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Abschaffung der Führerscheinpflicht

Freie Fahrt für Sportboot-Kapitäne

07. Februar 2012 | 06:44 Uhr | Von Henning Baethge

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer will "schnellstmöglich" die Führerscheinpflicht für viele Sportboote aufheben. Foto: dpa

Die schwarz-gelbe Koalition in Berlin hat die Abschaffung der Führerscheinpflicht für viele Sportboote beschlossen. Künftig wird für Boote mit einer Motorleistung von bis zu 15 PS keine Lizenz mehr nötig sein.

Berlin / Kiel. Bisher lag die Grenze bei 5 PS. Auch soll es bald in einigen Ostseerevieren erlaubt sein, noch größere, bis zu 15 Meter lange Schiffe nach gründlicher Unterweisung ohne Führerschein zu chartern und zu fahren - jedenfalls dann, wenn man sich in einer Flottille bewegt, auf deren erstem Schiff ein ausgebildeter Bootsführer an Bord ist.

Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) will die Änderungen jetzt "schnellstmöglich" in die Wege leiten, sagte am Montag sein Sprecher dem sh:z "Wir werden die Reformen komplett umsetzen - wenn es geht, schon bis zu Beginn der Bootssaison, spätestens aber bis Jahresende." Ganz freiwillig macht Ramsauer das nicht: Die Reform kommt auf Druck des Bundestags zustande, der sie in der letzten Sitzungswoche mit der Mehrheit von Union und FDP beschlossen hat. Ramsauer war bisher skeptisch, muss nun aber eine entsprechende Verordnung erlassen. Neben dem Wegfall der Führerscheinpflicht für kleinere Boote sind auch praxisnähere Lizenzprüfungen für die größeren vorgesehen.

"Gerade die Fahrzeuggruppe bis 15 PS ist oft an Zwischenfällen beteiligt"

Das Reformpaket soll "die Attraktivität des Wassersporttourismus steigern", begründet der Bremer FDP-Schifffahrtsexperte Torsten Staffeldt das Bundestagsvotum. Bisher habe Deutschland in Europa "die mit Abstand strengsten Führerscheinvorschriften". Nun entfällt für viele Einsteigerboote die Lizenzpflicht. "Für eine positive Entwicklung der Sportbootschifffahrt ist es nötig, dass Interessierte den Sport innerhalb eines führerscheinfreien Bereichs zunächst ausprobieren können", freut sich Jürgen Tracht, Chef des Bundesverbands Wassersportwirtschaft über die Lockerungen.

Es gibt aber auch kritische Stimmen. Der Deutsche Segler-Verband (DSV) befürchtet höhere Unfallgefahren: "Gerade die Fahrzeuggruppe bis 15 PS ist oft an Zwischenfällen beteiligt", gibt DSV-Chef Gerhard Philipp Süß zu bedenken. Da sei es falsch, auf den Führerschein zu verzichten. Die Opposition sieht es ähnlich: "Mehr unausgebildete Bootsführer und höhere Geschwindigkeiten durch stärkere Motoren bedeuten mehr Gefährdung für nicht motorisierte Wassersportler wie Paddler, Kanuten, Ruderer und Segler", warnt SPD-Tourismus experte Hans-Joachim Hacker.

Schleswig-Holsteins Verkehrs- und Wirtschaftsminister Jost de Jager (CDU) begrüßt die Pläne des Bundes prinzipiell: "Die Änderung ist unter touristischen Gründen durchaus zu unterstützen." Allerdings rät auch er, die Sicherheit nicht aus den Augen zu verlieren - besonders auf der Ostsee. "Die neuen Regelungen", sagt er daher, "sollten nur in Binnengewässern und in küstennahen Gewässern gelten. Es heißt nicht umsonst die Ostsee - und nicht der Ostsee."


