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Brände auf Sylt
Feuerteufel auf der Promi-Insel?
Einsatz im Naturschutzgebiet: Zwei Gebäude der VHS fielen den Flammen in Kampen zum Opfer. Foto: rtn
Nach der Sylter Brandnacht begannen jetzt die Ermittler mit der Suche nach Spuren. Bürgermeisterin Petra Reiber sprach von fünf Brandorten mit elf Brandherden. Sie persönlich vermute Brandstiftungen. Auch Polizei und Feuerwehr teilen diese Ansicht. Gerüchten, nach denen es bereits Festnahmen gegeben haben soll, widerspricht Polizeisprecherin Kristin Stielow jedoch.
Mehrere hundert Menschen wurden nach den Feuern in Notunterkünfte gebracht. Alle 400 Einsatzkräfte der Sylter Feuerwehr waren in der Nacht im Einsatz. Die Leitstelle Nordfriesland in Harrislee habe den Ausnahmezustand für die Insel ausgerufen, sagte ein Feuerwehrsprecher am Montagmorgen. Ein Mensch wurde mit einer Rauchvergiftung ins Krankenhaus gebracht, darüber hinaus wurde niemand verletzt. Außerdem kollidierte ein Feuerwehrfahrzeug auf der Fahrt mit einem Transporter. Dabei wurden zwei Feuerwehrleute und der Fahrer des Transporters leicht verletzt. Der gesamte Sachschaden könnte Millionenhöhe erreichen.
Unterkunft in der Katastrophenhalle
Für die Evakuierten stellte das Deutsche Rote Kreuz in einer Halle auf dem Flughafengelände Betten bereit. Sie bekommen dort warme Getränke, Brötchen und Kuchen. Viele der Urlauber mussten ihre Ferienunterkunft fluchtartig und nur mit einem Bademantel bekleidet verlassen. Die Stimmung auf dem Flughafen beschrieb Bürgermeisterin Reiber als ruhig. "Die Menschen fühlen sich sehr gut versorgt und betreut, alles läuft Hand in Hand." Helfer brachten Essen und Getränke, das Rote Kreuz hatte Betten aufgestellt. "Innerhalb der Halle wurden auch noch Zelte aufgestellt, speziell für Familien mit Kindern", schilderte Reiber. Für die Kleinen gab es auch Kuscheltiere. "Noch in der Nacht haben einige Einzelhändler ihre Geschäfte aufgemacht, damit die Leute sich versorgen konnten", sagte die Bürgermeisterin. "Ein Bäcker hat um 4 Uhr Brötchen geliefert."
Inzwischen bekamen die Einsatzkräfte Unterstützung vom Festland. In Niebüll wurden mehrere Rettungs- und Feuerwehrwagen auf einen Autozug verladen.
Zwei Gebäude abgebrannt
Am schlimmsten betroffen war die Volkshochschule Klappholttal in den Dünen zwischen Kampen und List. "Wir haben zwei Gebäude verloren", berichtete Wehrführer Andreas Fließ. So brannte das Wirtschaftsgebäude samt Speiseräumen ab. Zerstört wurde auch eine Baracke mit Unterkunftsräumen für Personal und Gäste. In einem weiteren Haus konnte ein Polizist ein Feuer löschen, das durch Anzünden von Prospekten und einer Tischdecke entstanden war.
Auf dem 7,5 Hektar großen Gelände der Volkshochschule stehen insgesamt rund 150 kleine Häuser mit 250 Betten. Der Sachschaden hier wird auf einen sechsstelligen Betrag geschätzt. Bis zu 150 Feuerwehrleute aus fast allen Inselorten waren hier im Einsatz.
1,5 Kilometer bis zum Wasseranschluss
Erschwert wurde ihre Arbeit dadurch, dass wegen des Feuers der Zugang zur Wasserentnahmestelle versperrt war. Erst in 1,5 Kilometern Entfernung war ein Anschluss an die Wasserversorgung möglich.
Wehrführer Fließ lobte die Evakuierung der Gebäude als vorbildlich.
Zunächst hatte die Feuerwehr nur eine Teil-Evakuierung veranlasst, wegen befürchteter weiterer Brände auf dem Gelände mussten schließlich aber alle Insassen heraus aus den Häusern.
Wäsche brannte im Lindner-Hotel
Im Wenningstedter Vier-Sterne-Hotel Lindner "Windrose" mussten nach dessen Angaben rund 250 Gäste das fast direkt am Strand gelegene Haus verlassen, nachdem Feuer im Keller eines Nebengebäudes ausgebrochen war. "Dort hat Wäsche gebrannt", sagte Wehrführer Ralf Winter. "Warum, wissen wir nicht." Die ursprüngliche Vermutung, ein Blitz habe den Brand verursacht, bestätigte sich nicht. Das Feuer wurde schnell gelöscht.
Wegen Verrußung war das Hotel laut Polizei zunächst nicht bewohnbar. Erst in der Nacht zum vorigen Donnerstag hatte es in einem Appartementhaus in Westerland einen Kellerbrand gegeben. Daraufhin mussten rund 60 Menschen in der Flughafenhalle übernachten.
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