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Maikrawalle

Großeinsatz der Polizei: Ausschreitungen in Hamburg

01. Mai 2010 | Von dpa/ Peter Wüst

Am frühen Morgen des 1. Mai haben linke Demonstranten rund um das alternative Kulturzentrum "Rote Flora" Möbel, Holzlatten und Müll auf die Straße gestellt und angezündet. Foto: dpa

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Bei Maikrawallen im Schanzenviertel sind 17 Polizisten, ein Passant sowie drei Polizeihunde verletzt worden. Autonome zündeten Möbel an und warfen Flaschen.

Brennende Barrikaden, Böller explodierten mit großer Wucht, Steine und Flaschen flogen auf anrückende Polizisten. Vor dem Autonomen-Zentrum Rote Flora im Hamburger Schanzenviertel lieferten sich etwa 150 gewaltbereite Randalierer in der Nacht zum 1. Mai heftige Auseinandersetzungen mit der Polizei.

Mindestens 18 Menschen wurden verletzt. Ein unbeteiligter Passant bekam  einen Stein an den Kopf und wurde so schwer verletzt, dass er ins Krankenhaus musste. Darüber hinaus wurden 17 Polizisten und drei Diensthunde verletzt.  Sieben Randalierer wurden vorläufig festgenommen.

Flaschen und Steine fliegen

Die Polizei war offenbar  zunächst mit zu wenigen Kräften aufgestellt. Unter den Ansturm der brutaler Gewalt zogen sich die Polizisten zu Beginn der  Auseinandersetzungen etwas zurück, warteten auf Verstärkung die  offensichtlich erst vor der Roten Flora eintraf, als die die Barrikaden aus  Müllcontainern, Brettern, Fahrrädern von Anwohnern und Unrat bereits lichterloh in Flammen standen.  Aus der Menge heraus warfen die Randalier Flaschen und Steine auf die Polizisten und schossen Feuerwerkskörper und Leuchtkugeln ab.

Die Scheiben geparkter Autos wurden mit Pflastersteinen eingeschlagen, zwei Kleinlaster und ein Mercedes gingen unweit der Schanze in Flammen auf. Nach Angaben der Polizei hatten Unbekannte sie gegen 3.30 Uhr angezündet. Die Fahrzeuge brannten vollständig aus.  Auch gingen die Scheiben einer Bankfiliale zu Bruch. Im Schanzenviertel war es in den vergangenen Jahren bereits zu Krawallen rund um den 1. Mai gekommen.

Polizei rechnet mit friedlichem Tag

Insgesamt rechnen die Sicherheitsbehörden in der Hansestadt mit einem weitgehend friedlichen Tag der Arbeit. 2008 war es in Hamburg zu den schwersten Ausschreitungen seit Jahren gekommen. Im vergangenen Jahr lag der Schwerpunkt der Krawalle in Berlin. Fast 500 Polizisten waren bei den Ausschreitungen verletzt worden. Zahlreiche Störer wurden festgenommen. Mehr als 150 Anklagen wurden gegen Randalierer erhoben, erstmals auch wegen versuchten Mordes.

In Berlin verlief die Walpurgisnacht in diesem Jahr weitgehend ruhig. Rund 4000 Menschen feierten laut Polizei zumeist friedlich. Mehrere betrunkene Störer wurden festgenommen und weggeschleppt. Verletzte wurden nicht gemeldet.

In Bremen gingen in der Nacht zwei Streifenwagen der Polizei in Flammen auf. Auch hier wird nach Polizeiangaben ein Zusammenhang mit den Mai-Protesten vermutet.

 


 

Leserkommentare

 
HOLGER SCHÜTT 01.05.2010 12:04
Maifeiertag - Ich bin zu Hause!

[...], lasst doch die Hunde da raus! Auch die Geschichte mit dem Passanten ist inakzeptabel. NO GO! Aber okay, ein paar Staatsfeinde sind ja auf der Strecke geblieben. Die Chronik der Maikrawalle hat ja wie alles chronische seinen Anfang, mal so für die ganz Dummen. Ergo ergibt sich daraus eine Kraft, die dem Ganzen Antrieb gibt. Soweit so gut. Eigentlich ist es ein Tag der Arbeiterbewegung und der Gewerkschaften, die eine Grundabsicherung Ihrer Werte haben wollte. Das es seit Jahren zu Krawallen kommt hat einen demokratischen Hintergrund, ist quasi freie Meinungsäusserung. Denn vorerst leben wir in einer Demokratie, auch wenn der Staat dieses nicht zu begreifen scheint! Mit freundlichen Grüssen, Holgi - Der Demokrat

OLIVER F 01.05.2010 12:52
Demkratie?

Und was haben brennende Möbel & Autos jetzt mit Demokratie zutun? Den Zusammenhang hätte ich gerne nochmals erläutert.

HOLGER SCHÜTT 01.05.2010 13:08
Antwort

Maifeuer! Jeder nach seiner Facon. Der eine nimmt altes Gehölz, der Zukunftorientierte ist flexibel geworden. Kann auch gerne mal `ne S- Klasse sein. IHR SEID DAS VOLK, ändert was, dann wird sich auch dieser ganze Mist ändern. Anders wird es wohl nichts werden, Soweit ich die Demokratie begriffen habe, ist es das Recht des Einzelnen, seine Meinung zu vertreten, sofern man damit niemanden unterdrückt, alles andere wäre eine Diktatur. In sofern empfinde ich den Widerstand gegen so viele Missstände als Demokratisch!! MfG. Holgi - Der Demokrat

ANDREAS HANSEN 01.05.2010 13:46
Demokratie !!

Hallo Demokrat,
mal sehen, ob Du auch noch so locker bist, wenn deine Karre brennt.
Ich habe mich jahrelang auf der Schanz rumgetrieben, das was da heutzutage abgeht
hat weder mit Maifeuer, noch Demokratie, bzw. Demonstration zu tun. Die treffen sich nur um Randale zu machen, in der begründeten Hoffnung, die Polizei mischt sich ein.

IM WEST 01.05.2010 13:54
Rote Flora

Was muß eigentlich noch erst alles passieren? Die 'Rote Flora' sollte man sofort schließen, um dem [Beleidigung entfernt] ihren Rückzugsraum zu nehmen. Auch diese weichspühler Mentalität der Politik ist zu K[...].

Dieses [Beleidigung entfernt] sollte die volle härte des Gesetzen zu spühren bekommen

KARL-HEINZ LENZ 02.05.2010 10:06
wenn die mal dran kommen

Wenn dieser Pöbel, der gegen angebliche Missstände kämpft, mal an die Macht kommt, dann geht es uns erst richtig schlecht. Am eigenen Unvermögen sind natürlich immer andere Schuld, dann hat man eine schöne Ausrede. Ich bin der Meinung, dass die Polizei bei Mordversuchen (Brandsätze, Pflastersteine) ihre Waffen einsetzen sollte. Oder - wozu tragen sie die sonst? Kalle von kalleskoppel.de



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