TOP-THEMA

 

Neonazi-Aufmarsch in Neumünster

Rechts prallt auf Links

21. August 2010 | 14:40 Uhr | Von Dörte Moritzen, Schleswig-Holstein am Sonntag

Festnahmen in Neumünster: Bei der Neonazi-Demonstration kam es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen. Foto: dpa

Bild 1 von 3
Bei gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Rechtsradikalen und Linken hat es am Sonnabend in Neumünster einen Verletzten und mehrere Festnahmen gegeben.

Gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen Neonazis und Angehörigen der linksautonomen Szene hielten am Samstag stundenlang die Polizei in Neumünster im Einsatz. Mehrere Beteiligte erlitten bei den Ausschreitungen in der Innenstadt Platzwunden. Neun Linksautonome wurden festgenommen.

Den Krawallen waren zwei Kundgebungen vorausgegangen. Ab 9 Uhr hatten verschiedene linke Verbände zum Protest auf den Bahnhofsvorplatz eingeladen, an der sich auch einige Politiker aus der Stadt beteiligten. Friedlich demonstrierten rund 50 Teilnehmer, die zum Teil mit kleinen Kindern und Fahnen gekommen waren, gegen den Aufmarsch der Neonazis, der zwei Stunden später stattfinden sollte. Unisono bezweifelten die Redner, dass die Neonazis mit ihrem Marsch tatsächlich - wie angegeben - an den Todestag Friedrichs des Großen erinnern wollten. Immerhin fällt dieser ausgerechnet mit dem Todestag des Kriegsverbrecher Rudolf Hess zusammen.

Stationäre Kundgebung statt Gedenkmarsch

Doch aus dem geplanten Gedenkmarsch wurde nichts. Nachdem sich rund 90 Rechte ebenfalls in Bahnhofsnähe von der Polizei abgeschirmt versammelt hatten, teilte die Polizei ihnen mit, dass aus Sicherheitsgründen nur eine stationäre Kundgebung machbar sei. Inzwischen hatten sich nämlich rund 350 Linksautonome an der Demonstrationsstrecke postiert. Laut Polizei reichten die Kräfte zum Schutz nicht aus. Die Neonazis lehnten diese Variante jedoch ab, beschimpften wüst die Polizei und begannen sofort mit Rangeleien.

Als sich außerdem herausstellte, dass der Versammlungsführer alkoholisiert war und damit gegen das Versammlungsrecht verstoßen hatte, erklärten die verantwortlichen Neonazis die Veranstaltung selbst für beendet und erhielten von der Polizei obendrein einen Platzverweis.

Auf dem Rückweg beider Gruppierungen flogen an mehreren Stellen in der Innenstadt Flaschen, Steine und Feuerwerkskörper. Die Polizei, die zusätzlich mit Kräften aus Berlin und Hamburg sowie mit Kollegen der Bundespolizei vor Ort war, hatte alle Hände voll zu tun, die gewalttätigen Gruppen zu trennen. Erst nach Stunden beruhigte sich die Lage.


 

Leserkommentare

 
SVEND PETERSEN 22.08.2010 00:26
Manche Leute braucht man gar nicht lächerlich machen...

... sie machen das selbst schon gut genug!

ONLINEREDAKTION 22.08.2010 13:37
Kommentar gelöscht

Ein Kommentar von "Holger Schütt" wurde wegen rassistischer Äußerungen gelöscht. Das verstößt gegen unsere Richtlinien.

Mit freundlichem Gruß
Onlineredaktion shz.de

HELMUT HELMUT 23.08.2010 08:25
Rechts prallt auf Links

Ihr Beitrag
Warum prallt Rechts auf Links? Bild drei sagt doch eindeutig aus:Massives Polizeiaufgebot in Meumünster: Die Polizisten drängen Demonstranten aus dem linken Spektrum zurück. Foto: dpa
Wäre es nicht korrekt zu schreiben Linke wollen genehmigte Demo verhindern? Da gilt es doch ersteinmal zu fragen warum soll eine Demo gegen Staatsverschwendung die an den großen Preußenkönig erinnert und den Regierenden Ihre Verschwendung vor Augen führen soll von Linken verhindert werden? Ihre Meinung ist dazu auch gefragt!

WIR SIND DAS VOLK 23.08.2010 22:25
Gewaltförderung durch die Behörden

Man fragt sich wieso zwei verfeindete Gruppen unbedingt gleichzeitig in nächster Nähe demonstrieren dürfen. Regelmäßig kommt es dabei zu Gewalttaten, auch gegen die Polizei. Auch Anwohner/Geschäfte haben darunter zu leiden.

Warum kann man nicht wenn die eine Gruppe demonstriert, der anderen Gruppe einen Termin z.B. für den nächsten Tag oder das nächste Wochenende geben ?

Warum müssen die Behörden es statt dessen so regeln, daß es garantiert zur Konfrontation kommt und damit auch erhebliche Gefährdungen für Unbeteiligte und Sachen entstehen ?



Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu schreiben. Anmelden

Warum muss ich mich anmelden/registrieren?

shz.de distanziert sich prinzipiell von allen in den Leserkommentaren geäußerten Meinungen ohne Rücksicht auf deren Inhalte. Alle Beiträge in den Leserkommentaren geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen der User wieder.

Bitte beachten Sie unsere Richtlinien für Kommentare!



 
 

SH-REISE

1000 Tipps für schöne Tage im Norden!
Der Norden hat viel zu bieten: In "1000 Tipps für einen schönen Tag in Schleswig-Holstein" finden Sie die schönsten Seiten des Landes und lernen geheime Attraktionen kennen. Einige haben wir hier für Sie.

 

 

LANDTAGSWAHL 2012

 

Beilagen der Woche

 
     

    "HERBIE" IN RENDSBURG

    Grönemeyer kommt nach Rendsburg!
    Alle wichtigen Informationen zum Konzert erhalten Sie hier.

     

    Nachrichtenticker

     

    Meistgelesene Artikel

     



     
    HÄUFIG GELESEN

    Drei Tote bei Verkehrsunfällen im Norden

    Drei Menschen sind am Donnerstag bei Verkehrsunfällen in Hamburg und Schleswig-Holstein ums Leben ...mehr

     
     


    KONTAKT | IMPRESSUM | AGB | DATENSCHUTZ