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Vulkanausbruch in Island

Flughafen Hamburg bis Samstagmorgen gesperrt

16. April 2010 | 18:32 Uhr | Von dpa/ddp/shz.de

Der Radar-Tower ist am Freitag am geschlossenen Flughafen Hamburg durch den Dunst zu sehen.

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Der Hamburger Flughafen bleibt wegen der Aschewolke aus Island noch mindestens bis Samstagmorgen um 8 Uhr gesperrt. Auch am Lübecker Flughafen Blankensee herrscht erzwungene Ruhe.

Bis 8 Uhr werde es am Airport in Hamburg-Fuhlsbüttel keine Starts und Landungen geben - womöglich sogar länger, kündigte eine Sprecherin am Freitag an. Die Deutsche Lufthansa hat sämtliche Flüge bis Samstag 12 Uhr gestrichen.

Die riesige Aschewolke über Europa legt den Flugverkehr in Hamburg bereits seit Donnerstagabend lahm. Nach Einschätzung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) wird der gesamte deutsche Luftraum mindestens bis Samstagabend gesperrt bleiben. Im ungünstigsten Fall werde es auch am Sonntag keine Flüge geben. Die Entscheidung treffe letztlich aber das Bundesverkehrsministerium.

"Ein immenser volkswirtschaftlicher Schaden"

"Wenn man die Wetterkarte sieht und die Prognosen des Deutschen Wetterdienstes, dann ist fast zu befürchten, dass wir heute in Hamburg keinen Flugverkehr mehr haben werden", hatte Flughafensprecherin Stefanie Harder bereits am Morgen gesagt. Insgesamt wären dann 450 Starts und Landungen und geschätzt 40.000 Passagiere betroffen, sagte sie - inzwischen sind es bereits deutlich mehr: Am Donnerstag und Freitag waren insgesamt 600 Starts und Landungen und geschätzte 70.000 Passagiere in Hamburg betroffen. Die Flughafensprecherin sprach von einem immensen volkswirtschaftlichen Schaden. Am Mittag wollte sich Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) am Hamburger Flughafen ein Bild von der Situation machen.

Auch am Lübecker Flughafen Blankensee herrscht erzwungene Ruhe: Zunächst wurden die vier bis zum Mittag geplanten Flüge nach London, Palma de Mallorca, Pisa und Stockholm gestrichen. Der Luftraum über Norddeutschland sei von der Deutschen Flugsicherung gesperrt worden, sagte eine Flughafensprecherin. Es werde stündlich entschieden, wann die betroffenen Airports wieder geöffnet werden könnten.

Rund 60 Prozent aller Flüge in Europa werden am Freitag ausfallen

Nach Angaben der europäischen Flugsicherheitsbehörde Eurocontrol werden am Freitag 60 Prozent aller Flüge in Europa ausfallen. Die Wolke werde mindestens noch für die nächsten 24 Stunden den Flugverkehr lähmen, teilte die Behörde in Brüssel mit. Zwölf Länder in Europa hätten ihren Luftraum ganz oder teilweise gesperrt, darunter auch Belgien und Polen.

Momentan sind nach Angaben der Deutschen Flugsicherung 13 internationale Flughäfen in Deutschland sowie weitere Regionalflughäfen gesperrt. Betroffen sind: Hamburg, Bremen, Hannover, Münster/Osnabrück, Düsseldorf, Köln/Bonn, Frankfurt, Saarbrücken, Berlin-Tegel, Berlin-Schönefeld, Leipzig und Erfurt.

"Es macht keinen Sinn, sauer auf die Natur zu sein"

Viele Passagiere zeigten bislang Verständnis für die Einstellung des Flugverkehrs. Einige beklagten sich aber über den mangelnden Informationsfluss am Flughafen. "Keiner weiß Bescheid. An sich würde ich mich aufregen", sagte Axel Schulz aus Ellerbek (Kreis Pinneberg). Er gehört zu einer 13-köpfigen Reisegruppe, die eigentlich über Palma nach Andalusien fliegen wollten. Seit 6 Uhr morgens warten sie schon am Flughafen Hamburg. "Wir waren in der Hoffnung, dass vielleicht bis 8 Uhr etwas geht. Es nützt ja auch nichts, zu Hause zu sitzen", sagte Wolf Riemer, der ebenfalls zu der Reisegruppe gehört.

Annegret Bauer aus Hannover wollte mit ihrem Mann nach Palma fliegen und von dort aus auf Kreuzfahrt gehen. Doch momentan sitzen sie noch auf dem Hamburger Flughafen fest. "Wir sind etwas frustriert, aber nicht wütend. Das ist höhere Gewalt. Da kann man nichts machen", meinte sie gelassen. Ähnlich sah es Knut Erik Anderson aus Silkeborg in Dänemark. Der 72-Jährige wollte mit einer Seniorengruppe über Nürnberg nach Sizilien fliegen. "Das ist einfach Pech. Ich bin nicht sauer. Es macht keinen Sinn, sauer auf die Natur zu sein."

Klimawissenschaftler: Aschewolke wird den Himmel nicht verdunkeln

Nach Einschätzung des Kieler Klimawissenschaftlers Mojib Latif wird die Aschewolke den Himmel nicht verdunkeln. Sonnenaufgänge und -untergänge könnten aber intensiver werden, sagte Latif am Freitag dem Sender NDR Info - "weil Partikel in der Luft zu einer stärkeren Rotfärbung führen". "

Insofern könnten wir schon einige interessante Lichtphänomene bei Sonnenauf- und - untergängen sehen." Der Meteorologe geht nicht davon aus, dass der Vulkanausbruch in Island Auswirkungen auf das Weltklima haben wird. Es werde voraussichtlich nur "die Beeinträchtigung für den Flugverkehr, aber keine globalen Änderungen im Klima" geben.


 

Leserkommentare

 
B. BÖDECKER 16.04.2010 18:08
Vulkanausbruch

Endlich zeigt die Natur mal IHRE Muskeln und lässt die Menschen-trotz High Tech-als kleine Lichter erscheinen!



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