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Wirbel um Interview

Scharfe Kritik an Kubicki

02. August 2010 | 16:46 Uhr | Von dpa

Wolfgang Kubicki (FDP) hat mit seinen Interview-Äußerungen für Unmut gesorgt. Foto: til

Die SPD sprach von Zynismus, der SSW von einer "Sauerei": Mit Äußerungen zum Tauziehen um den Medizinstandort Lübeck hat Wolfgang Kubicki scharfe Kritik ausgelöst.

Kubicki hatte in einem Interview gesagt, dass für ihn die Uni Lübeck nie auf der Kippe stand. Er habe gewusst, dass der Bund bereit sei, "uns diesen Kostenblock abzunehmen". Diese inoffizielle Zusage vom Dezember habe in der Haushaltsplanung aber nicht veranschlagt werden können. Die Ankündigung der schwarz-gelben Koalition, aus Sparzwang das Medizinstudium in Lübeck zu schließen, hatte Ende Mai vehemente Proteste ausgelöst. Die Opposition warf Kubicki vor, mit den Ängsten der Menschen zu spielen.

Dem Lübecker Uni-Präsidenten Peter Dominiak hatte Kubicki nach seiner Darstellung gesagt: "Vertrauen Sie mir! (Ministerpräsident) Peter Harry Carstensen (CDU) und ich bekommen das hin. Aber lassen auch Sie nicht mit den Demonstrationen nach. Das hilft uns in Berlin." Mit Hilfe des Bundes kann das Medizinstudium mittlerweile bestehen bleiben.

Robert Habeck: Kubicki soll "sich selbst verarschen"

Grünen-Fraktionschef Robert Habeck nannte Kubickis Äußerungen unfassbar und dreist. "Er soll sich selbst verarschen, aber aufhören, die Bevölkerung im Land für dumm zu verkaufen." Die Koalition spiele mit den Ängsten der Menschen. "In der Konsequenz heißt das ja, sie drohen das ganze Land in Schutt und Asche zu legen, weil sie sich selbst in Berlin nicht durchsetzen können. Ich halte das alles für erfunden und erlogen", sagte Habeck zu Kubickis Äußerungen.

"K. ist der Held und die andern doof!", twitterte SPD- Fraktionschef Ralf Stegner. "Kubicki offenbart einen kaum zu überbietenden Zynismus", meinte SPD-Fraktionsvize Birgit Herdejürgen.

"So verspielt man Glaubwürdigkeit"

"Betroffene Menschen sind für ihn bloße Trumpfkarten im Pokerspiel gegen den Bund. So verspielt man Glaubwürdigkeit."

Der SSW-Vorsitzende und Landtagsabgeordnete Flemming Meyer betonte, von der Universität Lübeck hänge die Existenz und die Zukunft sehr vieler Menschen ab. "Es ist eine Sauerei, dass die schwarz-gelbe Koalition aus taktischen Gründen mit den Sorgen und Nöten dieser Bürgerinnen und Bürger spielt." Er frage sich, in wie vielen anderen Punkten CDU und FDP mit ihren Sparvorschlägen eine "verborgene Tagesordnung" befolgen, sagte Meyer. "In ihrem fast schon religiösen Eifer, den Landeshaushalt zu kürzen, ist dieser Koalition offensichtlich jedes Mittel recht."


 

Leserkommentare

 
KAY JÜRGENSEN 04.08.2010 12:12
Die politische Vision...

der FDP ist nichts.

K. will sich als Retter der Uni Lübeck aufspielen und versuchte, den Uni- Präsidenten im Kumpel- Jargon zu korrumpieren und für seine Zwecke einzunehmen.

Mangels politischer Visionen wird gezockt und geblufft, dass sich die Balken biegen, im Land und erst recht im Bund. Neun Monate haben Strukturkommissionen getagt, um eine Beitragserhöhung für Krankenkassen zu beschließen. Also auch wieder nur Bluff, denn das hätte man schneller und einfacher machen können.

Die FDP macht Politik, aber nur für sich und ihre Klientel, aber weitestgehend am Bürger vorbei. Nur, die Wähler sind nicht ganz blöd ind die letzten Umfragen zeigen es: die FDP ist bei 4 %, die Größe von Sektierern. Bald wird es wieder heißen, FDP = Fats Drei Prozent.

Mich als parteiungebundenen Wählern freut das, der politische Instinkt ist nicht mit der FDP, wozu also braucht man Bluffer und Zocker? Hoteliers vielleicht, zum Dank für das Wahlgeschenk der Mwst.- Steuersenkung zur Stärkung privater Finanzen!



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