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Krankenkassen
Kostenexplosion bei Medikamenten
Die gesetzlichen Krankenkassen in Schleswig-Holstein haben 2009 deutlich mehr Geld für Arzneimittel ausgegeben als im Jahr zuvor. Insgesamt stiegen die Kosten für Medikamente auf 921 Millionen Euro - rund 63,5 Millionen Euro oder 7,4 Prozent mehr als 2008, wie die Techniker Krankenkasse (TK) am Montag in Kiel mitteilte. Die Kasse bezieht sich auf Zahlen der Bundesvereinigung Deutscher Apotheker Verbände. Die Kostensteigerung zeige, dass dringend neue Instrumente zur Regulierung nötig seien, sagte der Leiter der TK-Landesvertretung, Johann Brunkhorst. Bundesweit wuchsen die Ausgaben um fast 5,9 Prozent auf insgesamt 27,3 Milliarden Euro. Als Hauptkostentreiber gelten patentgeschützte Arzneimittel, da es bei neuen Medikamenten keine Preisregulierung gibt.
Auch der Fiskus profitiert von den Mehrausgaben: Da für Medikamente der volle Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent gilt, flossen nach Angaben der TK aus Schleswig-Holstein mehr als 147 Millionen Euro direkt in die Staatskasse, bundesweit waren es mehr als 4,3 Milliarden Euro. Die Krankenkasse forderte, den ermäßigten Steuersatz von sieben Prozent anzuwenden. Dies würde eine schnelle und direkte Entlastung der Kassen und somit der Versicherten bedeuten.
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