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Vermisster Jugendlicher
Wollte Tim durch die Förde schwimmen?
Jetzt ist es bittere Gewissheit: Der seit dem Pfingstwochenende vermisste Tim Irmer (18) aus Dänischenhagen (Kreis Rendsburg-Eckernförde) ist tot. Seine Leiche ist Donnerstag in der Kieler Förde entdeckt worden. Ein Mann in einem Büroturm und ein Zeuge auf einem Schiff hatten den Körper auf dem Wasser bemerkt. Polizeisprecher Jürgen Börner: "Er trieb in Höhe des Schifffahrtmuseums mitten in der Förde." Die Wasserschutzpolizei brachte die Leiche zum Schwedenkai und von dort an Land. Börner: "Die Identität war schnell geklärt, da Kripobeamte bei dem Toten persönliche Dokumente gefunden haben."
Der Gymnasiast war mit zwei Freunden nach Kiel gefahren, um in der "Halle 400" auf einer Abi-Party zu feiern. Doch die Freunde, mit denen er auf dem Weg eine Flasche Wodka getrunken hatte, verlor er aus den Augen. Ermittler rekonstruierten später, dass Tim um 1.30 Uhr in der Innenstadt in einen Bus nach Heikendorf stieg. Warum, bleibt ein Rätsel. Der Ort im Kreis Plön liegt auf der Ostseite der Förde, Tims Zuhause auf der Westseite. Möglicherweise war es lediglich ein Irrtum.
Keine Hinweise auf Fremdeinwirkung
Tim Irmer, der sehr sportlich war, könnte auf die Idee gekommen sein, den Heimweg abzukürzen und durch die Förde nach Hause zu schwimmen - zumal er kein Handy hatte, um dort anzurufen und um Hilfe zu bitten. Sein Telefon war am Tag zuvor kaputtgegangen.
Taucher suchten tagelang, als ein Kraftwerk am Ostufer einen Schuh des Schülers ansaugte, bestärkte das die schlimmsten Befürchtungen. "Vermutlich ist der junge Mann ertrunken", sagte Oberstaatsanwalt Kuno Fischer nach der Obduktion. Wann Tim starb, ist noch nicht geklärt. "Die Leiche befand sich in einem schlechten Zustand, aber Hinweise auf eine Fremdeinwirkung gibt es nicht."
Unterdessen vermisste die Polizei erneut einen Schüler. Glücklicherweise nur einen Tag lang. Mattias G. (19) aus Kiel besucht das Gymnasium Altenholz, auf das auch Tim Irmer ging. Am Mittwoch war er mit seinem Opel Astra losgefahren, aber nicht zu seiner mündlichen Abiturprüfung erschienen. Angehörige begannen sofort mit einer Suchaktion. Freunde flehten im Internet: "Mach bitte keinen Scheiß." Polizeisprecher Matthias Arends: "Gestern kam dann der erlösende Anruf der Angehörigen: Mattias ist wieder bei uns." Er war zu seiner leiblichen Mutter nach Plön gefahren. Aus Angst vor der Abiturprüfung? Das wollte die Polizei nicht preisgeben.
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