 

Leserkommentare

 
ERNST SCHLIEMANN 07.02.2012 09:30
Führerscheinpflicht ab 15 PS

Als Leiter einer Yachtschule kann ich grundsätzlich dieser Neureglung zustimmen, wenn ich betrachte, was ich bisher für den Sportbootführeschein See unterrichten musste. Der Theorieunterricht enthält 50 % praxisfernes Wissen, dagegen wird der zukünftige Schiffsführer ohne ausreichende Kenntnisse in Navigation und ohne jegliche Kenntnisse in Gezeiten- und Wetterkunde auf das Meer entlassen. Wissen oder praktsiche Kenntnisse bei Verhalten in Notfällen wie Unfälle an Bord, Seekrankheit, Ausfall der Maschine, bei Wassereinbruch oder in schwerem Sturm werden überhaupt nicht gefordert. Sportbootführerscheine See können im Binnenland mit einer Praxisprüfung Kreisfahren auf ruhigem Kanalgewässer abgelegt werden, ohne jemals die Küste auch nur gesehen zu haben. Da kommt es auf die Motorengröße 5 oder 15 Ps wahrlich nicht mehr an. Eigentlich hat der Gesetzgeber nunmehr den "schwarzen Peter" den Yachtschulen und Charterbetreiben in die Hand gedrückt, denn der Begriff " gründliche Unterweisung " vor Übergabe eines Yacht ist sehr dehnbar - wird sich aber im Schadensfall immer gegen den Skipper und den Vercharterer wenden. Problematisch könnte es nur werden, wenn die Bootsindustrie nunmehr die neuen Regelungen so umsetzt, größere Yachten und Motorboote mit zu schwachen Maschinen auszurüsten, um diese "führerscheinfrei" anbieten zu können. Die Schiffsführer, welche dann ohne jegliche Sachkenntnis mit derartigen Booten in gefährliche Situationen gelangen, werden dann - oftmals zu spät - feststellen müssen, auf was sie sich hier eingelassen haben.
An meinen Sationen haben wir schon im Vorgriff Skipperkurse eingeführt, welche sich hauptsächlich auf die Praxis beziehen und in Skipperpässen dokumentiert werden. Yachtenoder auch nur Jollen kann man bei uns nur segeln, nachdem in einer Einführungsstunde ausreichendes Wissen nachgewiesen wurde - ganz gleich, ob ein Sportbootführerschein schon vorhanden ist oder nicht.

HANS JOSEF PETERSEN 07.02.2012 10:13
Regulung wie in Norwegen?

Man sollte die Norwegische Regelung nehmen:
Neue Führerscheinregeln in Norwegen ab 01.05.2010.

Entgegen den ürsprünglichen Planungen und Gesetzesentwürfe hat die norwegische Regierung jetzt endgültig eine neue kulantere Regelung als Gesetz verabschiedet !

Ab 01.05.2010 benötigen alle Personen die ein Boot mit einer Motorisierung über 25 PS und/oder grösser als 8 Meter steuern einen Bootsführerschein.
Allerdings nur Personen die nach dem 01.01.1980 geboren sind !!! Wer also über 29 Jahre alt ist, benötigen keinen Führerschein.

SCHLESWIG HOLSTEINER 07.02.2012 10:37
@ Regelung wie in Norwegen?

Was ist denn an einer ans Alter gebundenen Regelung bitte fair? Ich kenne Leute, die deutlicher älter aber trotzdem deutlich unreifer sind. Und jemand, der vor 1980 geboren ist weiß auch nicht mehr über Nautik, Naviagtion und Boote.

ALBERT ANSTAND 07.02.2012 10:39
Lobbyistenpolitik

Schwarz-Gelbe Mißwirtschaft auch hier: Noch mehr Lärm auf den Gewässern, noch mehr Störung der Schutzgebiete, noch dümmere Leute am Steuer, noch mehr Unfälle, noch mehr Gewässerverschnmutzung.

