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Neonazi-Aufmarsch in Neumünster
Rechts prallt auf Links
Festnahmen in Neumünster: Bei der Neonazi-Demonstration kam es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen. Foto: dpa
Gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen Neonazis und Angehörigen der linksautonomen Szene hielten am Samstag stundenlang die Polizei in Neumünster im Einsatz. Mehrere Beteiligte erlitten bei den Ausschreitungen in der Innenstadt Platzwunden. Neun Linksautonome wurden festgenommen.
Den Krawallen waren zwei Kundgebungen vorausgegangen. Ab 9 Uhr hatten verschiedene linke Verbände zum Protest auf den Bahnhofsvorplatz eingeladen, an der sich auch einige Politiker aus der Stadt beteiligten. Friedlich demonstrierten rund 50 Teilnehmer, die zum Teil mit kleinen Kindern und Fahnen gekommen waren, gegen den Aufmarsch der Neonazis, der zwei Stunden später stattfinden sollte. Unisono bezweifelten die Redner, dass die Neonazis mit ihrem Marsch tatsächlich - wie angegeben - an den Todestag Friedrichs des Großen erinnern wollten. Immerhin fällt dieser ausgerechnet mit dem Todestag des Kriegsverbrecher Rudolf Hess zusammen.
Stationäre Kundgebung statt Gedenkmarsch
Doch aus dem geplanten Gedenkmarsch wurde nichts. Nachdem sich rund 90 Rechte ebenfalls in Bahnhofsnähe von der Polizei abgeschirmt versammelt hatten, teilte die Polizei ihnen mit, dass aus Sicherheitsgründen nur eine stationäre Kundgebung machbar sei. Inzwischen hatten sich nämlich rund 350 Linksautonome an der Demonstrationsstrecke postiert. Laut Polizei reichten die Kräfte zum Schutz nicht aus. Die Neonazis lehnten diese Variante jedoch ab, beschimpften wüst die Polizei und begannen sofort mit Rangeleien.
Als sich außerdem herausstellte, dass der Versammlungsführer alkoholisiert war und damit gegen das Versammlungsrecht verstoßen hatte, erklärten die verantwortlichen Neonazis die Veranstaltung selbst für beendet und erhielten von der Polizei obendrein einen Platzverweis.
Auf dem Rückweg beider Gruppierungen flogen an mehreren Stellen in der Innenstadt Flaschen, Steine und Feuerwerkskörper. Die Polizei, die zusätzlich mit Kräften aus Berlin und Hamburg sowie mit Kollegen der Bundespolizei vor Ort war, hatte alle Hände voll zu tun, die gewalttätigen Gruppen zu trennen. Erst nach Stunden beruhigte sich die Lage.
Leserkommentare
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Mit freundlichem Gruß
Onlineredaktion shz.de
Ihr Beitrag
Warum prallt Rechts auf Links? Bild drei sagt doch eindeutig aus:Massives Polizeiaufgebot in Meumünster: Die Polizisten drängen Demonstranten aus dem linken Spektrum zurück. Foto: dpa
Wäre es nicht korrekt zu schreiben Linke wollen genehmigte Demo verhindern? Da gilt es doch ersteinmal zu fragen warum soll eine Demo gegen Staatsverschwendung die an den großen Preußenkönig erinnert und den Regierenden Ihre Verschwendung vor Augen führen soll von Linken verhindert werden? Ihre Meinung ist dazu auch gefragt!
Man fragt sich wieso zwei verfeindete Gruppen unbedingt gleichzeitig in nächster Nähe demonstrieren dürfen. Regelmäßig kommt es dabei zu Gewalttaten, auch gegen die Polizei. Auch Anwohner/Geschäfte haben darunter zu leiden.
Warum kann man nicht wenn die eine Gruppe demonstriert, der anderen Gruppe einen Termin z.B. für den nächsten Tag oder das nächste Wochenende geben ?
Warum müssen die Behörden es statt dessen so regeln, daß es garantiert zur Konfrontation kommt und damit auch erhebliche Gefährdungen für Unbeteiligte und Sachen entstehen ?
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