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Öffentlicher Dienst

Warnstreiks waren nur ein erstes Druckmittel

08. Februar 2010 | 18:20 Uhr | Von Marietta Hülsmann

"Rücken krumm, Taschen leer - Arbeitgeber, danke sehr!" - die Transparente sprechen eine deutliche Sprache. Foto: Dewanger

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Montag legte Verdi den öffentlichen Dienst an manchen Orten lahm. Die Beschäftigten demonstrierten auf den Straßen. Verdi fordert fünf Prozent mehr Gehalt.

Trillerpfiffe, Buh-Rufe und Protestplakate: Die rund 1200 Streikenden aus dem öffentlichen Dienst in Flensburg sind kämpferisch gestimmt. "Fünf Prozent mehr Lohn sind gerecht", ruft Gewerkschafterin Anke Schwitzer in die Menge an der Einkaufsstraße Holm. Verdi hat zum landesweiten Warnstreik aufgerufen. Die Menschen tragen Plastikumhänge und Banner mit Sprüchen wie "Rücken krumm, Taschen leer - Arbeitgeber, danke sehr!" Montag wurde in allen Ämtern des Landes die Arbeit niedergelegt. Außerdem waren einige Kitas, der Winterdienst und die Müllabfuhr vom Streik betroffen.

"Ich streike auch aus Solidarität", berichtet Hartmut Eichler. Seit 25 Jahren ist er bei der Flensburger Müllabfuhr, ein harter Job. "Die Knochen sind kaputt", sagt der 47-Jährige. Am Dienstag nehmen alle städtischen Arbeitnehmer ihre Arbeit wieder auf. Bis zum Ende der Woche wird voraussichtlich nicht mehr gestreikt. Mittwoch beginnt die dritte Tarif-Verhandlungsrunde. "Wie es danach weitergeht, hängt von den Arbeitgebern ab", sagt Christian Dirschauer, Vorsitzender der Komba Flensburg.

Erwin Rosin, Angestellter auf dem Flensburger Bauhof und für den Winterdienst zuständig, ist jedenfalls auf einen wochenlangen Streik eingerichtet: "Der Staat verschenkt Gelder, und wir gehen leer aus."

Zwischenfall in Elmshorn

Streiks auch in Kiel: Dort haben 1500 Menschen die Arbeit niedergelegt, es blieben unter anderem zehn Kitas geschlossen. In Lübeck streikten rund 800 Menschen. Zu einem Zwischenfall kam es in Elmshorn. Laut Verdi sollen Vertreter der Stadtwerke einen Bauzaun errichtet und eine private Sicherheitsfirma engagiert haben. So sollten die Streikenden vertrieben werden.
Neben der Forderung nach höherem Gehalt geht es den Arbeitskämpfern um die Verlängerung der Altersteilzeit und die Übernahme der Auszubildenden. Sollte es bei den Verhandlungen zu keiner Einigung kommen, wollen die Gewerkschaften den Druck erhöhen.

Warnstreiks fanden statt in Tönning, Flensburg, Rendsburg, Eckernförde, Kiel, Lübeck, Neumünster, Elmshorn, Pinneberg und Norderstedt.


 

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