PETER GOTTWALD 07.02.2012 11:32
das ist klasse!

endlich ein Beitrag der Bundesregierung zur Verbesserung des großen Hafenkinos. Mit genügend Fender an Bord dürfte es kein Problem sein die An- und Ablegemanöver, nebst Untermalung schreiender und kopfloser "Skipper" zu genießen ...
Kein wirkliches Problem, wenn mensch Ruhe haben will, kann man immer noch ankern.
So was dämliches können sich auch nur Vollpfosten in Berlin ausdenken. Der Vergleich mit anderen Ländern hinkt gewaltig, ob DK, N Schweden, Niederlande ... mit Booten umzugehen lernt dort die Mehrzahl der Menschen schon in der Kindheit/Jugend, weil die Beziehung zu Wasser/Booten/Schiffe schlicht eine völlig andere ist, sicherlich vergleichbar mit hiesigen Verhältnissen, von Menschen die an der Küste leben.
Im übrigen ... so einen Chaostörn mit völligem Unverständnis macht eine Familie nur ein einziges mal mit, dann nie wieder. Damit ist keine Förderung des Wassersporttourismus möglich. Was zunehmen wird sind besoffene Herrencrews, laut und ätzend ... und auf so ne Zunahme kann gerne verzichtet werden.
Mal wieder vollpragmatischer, berliner Schwachsinn.

FAIR VALUE 07.02.2012 11:49
die "Ausbildung" Sportbootführerschein See ist praxisfremd

Ich stimme Herrn Schliemann zu.
Meine praktische Ausbildung bestand aus 1x Kompass-Kurs fahren und 1x Mann über Bord. Kein an- oder ablegen etc.
Die Theorie bestand fast nur aus Navigation und Zeichen von denen ich die meisten schnell wieder vergessen hab. Wetter- oder Gezeitenkunde : keine.
Als ich damals mein erstes Boot kaufte war ich bei den ersten Fahrversuchen(mit Führerschein) wirklich unsicher.
Zwischen dem Bootsführerschein und dem PKW-Führerschein liegen bei der Ausbildung Welten.
Ehrlich gesagt, fühlte ich mich damals grottenschlecht ausgebildet.

ALBERT ANSTAND 07.02.2012 12:06
Boote und Schiffe

Diese kleinen Boote fahren zwischen Frachtschiffen und Kreuzfahrern auf der Förde oder im Kanal, und die sollen keinen Führerschein haben???

Sprechen Sie mal mit richtigen Seglern welche gefährlichen Erfahrungen die mit die "Schiffern" haben. Wenn die bisherige Ausbildung schlecht ist, dann soll man das änderen und nicht das Chaos fördern.

Es ist unverantwortlich, wenn unfähige Wochendschipper und Touris zwischen der Berufsschiffahrt zur Selbstverwirklichung herumeiern dürfen. Das wäre so als würde man um den Tourismus zu fördern, Radfahrern und Inlinern erlauben, auf der Autobahn zu radeln.

MATTHIAS ANDERSCH 07.02.2012 12:37
Freie Fahrt für Sportboot-Kapitäne

Was in anderen Ländern funktioniert, muss nicht zwangsläufig auch bei uns funktionieren. Ich möchte hier nur das Fahrzeugaufkommen/Verkehrsdichte anführen.
Aus meiner Sicht ist der Sportbootführerschein als Sinnvoll zu erachten. So werden in den Kursen doch die nötigen Grundlagen besprochen. Es steht dann jedem frei, sich darüber hinaus mit der Thematik weiter zu beschäftigen. Außerdem glit auch beim Bootfahren: Übung macht den Meister :)
Wenn der Sportbootführerschein erst ab 15 PS (?) Pflicht ist, sollte der Sportboot-Kapitäne aber mindestens einen Sachkundenachweis für das Führen von Motorbooten erbringen. Ähnliches wird ja auch beim Einsatz von Motorsägen mittlerweile verlangt.

NORBERT KARL 07.02.2012 12:48
Is doch ßöön!

So bekommen die Bootsbauer mehr zu tun.
Auf der Müritz ist das normal.
Die Charterfirmen verdienen gut mit ihren Booten. Die Verstöße gegen die KVR zählen nicht. Auf der Ostsee wird bei der DGzRS keine Langeweile einkehren.
Alle sind beschäftigt und dadurch "happy", bis auf die Berufsschipper, die bestimmt häufiger Notausweichmanöver fahren müssen, als heute sowieso schon. Das trainiert!

