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Eon Hanse

Schnelle Hilfe in luftiger Höhe

29. April 2010 | Von Sabine Sopha

Hilflos im Mast: Ein Techniker spielt das Opfer (rechts), ein weiterer Mitarbeiter soll ihn unter fachkundiger Beobachtung abseilen. Foto: Ruff/Sopha

Monteure proben den Ernstfall am Mast: Regelmäßige Sicherheitsschulungen finden bei Eon Hanse in luftiger Höhe statt. Eine Reportage von der Stange.

Rendsburg. Tim Geske hängt in der Luft. Im wahrsten Sinne des Wortes. In zwölf Metern Höhe baumelt der 22-Jährige an einem Seil - gesichert von Karabinerhaken und Gurten. Im Ernstfall wäre er verletzt oder ohnmächtig. Aber dies ist eine Übung. Und der Freileitungsmonteur aus Erfde schaut interessiert zu, wie ein Kollege die Leiter erklimmt, um ihn zu retten. Die Mitarbeiter der Eon Hanse proben das Abseilen vom Strommast.

Alle ein bis zwei Jahre werden die betriebseigenen Techniker sowie die der Partnerfirmen in luftiger Höhe in Sachen Sicherheit trainiert - erst in der Theorie, dann in der Praxis. "Wir haben hohe Standards in Sachen Gesundheit, Arbeitssicherheit und Umwelt", erklärt Horst-Dieter Struve. An drei unterschiedlichen Arten von Masten kann geprobt werden. Zwölf Meter hoch und aus Beton sind die Mittelspannungs-Masten.

Windstärke sechs ist deutlich spürbar

Sie stehen natürlich nicht unter Strom. Weder auf dem Übungsgelände noch während der Wartungsarbeiten. Aber manchmal arbeiten die Monteure unter Hochspannung- dann aber von einem speziellen Hubsteiger aus. Es ist der einzige Wagen in ganz Norddeutschland, erklärt Mielisch. Sein Vorteil: Dann müssen Ortschaften oder Höfe für Reparaturen nicht vom Netz.

Im Mast kann es auch ohne Strom passieren, dass ein Mann zum Beispiel ohnmächtig wird, erklärt Struve. Tim Geske weiß, dass es in luftiger Höhe durchaus mal unangenehm werden kann. Im Januar hat der Abiturient seine Ausbildung zum Elektroniker für Betriebstechnik beendet. Eigentlich sieht er seinen Job ganz nüchtern. Doch Windstärke sechs ist oben im Mast deutlich spürbar. "Da wird einem doch ein bisschen anders." Und vom Wind gegen Beton geweht zu werden, wäre sicher keine angenehme Erfahrung. Darum muss jeder Handgriff für die schnelle Rettung sitzen, muss jeder Freileitungsmonteur genau wissen, was im Fall der Fälle zu tun ist.

Eigenes Übungsfeld in Rendsburg

Denn: Viele Einsatzorte der Techniker sind nicht ohne weiteres mit einem Auto, nicht einmal mit einem Unimog zu erreichen - wie zum Beispiel in der Eider-Treene-Sorge-Niederung, erläutert Volker Mielisch, zuständig für Strategie und Kommunikation. Es sind nicht immer einfache Bedingungen, unter denen die Männer arbeiten und die früher auch die Übungen erschwert haben. "Mal steht ein Mast auf einem Knick, mal gibt es Behinderungen durch Stacheldraht oder die Kühe auf der Weide fühlen sich von den roten Jacken angezogen", beschreibt Struve die Außeneinsätze. Darum hat das Energie-Unternehmen vor einigen Jahren eigens auf dem Betriebsgelände in der Kieler Straße in Rendsburg ein Übungsfeld anlegen lassen.

Das Sicherungs- und Abseilgerät gehört zur festen Ausrüstung der Monteure. Zu viel kostbare Zeit würde verstreichen, wenn bei einem Unfall erst der Rettungsdienst gerufen werden müsste. Es ist eine Art Seilwinde, die oben im Mast befestigt wird, das Seil wird in den Gurt des Verletzten eingehakt, dann wird er langsam heruntergelassen. Unten ist es wichtig, "ihn in Hockstellung zu bringen - so lange, wie er im Mast gehangen hat", erklärt Struve. Aber der Ernstfall, lächelt der Manager erleichtert, ist "Gott sei Dank noch nicht vorgekommen."


 

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