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Glücksburg

Im Intermar geht im April das Licht aus

15. März 2010 | 08:40 Uhr | Von Anja Werner

Nur noch gut zwei Wochen ist das Hotel Intermar in Glücksburg geöffnet. Foto: Dewanger

Die Insolvenz erreicht ihren traurigen Höhepunkt: Das Intermar Hotel in Glücksburg schließt. 60 Mitarbeiter werden arbeitslos.

Glücksburg. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt - doch genau das ist für die 60 Mitarbeiter des Glücksburger Intermar-Hotels jetzt passiert. Am 31. März schließt das Traditionshaus mit 110 Zimmern in bester Lage mitten im Kurzentrum des Ostseebads seine Türen. Ob dort jemals wieder ein Hotel eröffnen wird, steht in den Sternen.

"Wir möchten uns bei allen Gästen, die uns über Jahre ihr Vertrauen und ihre Treue bewiesen haben, herzlichst bedanken", sagt Direktor Udo Krause. Mit einem letzten, dafür aber besonders üppig bestückten Brunch will sein Team am 28. März ab 11 Uhr die Stammkunden nochmal in exquisiter Weise verwöhnen. "Noch einmal will die Küche ihr ganzes Können unter Beweis stellen", kündigt Krause an.

60 Menschen stehen vor der Arbeitslosigkeit

Der Hotelbetrieb sei für ihn und seine Mitarbeiter seit dem Einstieg ins Insolvenzverfahren vor gut einem Jahr ein Kraftakt gewesen - mit einem ziemlich deprimierenden Ende. Denn obwohl es durch große Umstrukturierungen und Anstrengungen gelang, das Hotel mit schwarzen Zahlen zu betreiben, stehen nun 60 Menschen vor der Arbeitslosigkeit. Verantwortlich dafür sind die drückenden Altschulden der pleite gegangenen Betreibergesellschaft und die insgesamt 3,4 Millionen Euro teuren Brandschutzmaßnahmen, die laut Anordnung des Kreises sofort hätten umgesetzt werden müssen. Doch der Hauptgläubiger - die Nospa - war nicht bereit, weitere hohe Summen ins Intermar zu investieren.

Für einen letzten Hoffnungsschimmer hatte eine Initiative des Flensburger Immobilienhändlers Herman Densch gesorgt. Er will rund 15 Millionen Euro für die Aufwertung und den Brandschutz des tristen Betonklotzes mit großem Sanierungsstau ausgeben und danach noch einige mehr als die bisherigen 50 von 160 Hoteleinheiten in hochwertige Eigentumswohnungen umwandeln.

Erfolg nur mit Hilfe der Nospa

Die Stadt Glücksburg hat dafür bereits ihre Unterstützung in der Bauleitplanung zugesagt. Auch für die Abwicklung eines Förderverfahrens steht die Verwaltung bereit. Da die Hotelsanierung der Aufwertung der touristischen Infrastruktur und der Sicherung von Arbeitsplätzen dienen würde, hätte mit einer Förderquote von rund 20 Prozent gerechnet werden können.

Doch auch mit Fördermitteln und der Erhöhung der Zahl an Eigentumswohnungen würde die große Rechnung für Herman Densch nur dann aufgehen, wenn die Nospa sich bereit erklärt, einen Teil der Altschulden abzuschreiben. Doch dazu ist es bisher nicht gekommen. Mit Verweis auf das Bankgeheimnis gibt es vom Vorstand der Nospa trotz mehrerer Anfragen keine Stellungnahme zum Insolvenzobjekt "Intermar".

Betten-Engpass bei Großveranstaltungen

Glücksburgs Stadtrat John Witt bezeichnet das Hotel-Aus für Glücksburg als "Katastrophe". Das Intermar sei das Hotel mit der größten Bettenkapazität im Ostseebad. Großveranstaltungen wie die Strandmeile oder der Osteeman seien ohne das Traditionshaus in erster Wasserreihe gar nicht denkbar.

Doch zumindest in diesem Sommer werden die Glücksburger Events ohne das Intermar auskommen müssen. Ob die Gespräche, die Nospa, die Stadt und Herman Densch in den kommenden Wochen führen wollen, eine Wiedereröffnung des Hotels zur Folge haben werden, ist mehr als ungewiss. Unklar ist derzeit auch, in welcher Form die Besitzer der 50 Eigentumswohnungen an den Brandschutzmaßnahmen beteiligt werden. Den Besitzern von Intermar-Gutscheinen rät Udo Krause, sich so bald wie möglich im Hotel zu melden.


 

Leserkommentare

 
DER SEHER IM STURM 15.03.2010 08:56
Halloo???? NOSPA ???? Stadtväter und -mütter???

Ziemlich unfassbar. 60 Arbeitsplätze .... wech damit...... kann mal jemand den Herren von der Nospa wohin treten? Die versenken Millionen in kriminellen Deals und dann so was..... Ich mag den Densch nicht, aber wenn er ein seriöses, von unabhängiger Seite geprüftes Rettungspaket hat, dann sollte man ihn machen lassen. Mal wieder Flensburg wie es von aussen nicht nur belächelt wird. Neee , das ist selbst im Rheinland ne Riesenlachnummer. Wie peinlich. Kann man die Verantwortlichen gegen ne Kiste Pils und ne Tüte Chips eintauschen?

SABINE DUNKEL 15.03.2010 13:38
Na und??

Glücksburg ist nun keines der schicken Ostsee-Bäder der neuen Bundesländer! DA lohnen sich Investitionen und Solidaritätsgelder! Pech gehabt Glücksburg!

ENRA SCHOLZ 15.03.2010 16:16
Danke Sabine Dunkel -Du sagst es :ES REICHT!!!!

WER RETTET DEN WESTEN?
Schluß mit Förderungen und Aufbau Ost-es reicht -jetzt ist der Westen dran-der Osten hat uns alle genug gekostet!
Hier im Westen geht fast alles den Bach runter (Straßen,Autobahnen,Wirtschaft) und im Osten wird investiert und reingepulvert-na ja ,auch dank unserer "Ossikanzlerin" denke ich mal .
Es wird Zeit ,das der Osten jetzt mal für uns blutet !



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