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Umstrukturierung
173 Stellen bei Kieler Stadtwerken in Gefahr
Verwaltungsgebäude der Stadtwerke Kiel im Knooper Weg. Mehr als 170 Stellen will Mehrheitseigner MVV aus Mannheim streichen. Foto: Stadtwerke Kiel
Bei den Kieler Stadtwerken droht ein massiver Personalabbau. Bis 2013 sollen rund 170 der rund 1050 Stellen wegfallen, berichtet der NDR. Dies sei auf Nachfrage im Kieler Rathaus bestätigt worden. Bereits Mitte September sollen dem Sender zufolge erste Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern beginnen. Hintergrund dürften Pläne des Mehrheitsaktionärs MVV Energie (Mannheim) sein, die Kieler Stadtwerke um wichtige Bereiche zu beschneiden und quasi nur noch wie eine Filiale zu führen. Der Konzern hält 51 Prozent der Kieler Stadtwerke-Anteile.
Nach dem jetzt diskutierten Konzept "Einmal gemeinsam" wollen die Mannheimer offenbar bis 2020 mehr als 500 Stellen konzernweit streichen. Neben den rund 170 Stellen in Kiel seien in Offenbach weitere knapp 70 betroffen.
"Gespräche mit Verhandlungscharakter"
Der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende der Stadtwerke Kiel, Detlef Falk, bestätigte der Nachrichtenagentur dpa, dass Mitte des Monats "Gespräche mit Verhandlungscharakter" aufgenommen werden. Über die Höhe des vom Arbeitgeber angestrebten Personalabbaus und den Zeitrahmen könne er keine Angaben machen. Es fehlten noch wichtige Informationen vom Arbeitgeber, zudem sei Vertraulichkeit vereinbart worden.
Die Stadtwerke Kiel mit derzeit rund 1050 Mitarbeitern hatten in den vergangenen Jahren bereits mehrfach Restrukturierungsmaßnahmen vorgenommen, aber ohne betriebsbedingte Kündigungen, wie Stadtwerke- Sprecher Wolfgang Podolske am Donnerstag der dpa sagte.
Albig: "Wir sind keine Außenstelle"
Vom MVV Energie war zunächst keine Stellungnahme zu bekommen. Auch ein Sprecher der Stadt Kiel, die 49 Prozent der Anteile hält, wollte sich zum drohenden Stellenabbau nicht äußern.
Massive Kritik äußerte Kiels Oberbürgermeister und Stadtwerke- Aufsichtsratsmitglied Torsten Albig zu den MVV-Plänen: Der Abzug von Steuerungsfunktionen der Stadtwerke in Richtung Mannheim sei mit der Landeshauptstadt Kiel keinesfalls zu machen. "Wir sind keine Außenstelle der MVV Energie AG, sondern ein leistungsfähiges und selbstständiges Unternehmen in einem Stadtwerke-Netzwerk. Und das wollen wir auch bleiben."
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Wenn Sie 51 % der Gesellschaft nach Mannheim verkauft haben dann sind die Stadtwerke Kiel vielleicht leistungsfähig aber seit diesem Zeitpunkt nicht mehr "selbständig".
Die Bedeutung von Mehrheitsverhältnissen bei den Stimmen sollten doch grad Politiker kennen.