TOP-THEMA
Silvesternacht
Dachstuhl brannte: 18 Menschen verloren ihre Bleibe
Dachstuhl ausgebrannt: 18 Bewohner dieses Hauses in Kiel verloren in der Silvesternacht zunächst ihre Bleibe. Foto: Suhr
Die Silvesternacht hat der Kieler Feuerwehr reichlich Einsätze beschert. Bis um 5.30 Uhr sind die Feuerwehrleute rund 380 Einsätze gefahren, berichtete ein Sprecher. "Das ist selbst für Silvester schon rekordverdächtig."
Neben kleineren Containerbränden und den üblichen Böller-Verletzungen hat es in der Nacht zwei Brände gegeben. Bei einem Dachstuhlbrand in der Innenstadt stürzten mehrere Decken ein, drei Menschen wurden verletzt ins Krankenhaus gebracht. Wie es zu dem Brand kam, war zunächst noch unklar. Das Haus wurde durch die Flammen zerstört, 18 Bewohner verloren am Silvesterabend ihre Bleibe. Sie kamen bei Freunden und im Hotel unter.
Auch bei einem Kellerbrand verletzten sich zwei Menschen. Sie mussten wegen einer Rauchgasvergiftung im Krankenhaus versorgt werden.
Einfamilienhäuser brennen
"Die Regionalleitstelle in Elmshorn hat für die Kreise Pinneberg, Steinburg und Dithmarschen insgesamt 419 Einsätze in der Nacht abgearbeitet", teilt Polizeisprecherin Sandra Mohr mit. "Damit liegen die Einsatzzahlen in der Silvesternacht in etwa doppelt so hoch wie das normale Maß in einer sonst schon turbulenteren Samstagnacht." Zwei Einfamilienhäuser haben in Nordermeldorf (Kreis Dithmarschen) und in Halstenbek (Kreis Pinneberg) in Flammen gestanden. Beide Häuser seien nun unbewohnbar, teilte ein Sprecher der Feuerwehrleitstelle mit. In Nordermeldorf fing das Dach eines Reetdachhauses Feuer. Die rund 60 Einsatzkräfte konnten nicht verhindern, dass das Haus vollständig ausbrannte. In Halstenbek stand das Dach einer Doppelhaushälfte in Flammen. Die Feuerwehr benötigte drei Stunden, um das Feuer unter Kontrolle zu bringen. Ob Feuerwerkskörper die Brände auslösten, war zunächst unklar. Verletzt wurde niemand.
Ruhiger Jahreswechsel in Hamburg
In Hamburg habe es kaum schwerwiegende Einsätze gegeben, berichteten Polizei und Feuerwehr. Dennoch habe besonders die Feuerwehr viel zu tun gehabt. "Von gestern 18 Uhr bis heute früh um 6 Uhr sind wir 1102 Einsätze gefahren, davon 864 Rettungsdiensteinsätze", berichtete der Pressesprecher der Feuerwehr, Manfred Stahl. Das sind rund 200 Einsätze mehr als beim letzten Jahreswechsel.
Dieses Silvester habe es besonders viele Böller-Verletzungen gegeben. Einen Feiernden in Hamburg-Lohbrügge hat es dabei schlimm erwischt - dem 20-Jährigen wurde durch die Explosion ein Finger abgerissen und die Hand schwer verletzt. Hart traf es auch eine 27-Jährige: Eine Rakete explodierte direkt neben ihrem Kopf. Sie wurde mit Verbrennungen im Gesicht und einem Knalltrauma in ein Krankenhaus gebracht. Im Stadtteil Bahrenfeld erlitt ein 26-jähriger Mann beim Zünden eines Böllers schwere Verletzungen an der rechten Hand. Vermutlich handelte es sich bei dem Sprengkörper um einen in Deutschland nicht zugelassenen Böller.
Auch die Polizei hatte zum Jahreswechsel alle Hände voll zu tun - von 20 Uhr bis um 6 Uhr am Neujahrstag fuhren die Beamten 1197 Einsätze. "Das ist aber eine normale Einsatzlage an Silvester", sagte ein Sprecher. Im Stadtteil Steilshoop gerieten zwei Gruppen aneinander, wobei ein 25-jähriger Mann mit lebensgefährlichen Stichverletzungen im Oberkörper in ein Krankenhaus kam. Die Ermittlungen zu der Tat dauern an. Auch am S-Bahnhof Veddel kam es zu einer Auseinandersetzung: Als ein älterer Mann von einer Gruppe von Männern angegriffen wurde, griff ein 43-jähriger Passant schlichtend ein. Die Männer gingen daraufhin brutal auf ihn los. Erwurde mit einem Schädel-Hirn-Trauma ins Krankenhaus gebracht.
Kind in der Badewanne zur Welt gekommen
Nicht nur ein neues Jahr, sondern auch Zuwachs hat die Silvesternacht indes einem Paar in Hamm beschert. Kurz bevor die gerufenen Rettungssanitäter eintrafen, entband eine 40-jährige Frau ihr Kind in ihrer Badewanne. Kind und Mutter sind wohlauf und wurden von den Rettungskräften zur Untersuchung in ein Krankenhaus gebracht.
Das Wetter in der Neujahrsnacht zeigte sich verhältnismäßig mild und das befürchtete Glatteis blieb vorerst aus. Im Norden herrschten durchweg Temperaturen von rund zwei Grad Plus, so ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes. "Auch die Fahrbahntemperaturen sind weitgehend im positiven Bereich". Glatte Straßen hätte es - wenn überhaupt - nur vereinzelt gegeben.
Leserkommentare
Lust auf mehr? Ihre sh:z Tageszeitung jetzt
2 Wochen kostenlos testen.







Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu schreiben. Anmelden
Warum muss ich mich anmelden/registrieren?
shz.de distanziert sich prinzipiell von allen in den Leserkommentaren geäußerten Meinungen ohne Rücksicht auf deren Inhalte. Alle Beiträge in den Leserkommentaren geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen der User wieder.
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien für Kommentare!