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Kein Telefon, Fax & Internet

Pflegedienst im Tal des Schweigens

10. Februar 2012 | 08:17 Uhr | Von Arne Peters

Schwarzer Bildschirm: Sekretärin Irmgard Wienbrandt von "D & S Pflege" hat seit über 50 Tagen keinen Internetanschluss im Büro. Die einzige Verbindung zur Außenwelt ist ein Handy mit schlechtem Netzempfang. Foto: Peters

Seit 52 Tagen ist ein mobiler Pflegedienst aus Eckernförde ohne Telefon, Fax und Internet. Von den Angestellten glaubt inzwischen niemand mehr an eine baldige Lösung.

Eckernförde. Fünf Wochen lang hatte das frisch bezogene Seniorenheim "Haus am Noor" auf der Carlshöhe keinen Telefon- und Internetanschluss, fünf Wochen lang waren die Bewohner von der Außenwelt abgeschnitten. Schuld war nicht die Heimleitung, sondern das Telekommunikationsunternehmen Versatel, das von Abstimmungsproblemen sprach und die volle Verantwortung für die Verzögerung übernahm.

Mit dem Einschalten der Eckernförder Zeitung kam jedoch Leben in die Sache: Gleich am nächsten Tag wurde ein ISDN-Anschluss freigeschaltet, so dass seitdem zumindest die Senioren und das Büro telefonisch erreichbar sind. Allerdings ist laut Heimleiterin Michaela Schauer-Schierholz nur eine von vier Leitungen funktionsfähig. "Jetzt können bis zu vier Bewohner gleichzeitig telefonieren, der fünfte bekommt ein Besetztzeichen." Am Donnerstag sollten die übrigen Leitungen und auch die Internetverbindung freigeschaltet werden - zum wiederholten Male ein Reinfall. Ein Techniker war zwar da, aber in die Leitungen waren am Donnerstagabend noch immer tot. Schon lange glaubt von den Angestellten niemand mehr an die fast wöchentlichen Zusagen der Versatel, dass beim nächsten Termin alle Probleme gelöst werden.

"Das größte Problem ist, dass das alles sehr viel Zeit in Anspruch nimmt"

Viel schlimmer ist, dass der angeschlossene mobile Pflegedienst "D & S Unsere Pflege GmbH", der in einem anderen Gebäude auf der Carlshöhe untergebracht ist, noch immer im Tal des Schweigens ruht: Weder Festnetz, noch Internet oder Faxleitung funktionieren - und das seit 52 Tagen. Das Fatale: Der Pflegedienst bietet eine Erreichbarkeit rund um die Uhr an, die ohne Festnetz nur über eine Rufumleitung auf das Diensthandy gegeben ist. Das liegt seither bei Sekretärin Irmgard Wienbrandt auf dem Schreibtisch. Diese Leitung wird aber wegen der schlechten Netzabdeckung immer wieder unterbrochen - Und weil das Diensthandy seit Dezember ans Büro gebunden ist, müssen die Mitarbeiter während ihres mobilen Einsatzes ihre Privathandys benutzen.

Hinzu kommt, dass ohne Leitung auch kein Fax und kein Internet funktioniert, über das aber ein Großteil der Kommunikation läuft. "Egal, ob Ärzte uns aktuelle Medikamentenpläne faxen oder Kunden eine Anfrage per E-Mail stellen - wir sind nicht erreichbar", so die Heimleiterin. Ihr Arbeitsalltag gleicht fast dem eines Kurierfahrers, der Unterlagen von A nach B bringt. "Das größte Problem ist, dass das alles sehr viel Zeit in Anspruch nimmt."

Immer wieder gibt es Missverständnisse

Immerhin: Seit vor zwei Wochen im Seniorenheim "Haus am Noor" eine ISDN-Leitung freigeschaltet wurde, funktioniert dort das Faxgerät. Doch auch das kann Sekretärin Irmgard Wienbrandt nicht beruhigen. Seit über 50 Tagen sitzt sie vor einem schwarzen Bildschirm und kann keine E-Mails lesen oder schreiben. Faxnachrichten versucht sie, über das Seniorenheim zu lenken, von wo sie sie zu Fuß abholt. Telefonate brechen immer wieder ab. "Wenn ich weiß, dass ein Gespräch länger dauert, gehe ich nach draußen vor die Tür, weil dort die Verbindung besser ist", sagt sie genervt.

Woran genau die Verzögerungen liegen, ist nur schwer nachzuvollziehen. Ein Teil der Infrastruktur muss von der Telekom bereitgestellt werden, ein anderer Teil von der Versatel. Immer wieder gibt es Missverständnisse, Techniker erscheinen nicht zu Terminen, ohne abzusagen. Der Regionalleiter der Versatel hat sich in einem persönlichen Gespräch bei Michaela Schauer-Schierholz für die Unannehmlichkeiten entschuldigt und zugesichert, dass die Versatel nicht nur alle entstandenen Handykosten übernimmt, sondern sich auch erkenntlich zeigen wird. Die Heimleiterin ist gewillt, dem Unternehmen weiterhin eine Chance zu geben und ihre schon ausgesprochene Kündigung ruhen zu lassen. "Wer weiß, was für ein Chaos entsteht, wenn wir jetzt auch noch den Anbieter wechseln." Für den 14. Februar hat Versatel die Freischaltung der Anschlüsse für ihren Pflegedienst angekündigt. Verständlich, dass die Angestellten des Pflegedienstes daran ihre Zweifel haben.


 

Leserkommentare

 
DER BLAUE KLAUS 10.02.2012 09:37
Alle schimpfen über die Telekom

Ich zeitweise auch, doch eines muss ich sagen: die Telekom hat einen schlechten Kundendienst, andere Firmen haben aber gar keinen.
Deshalb habe ich von Freenet zuerst zu 1&1 und dann später wieder zur Telekom zurück gewechselt, wo ich derzeit auch sehr zufrieden bin.

CAROLINE MÜLLER 10.02.2012 10:09
telekom

ich bin seit über 20 jahren kunde der t-kom,hatte zwischendurch auch schon mit drittanbietern liebäugelt und auch mal ausprobiert. ich kann nur sagen.finger weg, es geht nichts über die t-kom, die ist immer noch das kleinste übel:-)lg

CARSETN MAGNUSSEN 10.02.2012 11:19
Bei der Versatel bst du Verlassen!!!

Die sageb zwar was von entschädigung! Aber da konnt nichts bei rüber, ich warte nun schon 5 Jahre auf entschädigung der Versatel!!



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