KATJA NEHM 07.02.2012 14:14
Geben Sie richtig Gas!

Sie haben keinen Bootsführerschein, kennen die Regeln auf dem Wasser nicht, und Ihnen hat noch nie einer erklärt, was die Symbole auf den Seekarten bedeuten? Pfeifen Sie drauf, kaufen Sie sich ein schickes 15-PS-Boot und fahren Sie aufs Meer. Denn der Bundestag will es so, und die Bootshersteller freuen sich ein Loch in den Bauch. Endlich keine so strengen Führerscheinregeln mehr, jeder darf ran, toll! Geben Sie richtig Gas, die anderen werden schon Platz machen, und wenn nicht – ein bisschen Schwund ist immer.
Das Bier schmeckt, und Ihr Freund Paule muss mal. Hoppla, eben stand er doch noch an der Reling! Nu’ isser weg, der Paule. Es schaukelt, Sie starren auf die Wellen, nix zu sehen. Halt, dahinten schwimmt was – tatsächlich, Paule zappelt hektisch im Wasser. Sie brettern hin, jetzt ist Paule am Heck, nur noch reinziehen, Mann, ist der Kerl schwer, und wieso schreit er so, und das Wasser wird rot – endlich ist Paule oben, sein rechter Arm fehlt. Haie in der Ostsee? Ach nein, die Schraube war’s, vielleicht hätten Sie besser auf Leerlauf geschaltet? Egal, Paule ist ohnmächtig und schreit nicht mehr, und Sie können in Ruhe die Verbandskiste suchen. Und dann nix wie zurück, nur, wo geht’s eigentlich lang?
Sie haben den Seewetterbericht nicht gehört, weil Ihnen die Windstärken sowieso nichts sagen? Und jetzt kommen plötzlich diese bösen großen Wellen, Mist, jetzt schwappt Wasser ins Boot, oooohhh, verdammt, wir haben uns gedreht, die Wellen kommen von der Seite, Hilfeee, wir kippen... Und dann endlich Ruhe, kein Schaukeln mehr, im Wasser kann es wunderbar still sein. Denken Sie einfach nicht drüber nach, dass die Küste so weit weg ist. Paule ist auch weg, was soll’s? Sie sind ein Glückspilz, da kommen die Seenotretter und fischen Sie raus, so ein Dusel! Nur blöd, dass das Boot geborgen und repariert werden muss.
Machen Sie sich nichts draus, beauftragen Sie eine Werft, laden Sie einen anderen Freund zur Spritztour ein, auf den Führerschein können Sie ja verzichten.

RUDI FREUNDLICH 07.02.2012 14:15
@Albert Anstand

Sie haben Recht, man sollte mal mit "richtigen" Seglern sprechen, die oft genauso wenig Ahnung haben wie einige Sportbootfahrer. Wie oft segeln die uns beim Fischen haarscharf an den Netzen beim Auslegen oder Aufnehmen vorbei und freuen sich noch, wenn wir durch Winken auf die Gefahr aufmerksam machen müssen. Lichterführung und Kennzeichnung von Fischerbooten sind wohl oft auch den Seglern ein Buch mit 7 Siegeln.

NORBERT KARL 07.02.2012 14:49
Rudi Freundlich

Wenn Sie durch Winken auf die Gefahr aufmerksam machen, glauben die Freizeitsee(h)leute:" Düwel ook, wat för een netten Fischersmann" und freuen sich und winken zurück.
Vor meiner Rente bin ich auch viel beruflich auf der Ostsee gewesen.
Lichterführung? Was´n das?
Wie oft habe ich nachts Boote nur im Radar gesehen, die Null beleuchtung hatten.
Wie oft wurden Kochrezepte auf Kanal 16 ausgetauscht und noch ärgerlich drauf reagiert, wenn man die drauf aufmerksam gemacht hat, daß 16 ein Notkanal ist.

