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Landesweite Übung zeigt

Sylt braucht mehr Katastrophenhelfer

11. November 2010 | 06:50 Uhr | Von Martin Stralau

Im Falle einer Sturmflut, wie hier im Sturmtief "Kyrill", benötigt Sylt vor allem mehr Helfer. Foto: dpa

Im Notfall sind die Sylter auf sich allein gestellt: Bei einer Sturmflut ist mit Hilfe vom Festland nicht zu rechnen. Das hat eine Katastrophenschutzübung gezeigt.

Sylt. "Wir sind gut aufgestellt, sollten uns aber bewusst sein, dass wir uns im Notfall - was Einsatzkräfte angeht - allein helfen müssen." Das ist die zentrale Erkenntnis, die Sylts Ordnungsamtsleiter Hans-Wilhelm Hansen aus der Katastrophenschutzübung mitgenommen hat, bei der in der vergangenen Woche Katastrophenabwehrstäbe aus Schleswig-Holstein und Teilen Dänemarks den Ernstfall probten.

Das gespielte Szenario auf Sylt sah unter anderem diese Ereignisse vor: eine Sturmflut hatte den Mövenbergdeich brechen lassen, ein paar Stunden später wurde der Hindenburgdamm wegen der Wetterlage gesperrt, am Nössedeich gab es Kammabbrüche. "Gegen 14 Uhr, drei Stunden bevor der Hindenburgdamm gesperrt wurde, haben wir uns entschieden beim Katastrophenabwehrstab in Husum 1500 zusätzliche Hilfskräfte anzufordern", erzählt Hansen. "Man teilte uns mit, dass wir niemanden bekommen." Eine Antwort, die man in der Sylter Abschnittsführungsstelle zwar erwartet hatte. Ein Problem aber, das der Ordnungsamtschef jetzt noch intensiver angehen möchte.

Gemeinde will Freiwillige rekrutieren

Insgesamt habe man auf Sylt etwa 750 Leute, die im Ernstfall einsetzbar sind - von Feuerwehrleuten, über Bauhof-Mitarbeiter bis hin zu den Einsatzkräften des DRK. "Einen Tag Katastrophe können wir damit gut bewältigen, aber wenn sie länger dauert, brauchen wir mehr Manpower, die Leute benötigen ja auch mal eine Pause." Hansens Forderung: "Wir brauchen eine Art Freiwilligenheer, das wir aus der Bevölkerung rekrutieren, das ein bis zweimal im Jahr geschult wird und das mit der entsprechenden Schutzkleidung und den entsprechenden Aufgaben betraut wird." Dabei sagt Karl-Heinz Kroll, Chef des DRK, sei es wichtig, dass die Gemeinde dazu aufrufe. "Das muss von einer neutralen Stelle kommen", so Kroll, der Unterstützung von Bürgermeisterin Petra Reiber erhält, die im Katastrophenfall Abschnittsführungsleiterin auf Sylt ist: Denn nicht jeder, der helfen möchte, wolle in die Feuerwehr oder das DRK eintreten.

Zentrale Evakuierungsstätte ist wichtig

Wie genau man die Leute effektiv anwerben kann, wird im Ordnungsamt derzeit erarbeitet. Dort entsteht aktuell auch ein neuer Organisationsplan, mit dem der Sylter Rettungsstab künftig besser agieren kann. Dieser ist in verschiedene Sachgebiete aufgeteilt, die nach dem Vorbild der Katastrophenabwehrstäbe des Landes und Kreises gestaltet sind und eine Verzahnung mit diesen Stellen ermöglichen sollen.

Zeitgleich wird die Übung der letzten Woche aufgearbeitet. Hansens positive Erkenntnis: "Es hapert wirklich nur an der Manpower. Bei der Organisation von Materialien wie Kies für Sandsäcke oder Pumpen hat sich gezeigt, dass alles ausreichend vorhanden ist." Und noch etwas hat er festgestellt. "Bei diesem Szenario haben sich mal wieder die Vorteile einer zentralen Evakuierungsstätte gezeigt. Ob das die Halle 28 ist oder eine andere, ist egal. Aber sie müsste - in abgespeckter Form - die Charakteristika und Infrastruktur dieser Halle haben."


 

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