Bauvorhaben
Vier neue Kraftwerke in Brunsbüttel und Kiel
Im Wirtschaftsministerium laufen diese Pläne unter dem Stichwort "fossile Restenergienutzung". Dahinter steckt die Rechnung, dass bis 2020 etwa die Hälfte des Stromverbrauchs in Schleswig-Holstein von 15 Milliarden Kilowattstunden aus Wind erzeugt wird. Der Rest lasse sich nicht "wegsparen", zumal nach den bisherigen Planungen die Kernenergie abgewickelt werden soll. Alternativen zur Kohle, das wären Gas und Öl, wären angesichts der aktuellen Preisentwicklung zu teuer. Weitere Anfragen zum Bau von Kohlekraftwerken, etwa am jetzigen Standort Wedel, schließt das Wirtschaftsministerium nicht aus.
CO2 wird unterirdisch gelagert werden
Gingen die neuen Anlagen ans Netz, würde der Ausstoß an Kohlendioxid zunächst steigen. Erst ab 2020 werden - optimistisch betrachtet - so genannte CCS-Technologien zur Verfügung stehen. CCS bedeutet "Carbon Capture and Storage" und steht für die Technologie der CO2-Abscheidung und -Speicherung, von der viele Akteure der Energiebranche einen erheblichen Klimaschutzbeitrag erwarten. Bei solchen modernen Kraftwerken würde der CO2-Ausstoß von 850 Gramm auf 100 Gramm je Kilowattstunde sinken. Die Differenz würde in flüssiger Form abgetrennt und unterirdisch gelagert. In Schleswig-Holstein wird das Aufnahmepozenzial für CO2 auf 120 Millionen Tonnen geschätzt. Rechnerisch ließen sich danach zehn heutige Kohlekraftwerke mit einer Leistung von je 800 Megawatt 40 Jahre lang betreiben.
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