ALBERT ANSTAND 07.02.2012 16:26
Piraten wählen

Die "Vollpfosten" in Berlin machen nur das was ihnen die Lobbyisten vorschreiben.

Deshalb nächstets Mal die Piraten wählen, im Mai schon mal üben, Piraten verstehen wenigstens etwas von Seefahrt!

ERNST SCHLIEMANN 07.02.2012 16:48
Bis zu 15 m lange Yachten in der Flottille ganz ohne Kenntnisse ?

Erst beim zweiten Durchlesen fällt mir hier der eigentliche Wahnsinn auf : da sollen bis zu 15 m lange Charteryachten - die dürften gut und gerne 8 bis 10 Kojen haben - ganz ohne nautische Kenntnisse - in einer Flottille gesteuert werden ??? Wenn sich auf dem "ersten" Schiff ein ausgebildeter Bootsführer befindet ? Kommen wir zur Praxis : Ablegen in Damp bei 5 Bft auflandig - das erste Schiff mit erfahrenem Bootsfürer schafft die Ausfahrrinne noch soeben und dann ? Funkanweisung kann nicht sein, dafür braucht man ein Funksprechzeugnis, Zurufe kannst Du vergessen, Rest bleibt der Fantasie überlassen. Bei nacht wird die Flotille dann per Handfackel geführt, bei Sturm bindet der erfahrene Schiffsführer die Boote aneinander oder setzt sie auf die vorbereitete Verlustliste. Begegnungen mit Fischereifahrzeugen , Großfähren vor der Kieler Bucht, insbesondere bei Nacht, oder das Einlaufen in militärische Sperrgebite inclusive Festmachen an den Seezeichen werden als zubuchbare events gesondert abgerechnet. Besonders förderlich für den lokalen Tourismus dann das Einlaufen der Flotte mit den dargebotenen Anlegemanövern - die Rückkehrzeiten werden für das Publikum vorher bekanntgegeben. DerAbschluss des Flottillesegelns bildet das gemeinsame Durchzählen der Boote und Segler und das Versenden allgemeiner SMS zur Feststellung wo welches Schiff mit welcher Crew gerade ist - wenn nicht leider in einem Funkloch. Manchmal hoffe ich, dies ganze war das Ergebnis einer Karnevalssitzung. ( der Verfasser war fünf Jahre lang Commodore einer Flottillenregatta von St.Petersbrg nach Deutschland mit zeitweise bis zu 80 Yachten - auf jeder dieser Yachten waren mindestens zwei hochseeerfahrene Skipper - und trotzdem war die Organisation jedesmal froh, wenn alle Yachten heil ankamen )

NORBERT KARL 07.02.2012 17:13
Genau, Herr Schliemann!

Wie es mit den Flottillen werden soll, habe ich mich auch gefragt.
Funk wäre mit WalkyTalkies kein Problem.
Aber selbst bei der Marine hat es manchmal geknallt, wenn sie ihr Flottenballett, was oft geübt wurde, veranstaltet hat.
Flottillenführer kann nur einer werden, der KEIN Verantwortungsgefühl hat, ein echter NEVER-MINDS-GAST,
Ich frage mich, wer die Berater des Ministers sind?
Man kann mit 99,99 %iger Sicherheit davon ausgehen, daß diese genau so viel Ahnung vom Bootsfahren haben, wie ´ne Kuh vom Twisttanzen (Ausdruck aus meiner Jugendzeit).

FAIR VALUE 07.02.2012 17:45
@Schliemann

um Segler gehts doch garnicht.
Die Gefahr droht m.E. eher von den vielen Bootsführern,die sich ein Schlauchboot o.ä. "chartern" und wild in der Badezone herumdüsen.
Sportboot-Führerschein-See bisher bedeutet : ohne jegliche Praxis mit genügend Geld eine (je nach Geldbeutel) Motoryacht zwischen 6-unbegrenzt ft. zu kaufen und auf ihr mit 5PS oder 2x3.500PS oder mehr herumzujuckeln.
Die große Gefahr geht m.E. nicht von unkundigen Seglern aus sondern eher von "neureichen" Motoryacht-Eignern ohne jeglich Fahrpraxis.
Das war aber schon beim alten Bootsführerschein so.
Deutlich gesagt : mit meinem Sportbootführerschein ohne Praxis könnte ich mir eine Megayacht kaufen und diese ohne weitere Erlaubnis durch die Förde schippern.
Irgendwas stimmt da doch nicht.

