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Ein Präsent für "Vizekönig Guido"
Schleswig. Der FDP-Bundesvorsitzende und Außenminister Guido Westerwelle feiert am 27. Dezember 2011 seinen 50. Geburtstag. Das erste Präsent aus Anlass dieses Ehrentages kommt aus Schleswig. Der Autor Jens Petersen (51) schrieb ein Buch mit dem Titel: "Ich, Rex Guido I. - Vizekönig von Deutschland". Die Lektüre dieses 140-Seiten-Werkes wird sicherlich manchen Leser amüsieren - ausgenommen das "Geburtstagskind".
Denn Petersen zieht Deutschlands bekanntesten und umstrittensten Liberalen durch den Kakao wie ein Stück Marzipan durch die Kuvertüre. Gemeinerweise schildert er die großen und kleinen Abgründe der Politik aus der Sicht von Westerwelle, der Politiker selbst spricht zu seinem Volk. Die 17 Kapitel des Buches erinnern streckenweise an eine Autobiographie, wenn auch die gnadenlose Überzeichnung der geschilderten Szenen und Ansichten den Leser stets auf den Boden der Tatsachen zurückholt: "Das kann Westerwelle nicht selbst geschrieben haben."
Petersens "Westerwelle" schildert den eigenen Aufstieg in der FDP mit demonstrativ zur Schau gestelltem Selbstbewusstsein: "Erst Bangemann, dann Möllemann, wann kommt den endlich mal ein Fachmann?", schreibt er. Nun, 1980 war es soweit. Westerwelle trat in die FDP ein, "der Partei, in der man schnell Karriere machen konnte".
Und dann geht’s rund in dem Buch. Wenn es politisch wird, wird es meist gut. Der "erfundene Guido" verfügt über eine noch größere Portion Selbstironie als das Original. Ein Beispiel ist die hübsche Liste an Zitaten, die "Guido" von und über sich im Internet gefunden hat. Zwei Kosteproben gefällig? Erstens: "Ich brauche keine politischen Einflüsterer. Ich spreche jeden Tag mit meinem Spiegelbild. Das muss reichen." Zweitens: "Westerwelle ist die Tretmine der deutschen Politik. Jetzt wird man verstehen, warum sich die Kanzlerin nicht bewegt."
Ein Schmankerl des Buches findet sich auf den Seiten 63 bis 68. Es handelt sich um das FDP-Spiel - oder auch "Guidopoly" genannt. Der Spielplan, dessen Ähnlichkeit mit Monopoly sicherlich nur zufällig ist - wurde zwar drucktechnisch nicht perfekt wiedergegeben, wartet aber mit einer Fülle an originellen "Straßen" auf, die man aufkaufen muss und später teuer an Mitspieler vermieten kann.
Jede Besitzkarte entspricht zwei Prozent der Wählerstimmen. Wer 25 Karten besitzt, hat gewonnen. Die Monopoly-Straßennamen wurden dem Thema entsprechend überarbeitet. Bei den "Bahnhöfen" heißen die Stationen unter anderem "Stuttgart 21" und "Elbphilharmonie". Das "Gefängnis" wurde durch "Gorleben" ersetzt. Und die teuerste Straße im Spiel trägt den Namen "Westerwelle-Allee". Vorsicht vor den Ereigniskarten, sie können Spielern schaden: "Unerwartet erscheinen die Memoiren von Jürgen W. Möllemann, in denen er dich als umtriebigen Politclown bezeichnet. Die FDP verliert vier Prozent an Wählerstimmen. Gib zwei Besitzkarten deiner Wahl an die Bank zurück."
Warum musste es ein Buch über Westerwelle sein? "Er ist das Idealbild des konstruierten Politikers", sagt Autor Petersen über seinen Hauptdarsteller. Diese Art von Politikern habe es vor Westerwelle nicht gegeben: "Geschniegelte, eloquente Gestalten, erschaffen für die Wahlplakate."
"Ich, Rex Guido I. - Vizekönig von Deutschland" ist im Tredition-Verlag erschienen, 13,90 Euro.
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