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Stellwerk defekt
Bahn-Chaos auf der Sylt-Strecke
Etwa 400 Reisende saßen lange in teils nicht klimatisierten Zügen fest. Einige mussten mit Kreislaufproblemen ins Krankenhaus gebracht werden. Foto: Sörensen
Auf in die Sommerferien mit der Bahn. Entspannt zurücklehnen, ohne Stau auf den Straßen. Weit gefehlt, wie sich am Montag für Fans der Nordseeinsel Sylt herausstellte. Während Bauarbeiten am Husumer Bahnhof wurde ein hundertadriges Lichtleiterkabel von einem Bagger gekappt und das hatte Folgen. Der Zugverkehr zwischen Hamburg und Sylt war am Montag mehr als acht Stunden unterbrochen.
Ab 10.15 Uhr ging nichts mehr auf der Bahnstrecke Husum - Niebüll, denn das elektronische Stellwerk in Bredstedt war ausgefallen. "Wir haben bisher 18 Busse eingesetzt, um die Fahrgäste zu ihrem Ziel zu bringen", sagte Christiane Lage von der Nord-Ostsee-Bahn (NOB). Zusätzlich fuhren Taxen und ein Lkw, der die Fahrräder der Urlaubsreisenden transportierte.
Klimaanlage ausgefallen
Teilweise kamen die Bahnreisenden, die im Normalfall drei Stunden für die Strecke von Hamburg nach Westerland benötigen, schon mit längerer Verspätung in Husum an und mussten eine Stunde auf den Anschluss-Bus nach Niebüll warten. Besonders schlimm traf es die Reisenden, die aufgrund einer Zugkreuzung auf der Strecke nicht in den Husumer Bahnhof einfahren konnten: Mit ausgefallener Klimaanlage in zwei Waggons warteten rund 400 Fahrgäste eine Stunde auf Einfahrerlaubnis.
Die waren ob der Zwangspause alles andere als begeistert: "Und was sollen wir jetzt hier?", fragte eine junge Frau ratlos. Die NOB bedauere den Vorfall, aber "uns bleibt nichts anderes übrig, als Busse einzusetzen und alle mit Getränken und Catering zu versorgen", sagte Pressesprecherin Christiane Lage. Mit einem Großaufgebot an Rettungskräften wurden die "gestrandeten" Fahrgäste am Husumer Bahnhof in Empfang genommen. Neben dem Kreis-Rettungsdienst waren Feuerwehr, Katastrophenschutz, Deutsches Rotes Kreuz, DLRG und Malteser vor Ort. Der Catering-Service der Nord-Ostsee-Bahn versorgte die Liegengebliebenen mit Getränken.
Egbert Meyer-Lovis von der Deutschen Bahn teilte auf Anfrage mit, dass die Beseitigung des Kabeldefekts aller Voraussicht nach bis in die Abendstunden andauere. Insgesamt seien auf der Strecke rund 20 Züge ausgefallen. Das Unwetter, was seit den Nachmittagsstunden über den Norden des Landes zog, verursachte weitere Baustellen für die Bahn. "Umgestürzte Bäume auf den Oberleitungen zwischen Glückstadt und Itzehoe behindern auch den Zugverkehr auf dieser Strecke", sagte ein Bahnsprecher.
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