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Überwachung

Drei "Trojaner"-Fälle in Schleswig-Holstein

12. Oktober 2011 | 07:23 Uhr | Von Eckard Gehm

Auch in Schleswig-Holstein haben Ermittler in drei Fällen mutmaßliche Kriminelle mit Software überwacht worden. Datenschützer wollen das Programm jetzt untersuchen.

In Schleswig-Holstein ist der vom Chaos Computer Club (CCC) entdeckte "Staatstrojaner" nicht verwendet worden - dafür aber eine andere Überwachungssoftware. Laut Landeskriminalamt (LKA) in Kiel sind in den vergangenen fünf Jahren in drei Fällen Programme genutzt worden, um bei Ermittlungen Verdächtige zu überwachen.

Nach sh:z-Informationen ging es dabei in zwei Fällen um Rauschgifthandel, in einem weitere Fall um schwerste organisierte Kriminalität. LKA-Sprecher Stefan Jung: "Für die Überwachung gab es richterliche Beschlüsse, alle gesetzlichen Auflagen wurden selbstverständlich eingehalten."

Privatunternehmen hat Software geschrieben

Geschrieben hat die Software ein Privatunternehmen. Ob es sich dabei um die Firma "DigiTask" handelt, in Deutschland für Polizei und Behörden die erste Adresse beim Kauf von Schnüffelsoftware und verantwortlich für den "Staatstrojaner", beantwortete das LKA nicht.

Stefan Jung: "Wir sprechen auch nicht von Trojanern, sondern von Software, die eine Quellen-Telekommunikationsüberwachung ermöglicht." Dabei würden etwa vom Rechner ausgehende Mails oder Internet-Telefonate aufgezeichnet. "Eine Online-Durchsuchung der Festplatte, ein Ausspähen des Beschuldigten über das Mikrofon oder die Webkamera an seinem Computer hat es nicht gegeben. Das konnte die Software auch gar nicht."

Datenschützer wollen Software prüfen

Das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz (ULD) will die vom Landeskriminalamt verwendeten Programme trotzdem anfordern und überprüfen. "Wir wollen wissen, ob die Software den vom Bundesverfassungsgericht 2008 festgelegten Anforderungen einer Trennung von Telefonüberwachung und dem verfassungsrechtlich verbotenen Online-Ausspähen von Computern entspricht", sagte Thilo Weichert, Leiter der Behörde.

Laut Weichert müssten die gesetzlichen Regelungen für die Telekommunikationsüberwachung dringend verändert werden. "Der Paragraf 100a der Strafprozessordnung entspricht nicht den technischen Gegebenheiten einer digitalen Internetkommunikation - da muss nachgebessert werden", so Weichert. Von der Polizei forderte er, Datenschützer künftig bei der Entwicklung und der Installation von staatlichen "Trojanern" für legale und richterlich angeordnete Überwachungen einzubinden.

Ermittlern dürfte diese Idee nicht gefallen. Wie das Kieler LKA seine Spähsoftware installierte, hält man geheim - ebenso den Erfolg, also ob sie bei der Überführung der Verdächtigen geholfen hat.


 

Leserkommentare

 
B. BÖDECKER 11.10.2011 16:42
Trojaner/ Überwachung

Wer sich nichts zu schulden kommen lässt, hat ja anscheinend nichts z befürchten.
Unter dem Deckmantel "Kriminellenüberwachung" wird so etwas angewandt. Frage: wo hört das auf u wo fängt die generelle private Überwachung an? Dass wir gläsern sind, ist allgemein bekannt.Wie bei den neuen Personalausweisen hat man auch hier e bitteren Beigeschmack. Es läuft langsam auf Stasi .-Manier hinaus. Und m.E. auch nicht überraschend.Ein Schelm...

JÜRGEN DR. SÖCHTIG 11.10.2011 17:15
Stasi?

Microsoft und die CIA sind auf jeden PC anwesend. Privatsphäre? Fehlanzeige, aber das ist sowieso egal. Die Amis dürfen eben alles, oder?

