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Ente gut - Alles gut

Erfolgreiche Tierrettung in Flensburg

14. Mai 2010 | 14:41 Uhr | Von Karsten Sörensen

Anwohner halfen bei der Rettung. Foto: Sörensen

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Eine aufgebrachte Entenmama hat die Retter auf die richtige Fährte gelenkt: Zwölf Küken aus Gully gerettet.

Flensburg, westliche Höhe: Lautes Geschnatter hat am frühen Freitagmorgen die Anwohner auf Trapp gehalten. Eine aufgebrachte Entenmutter bangte um das Leben ihrer zwölf vor kurzem geschlüpften Küken. Die waren vermutlich bei einem Frühspaziergang in einen Gully gefallen. Anwohner und die Feuerwehr befreiten die Kleinen.

Anlieger Thies Oldörp wollte gegen 9 Uhr seinen Wagen aus der Garage fahren und wurde dabei auf die lauten, fast schreienden Rufe der scheinbar hilfesuchenden Entenmamma aufmerksam. "Das Tier stellte sich direkt vor meine Garagenausfahrt", so Oldörp. "Ich musste wieder aus dem Wagen aussteigen, um die Ente nicht zu überfahren. Wegen ihrer lauten Rufe folgte ich ihr bis zu einem Gullydeckel in der Friedhofstrasse. Dort sah ich das Dilemma."

Rettung mit dem Fischkescher

"Plötzlich war ein Gewimmer aus dem Abflusskanal zu hören", berichtet Thies Oldörp. Vermutlich waren mehrere Entenküken durch die Schlitze des Kanaldeckels einfach hindurchgefallen. "In meiner Not habe ich dann die Feuerwehr um Hilfe gebeten, die kurze Zeit später mit dem Tierrettungswagen anrückten", so der Tierfreund. Nach etwa 20 Minuten konnten insgesamt zwölf Küken aus ihrem Gefängnis gerettet werden.

Auch weitere Nachbarn halfen den Feuerwehrkräften: Nachbarin Karin Hildenbrand und Sohn Wilhelm (sieben Jahre) eilten herbei. "Wir sind durch den Lärm aufmerksam geworden. Mein Sohn hat der Feuerwehr seinen Fischkescher zur Verfügung gestellt, weil andere Gerätschaften nicht in den schmalen Abflusskanal passten."

Erfolgreiche Familienzusammenführung

Erleichtert waren auch beide Feuerwehrmänner, als nach der Rettung der zwölf Küken plötzlich "Vater und Mutter" aus einem Vorgarten auftauchten. "Beide haben wahrscheinlich abgewartet und sich dann herausgetraut", sagt Arno Lenger von der Berufsfeuerwehr Flensburg. "Nun konnten wir in einem nahgelegenen Quartier die erfolgreiche Familienzusammenführung durchführen. Gott sei Dank sind alle Tiere lebend gerettet worden."

Entenvater und Entenmamma bedankten sich mit einem sehr lauten Schnattern bei den Rettern.

 


 

Leserkommentare

 
LESERIN WESTLICHEHÖHE 14.05.2010 16:15
Herrlich...

... vielen Dank für diesen Bericht! Ubd das meine ich ernst, glaube, dass war die erste wirklich positive Nachricht an diesem Tag.

WILHELM JENSEN 14.05.2010 16:47
Tierrettung in Flensburg

Ich schieße mich dem Vorgänger an: Etwas ganz Positives für das Empfinden des Bürgers.. In einer Zeit von schrecklichen Tagesmeldungen, sollte doch auch mal der Dank an die Feuerwehren und alle freiwilligen Helfer ausgesprochen werden.
Leider ist anscheinend immer noch zu wenig Geld für Tierrettung ausgegeben,
obwohl alles andere wohl wichtiger erscheint.
Es wurden aber trotzdem 12 Tierleben gerettet.
Danke an die Flensburger Helfer auf der westlichen Höhe und an die Feuerwehr
in Flensburg für diese Leistung.

TIERFREUND ITZEHOE 14.05.2010 18:52
Beispielhaft

Es freut mich sehr, diesen Beitrag zu lesen. Vor allem, weil ich aktuell genau das Gegenteil erlebt habe:

Ich wollte heute einen Fall von Tierquälerei bei der Polizei Itzehoe melden, erhielt dort von dem Beamten aber nur die Antwort: "Wegen einer Katze fahren wir doch nicht raus." Diese Gleichgültigkeit machte mich sehr traurig und wütend. Bei allem Respekt und Verständnis für die schwierige Arbeit der Polizei, war ich wirklich fassungslos über das Desinteresse des Polizeibeamten an dieser Ungerechtigkeit gegenüber einem hilflosen Tier.

Der Tierschutzverein Steinburg e.V. hat sich der Sache schließlich angenommen!! Vielen Dank dafür an die engagierten Tierschützer aus Itzehoe!

CLAUDIA BÖTTCHER 15.05.2010 13:48
Erinnerungen werden wach..

Ich musste gerade daran denken,wie wir vor 10 Jahren(direkt vorher habe ich erfahren, dass ich nach 2 Mädels mit einem Sohn schwanger bin)Kielseng lang fahren, mein damaliger Mann einer Entenmutter mit 8 Küken ausweicht und sie alle in den Gulli fallen .Da war auch lautes Geschnatter angesagt, aber wären sie dort nicht reingefallen, wären sie überfahren worden, da sie dort nicht weg kamen. Wir haben dann angehalten,die Mutter auf den Fussweg gescheucht und die Feuerwehr angerufen, was aber endlos lange dauern sollte. Kurzerhand haben wir den Gullideckel weg, ich mich mit dicker Kugel leicht seitlich hingelegt und nach den 8 Küken geangelt, was ziemlich schwer gewesen ist, da sie immer abgetaucht sind ;-) Letztendlich habe ich es aber geschafft und die gaffenden Autofahrer hatten mal was zu gucken *augenroll* und haben sie dann den Hang zum Volkspark hoch " gescheucht "



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