ELLIOT BOGUMIL 07.02.2012 18:51
Sportbootführerschein ab 15 PS

Bla bla bla

Ich fahre seit nun mehr als 11 jahren Sportboot(Schlauchboot mit 6 Ps Führerscheinfrei) Unfallfrei! Zwei Freunde Fahren auch Sportboot und besitzen einen Sportbootführerschein See, wir fahren oft gemeinsam auf der Krückau und der Elbe. Wir Fahren die gleichen Schrecken(Routen) sie natürlich schneller! Aber wo ist jetzt der Unterschied, Ich kreutze auf der Elbe auch die Fahrrinne. Ich fahr dort wo sie auch fahren nur etwas langsamer. Wenn ich in meinem Boot in Gleitfahrt bin, habe ich keine Reserve um in einer Gafahrensituation noch etwas zu Bewegen:" Das ist gefährlich"!!!!!
Es kommt immer auf den Fahrzeugführer drauf an!

DIRK JOHANNSEN 07.02.2012 19:59
Sportbootführerschein ab 15 PS

Toll !!! Hat in Berlin wieder einmal Lobbyismus über die Vernunft gesiegt. Trotz ausdrücklicher Warnungen seitens des Deutschen Segler Verband wird auf einem der stärksten befahrenen Reviere der Welt die Pflicht zum Nachweis ausreichender Kenntnisse gelockert. Es stellt sich nun die Frage, wann wir mit einer Lockerung der in den letzten Jahren immer stärker reglementierten Führerscheinverordnung für den Straßenverkehr rechnen müssen oder können.

UWE SCHRIMPF 11.02.2012 06:42
Funkscheine

Ihr BeitragHallo
Ich finde auch das sich an den Funkscheinen einiges ändern sollte.
Ich kenne genug Bootsbesitzer mit Scheinen für Binnen und See die kein Funkschein haben, weil die Ausbildung und Prüfung so aufwendig ist. Warum können die nicht auch so geändert werden, das es einen Lehrgang mit anschließender Prüfung gibt. Die meisten Ausbildungs- teile bringen gar nichts ( werden nur für die Prüfung gelernt und danach vergessen.). Dann sind mir doch Inhaber eines Funkscheins lieber als die, die wegen des Aufwands erst keinen machen.

Mit freundlichen Grüßen
Uwe

FRANK W. 11.02.2012 07:53
Es muss erst Tote geben

Lotsen auf den Revieren Weser, Elbe, Kieler Förde,Travemünde haben schon vor 20, 30 Jahren teilweise graue Haare bekommen, wenn ihnen kleine Sportboote oderSegelyachten die Vorfahrt genommen haben. Da war aber noch Pflicht einen Sportbootführerschein zu haben, was einige Bootsfahrer aber nicht davon abgehalten hat, wie wild auf den Fahrwassern rum zu kurven, unter dem Motto "Alles an die Seite, jetzt komme ich"
Von Alkoholmissbrauch will ich hier gar nicht reden, obwohl das auch ein grosses Problem ist, dies hat jedoch nichts mit einem Sportbootführerschein zu tun.
Ich habe mal einem Kollegen geholfen sich auf den Lehrgang und die Prüfung vor zu bereiten, was da m.E. für Nonsen gelehrt wurde kann ich nicht nachvollziehen, völlig an der Praxis vorbei.
Lasst die Freizeitskipper mit ihren Nußschalen man einem großen Containerschiff oder Tanker vor den Steven fahren, die merken das gar nicht wenn sie einen über gemangelt haben.



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