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Zahlreiche Feuer auf Sylt

"Die Insel brennt - so muss man das sagen"

16. August 2010 | 10:05 Uhr | Von ksö/rtn/ddp/dpa/shz.de

Feuer im Lindner-Hotel "Windrose". Das Haus wurde evakuiert. Foto: rtn

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Ausnahmezustand auf Deutschlands Promi-Insel: Alle 400 Feuerwehrleute waren in der Nacht im Einsatz - auf Sylt brannte es an neun Stellen, hunderte Menschen kamen in Notunterkünfte.

Die Leitstelle Nordfriesland in Harrislee habe den Ausnahmezustand für die Insel ausgerufen, sagte ein Feuerwehrsprecher Montagmorgen. "Die Insel brennt, so muss man das sagen", resümierte ein Sprecher der Polizei-Zentralstation in Westerland.

An neun Stellen hat es auf Sylt gebrannt. Nachdem gegen Mitternacht eine Unwetterfront über Teile der Insel hinweggezogen waren, verbunden mit Blitzeinschlägen und Starkregen, wurde zuerst die Freiwillige Feuerwehr Westerland zu einem Containerbrand an der Wohnanlage des Alten- und Pflegeheims der Arbeiterwohlfahrt in den Wenningstedter Weg alarmiert. Ein Blitz war in den Container eingeschlagen und hatte ihn in Brand gesetzt.

Großalarm nach Blitzeinschlag

Um 1.30 Uhr wurde ein Blitzeinschlag im Lindner-Hotel "Windrose" in Wenningstedt gemeldet. Die Harrisleer Rettungsleitstelle löste Großalarm für die Wehren aus Wenningstedt und Kampen aus, rund 300 Hotelgäste und Mitarbeiter mussten in Sicherheit gebracht werden. Sie wurden in einer Halle des Flughafens Westerland untergebracht und betreut. Beim Einsatz allerdings wurde ein Blitzschlag als Ursache ausgeschlossen. "Dort hat Wäsche gebrannt", sagte Wehrführer Ralf Winter. "Warum, wissen wir nicht." Wegen Verrußung ist das Hotel laut Polizei derzeit nicht bewohnbar.

Die nächste Schreckensmeldung ließ nicht lange auf sich warten: Gegen 2.30 Uhr wurde ein Großfeuer am Schulerholungsheim im Klappholttal zwischen Kampen und List im Norden der Insel gemeldet. Nach Angaben der Feuerwehrleitstelle brannte das Gebäude komplett und war nicht mehr zu retten. Der Komplex wurde evakuiert, rund 200 Menschen wurden in die Halle am Westerländer Flughafen gebracht und betreut. Noch als die Sonne aufging, loderten die Flammen. Offenbar nach einem Küchenbrand wurden hier das Haupthaus und ein Nebengebäude in Mitleidenschaft gezogen. Beide Gebäude brannten bis auf die Grundmauern nieder. Am Morgen wollte die Feuerwehr mit einem Bagger die zusammengesackten Gebäudereste in den Mauern ausheben, um letzte Brandnester kontrolliert zu löschen.

Unfall auf dem Weg zum Einsatz

Weitere kleine Bränden, wie im Ostetal in Wenningstedt, hatten die Feuerwehren Wenningstedt-Braderup und Tinnum zu löschen. Auf dem Weg dorthin stieß ein Löschfahrzeug der Feuerwehr Tinnum mit einem Kleintransporter zusammen. Dabei wurden zwei Feuerwehrleute und der Fahrer des Transporters verletzt.

Grund für die Brände waren teils Blitzschläge bei einem schweren Gewitter, das in der Nacht über die Insel gezogen war, teils möglicherweise aber auch Brandstiftungen.


 

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