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"Expedition Wattenmeer"
Elf Tage hart am Wind durchs Watt
Föhr. Zwischen Inseln und Halligen sind wir gekreuzt und in Häfen bei Ebbe trockengefallen. Viele Gespräche mit interessanten Menschen haben uns die grandiose Wildnis vor unserer Haustür näher gebracht. Wir hatten herrliche Erlebnisse und tolle Abende an Bord mit dem Team - aber auch einen engen Zeitplan und sehr viel Arbeit. Die "Expedition Wattenmeer" war eine Reise in eine faszinierende und vielen noch unbekannte Welt - und ein Ereignis, das keiner von uns vergessen wird.
In einer stürmischen Fahrt von Hallig Hooge nach Föhr, bei Windstärke 6 bis 7, zeigte uns das Wattenmeer zum letzten Mal die Zähne. Der geplante Besuch auf der Hallig Gröde, das Gespräch mit den Menschen der kleinsten Gemeinde Deutschlands, musste ausfallen. Zu stark war der Wind, zu stürmisch der Seegang, und die Wetterprognosen katastrophal. Gestern Abend ging im Hafen von Wyk auf Föhr deshalb die Tour auf der "Ronja" zu Ende. Aber die Expedition geht weiter. Nicht auf dem Schiff, sondern von Land aus. Bis zum Sonnabend, dem 7. August, werden wir weiter täglich in ihrer Zeitung und im Internet über die "Expedition Wattenmeer" berichten. Zu viele Begegnungen, zu viele Geschichten konnten während der Fahrt auf der "Ronja" nicht aufbereitet werden - die Zeit war einfach zu knapp. Wir werden das deswegen in den kommenden Tagen nachholen.
"Besser hätte die Expedition nicht laufen können"
Wie hat eigentlich der Kapitän der "Ronja", John von Eitzen, die "Expedition Wattenmeer" erlebt? Schließlich war er es, der uns alle während der fast zwei Wochen lang sicher und stets gut gelaunt durch die Untiefen des Wattenmeeres steuerte. "Anstrengend fand ich vor allem die Vorbereitungen. Diese endlosen Sitzungen, das ist nicht mein Ding", erzählt der Skipper. "Die große Erwartungshaltung und das Wissen, dass vor den Augen der Öffentlichkeit, möglicherweise nicht alles klappen würde, das fand ich anfangs schwierig." Aber die gute Zusammenarbeit des ganzen Teams, die hervorragende Stimmung an Bord und die professionelle Organisation, das habe ihn begeistert, sagt er. "Ich hatte mich besonders auf den Expeditionsabschnitt im Dithmarscher Wattenmeer gefreut. Aber aufgrund der unsicheren Wetterlage und des engen Zeitplans mussten wir das leider streichen." Gerade in seemännischer Hinsicht sei das Dithmarscher Watt besonders anspruchsvoll.
An Bord der "Ronja", kurz vor unserer Abreise, zieht John von Eitzen dann sein persönliches Fazit: "Ich finde, es ist eine tolle Sache, dass das Weltnaturerbe Wattenmeer den Menschen auf diese Weise näher gebracht wurde." Auch die Begegnung mit vielen Menschen, die man sonst nicht treffe, habe ihn begeistert. Oscar-Preisträger Richard O’Barry etwa, die Verantwortlichen des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlages und der Schutzgemeinschaft Deutsche Nordseeküste sowie viele andere. "Man packt all diese Charaktere, bildlich gesprochen, in ein Boot, rührt kräftig um, und dann kommt so ein spannendes und harmonisches Projekt dabei raus. Das ist doch faszinierend", sagt von Eitzen, denkt kurz nach und fügt hinzu: "Die zwei Wochen waren auch für mich eine tolle Zeit. Ich bin überzeugt: Besser hätte die Expedition nicht laufen können."
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