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Filmpremiere am 3. März

"Meerkampf. Watt?" - Matscherei im Kino

26. Februar 2010 | 21:23 Uhr | Von Hauke Mormann, Schleswig-Holstein am Sonntag

Erholung nach einem anstrengenden Spiel. Zwar dauern die Partien nur eine Minute, doch im knietiefen Schlick können sie zur Ewigkeit werden. Foto: grafikfoto.de

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Sie ist eine der dreckigsten Benefiz-Events überhaupt: die Brunsbütteler "Wattolümpiade". Ihre Erlöse helfen Krebskranken. Eine Doku mit Tiefgang läuft ab Mittwoch in den Kinos.

Brunsbüttel / Marne. Fotografen und TV-Teams kommen aus aller Welt, um das wohl kurioseste Benefiz-Festival in Bildern einzufangen: Die "Wattolümpiade" am Brunsbütteler Elbdeich lockte schon Reporter aus Japan und Korea in die 14.000-Einwohner-Stadt im Kreis Dithmarschen. Jetzt widmet sich ihr auch ein 87 Minuten langer Kinofilm, der am Mittwoch, 3. März, um 20 Uhr im Marner Capitol-Kino Premiere feiert. "Meerkampf. Watt?" ist der Titel. Das klingt so bizarr wie das Ereignis, um das es geht.

"Sie stampfen ein Spektakel aus dem Deich, das trotz seines ernsten Hintergrundes nicht ganz von dieser Welt zu sein scheint", beschreibt Filmemacher Frank D. Müller die Menschen, die in seinem Film im Vordergrund stehen. Der ernste Hintergrund ist die Krankheit Krebs - in vielen ihrer grausamen Facetten.

Eine Idee, um möglichst viel Geld zu sammeln

Protagonist ist Jens Rusch, heute 59, Maler und Bildhauer aus Brunsbüttel. Bei ihm wird im Oktober 2001 ein Zungengrundtumor entdeckt. "Ein Dreivierteljahr war ich in diversen Krankenhäusern", berichtet er. Dort überlegt er sich, wie er aktiv werden kann, um anderen Krebsbetroffenen zu helfen. Ihm fällt die Schleswig-Holsteinische Krebsgesellschaft ein, die bislang in der Landesmitte und an der Ostküste mit Beratungsstellen vertreten war, doch nicht an der Westküste. "Ich brauchte eine Idee, wie sich für diesen Zweck möglichst viel Geld sammeln lässt", sagt Rusch.

Die "Wattolümpiade", glaubt er, kann das schaffen. Die gab es bereits Ende der 1970-er Jahre - "damals waren es ein paar Verrückte, die mit Bierkästen und Radios an den Deich zogen", erinnert sich Rusch. Um dem Spaß einen seriösen Hintergrund zu geben, sucht er sich Mitstreiter, gründet 2004 einen Verein.

Vor der "Wattolümpiade" kommt "Wattstock"

Zur Einstimmung auf die jährlichen "Schlammschlachten" findet seit 2005 einen Tag vor der "Wattolümpiade" das "Wattstock-Festival" statt. Auch davon gehen sämtliche Erlöse und Gagen der Künstler an die Krebsgesellschaft. "Fury in the Slaughterhouse" traten schon zweimal auf. Mehr als 100.000 Euro kamen bisher zusammen. Davon betreibt die Krebsgesellschaft zwei Beratungsstellen in Brunsbüttel (seit 2005) und Heide (seit 2006).

"Die 'Wattolümpiade' verbindet Komik und Tragik", sagt Müller. In seinem Film gibt er beidem Platz, problematisiert den Krebs, ohne dass es für den Zuschauer penetrant wirkt. Denn wer den humorvollen Jens Rusch erlebt, möchte Parallelen zu "Dittsche" ziehen. "Es geht um eine von Ebbe und Flut geprägte Haltung zum Leben", sagt Müller.

Erstspiel-Termine "Meerkampf. Watt?"
3. März, 20 Uhr: Capitol Kino Marne
4. März, 20 Uhr: Kino-Center Husum
4. März, 20 Uhr: Metropol Brunsbüttel
5. März, 18 Uhr: Kommunales Kino im Haus Eckernförde
6. März, 17 Uhr: Schauburg Rendsburg
6. März, 20 Uhr: Eck's Kino Niebüll
7. März, 16.45 Uhr: Lichtblick Heide
10. März: Kino Meldorf
14. März, 16.30 Uhr: Pumpe Kiel

Die Wattolümpiade 2010 steht ganz im Zeichen der bevorstehenden Fußball-Weltmeisterschaft. Die Spiele der "Fußball-Wattmeisterschaft" werden am 6. Juni am Elbdeich Soesmenhusen in Brunsbüttel ausgetragen.

 


 

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