Das Gezeter um den Trojaner ist irrwitzig und albern. Die Ganoven rüsten auf und lutschen jeden PC nach Belieben aus. Selbst Microsoft und Co holen sich von unseren PCs Daten ohne Rücksicht auf Verluste. Kein Datenschützer verliert darüber auch nur ein Mini-Wort. Auch die Medien und die Politik schweigen zu den massiven Datenschutz-Verstößen von Microosoft. Es geht ja schließlich um das Urheberrecht? Und das BKA? Diese Jungs beschützen uns Bürger vor den Kriminellen. Dann sollen sie auch die PCs der Ganoven auslutschen bis zum letzten Bit. Das BKA benötigt zwingend Waffengleichheit mit der Unterwelt. Wenn Microsoft spionieren darf, dann darf es das BKA erst recht. Gebt dem BKA einen Super-Trojaner, der Microsoft am Spionieren hindert. Basta.

NORBERT EGGERT 11.10.2011 17:44
@Jürgen Dr. Söchtig

ZItat:
Microsoft und die CIA sind auf jeden PC anwesend.
tatiZ:
Woher wissen Sie das? Beweise bitte. Lassen Sie uns nicht im Unwissen stehen.

Über den Rest will ich kein Wort verlieren, da Sie mit solchen Äußerungen sich vom Rechtsstaat entfernen.

JÜRGEN DR. SÖCHTIG 11.10.2011 19:01
Beweis? bitte schön

Bei der Entwicklung von Wndows haben die amerikanischen Geheimdienste den Teil "Windows-Sicherheit" programmiert. Dies wurde in zahlreichen PC-Zeitschriften pupliziert und von Microsoft bestätigt. Geheime Zugangs-Ports dürften daher selbstverständlich sein. Mit Hilfe dieser Ports hat auch Microsoft Zwangs-Updates aufgespielt, die angeblich das Copyright schützen sollten. Welche Daten im Rahmen der Zwangs-Aktivierung von Microsoft heruntergezogen werden, ist nicht bekannt. Selbst die Lautsprecher vom CHAOS-Club sind noch nicht dahiuntergekommen. Desweiteren "telefoniert" Windows in regelmäßigen Abständen "nach Hause". Microsoft macht keine Angaben, welche Daten herruntergezogen werden. Die Geheimdienste schweigen zu diesem Thema.

MARC AUS NEUMÜNSTER 11.10.2011 19:29
Staats-Trojaner

Woran Sie erkennen, dass Sie einen Staatstrojaner auf dem Rechner haben:

-Auf Ihrem Bankkonto befinden sich unerklärliche Abbuchungen an den Euro-Rettungsschirm

-Bei der Führerscheinkontrolle rät Ihnen die Polizei dazu, doch endlich mal Ihr Wohnzimmer aufzuräumen

-Sie bekommen massenhaft „Gefällt mir"-Reaktionen auf Ihre Statusmeldungen – obwohl Sie gar nicht bei Facebook sind

-Sie haben seit Neuestem ein Y-Laufwerk, auf dem sich besoffene Bundeswehrsoldaten herumtreiben

-Aus irgendeinem Grund stürzt Ihr Windows plötzlich nicht mehr ab

-Sie haben unlängst ein Programm heruntergeladen, mit dem man Angela Merkel nackt sehen können soll

-Nicht nur Ronald Pofalla, sondern alle Mitarbeiter des Innenministeriums können so langsam Ihre Fresse nicht mehr sehen

----------------------
Viel mehr sollte uns aber beunruhigen, dass die Behörden Software-Schrott eingekauft haben. Die Entwicklerfirma DigiTask hat mit staatlichen Aufträgen mehr als zehn Millionen Euro umgesetzt. Warum wird die Qualität der teuren Investitionen nicht überprüft? Das ist der eigentliche Skandal.

MfG Marc, aus der Stadt der Sprayer



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