen begeistern"
Vor allem die Kaufverhandlungen für das 17,5 Hektar große Areal zogen sich in die Länge. Für günstige 2,2 Millionen Euro wechselte das Gelände schließlich am Gründonnerstag letzten Jahres den Eigentümer - vom Bund hin zu einer Grundbesitzgesellschaft, in der Hardenbergs Ehefrau Anteile hält.
Vergangene Woche haben die Kommunalpolitiker ihr Okay gegeben, nun wartet Hardenberg noch auf die Zustimmung der Landesplanung. "Und dann läuft der Countdown", freut sich der 53-Jährige, es geht endlich los". Hardenbergs Begeisterung ist spürbar, die Internatsidee boxt er mit Leib und Seele durch. Und wer ihn auf die pädagogischen Ziele anspricht, dem sprudelt es entgegen: "Wir müssen unsere Kinder zu lebenslangem Lernen begeistern. Und dazu brauchen sie möglichst viele Erfolgserlebnisse." Verhelfen sollen den Schülern dazu insgesamt 75 Lern-Coaches, Aktiv-Coaches und Assistenten - keine Lehrer im klassischen Sinn, sondern Trainer, die ihre Zöglinge individuell fördern. Ein Konzept, für das sich Hardenberg das Schweizer Institut Beatenberg ins Boot geholt hat.
"Die Schulzeit hat mir irre viel Spaß gemacht"
Einzelförderung, jeden Tag zwei Stunden Sport, ausgewogene Ernährung, geräumige Zimmer - ein Paket, für das der Collegegründer den Eltern (oder bei Stipendien den Stiftungen) monatlich zwischen 2300 und 2600 Euro in Rechnung stellen will. Und für das ihn dennoch, nach eigenem Bekunden, täglich im Durchschnitt drei konkrete Anfragen von interessierten Eltern erreichen. Mit Schulkosten in dieser Höhe erreicht das Sylter Internat das Preisniveau von Louisenlund - ein Internat, das Hardenberg kennt wie seine Westentasche. Mit 15 besuchte er für drei Schuljahre das Schloss an der Schlei, und bis vor vier Jahren war er dessen Vorstandsvorsitzender.
"Die Schulzeit hat mir irre viel Spaß gemacht", erinnert sich Hardenberg, der damals auch zwei Jahre lang das Amt des Schülerpräsidenten inne hatte. Noch heute sei er mit vielen Mitschülern befreundet. Allerdings werde es in seinem Internat nicht "so lasch" zugehen wie im Louisenlund der 70er Jahre. "Kiffende Schüler fliegen raus - auch wenn sie direkt vor dem Abitur stehen."
(dpa, shz)
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