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"Street View"
Die Wege des Google sind unergründlich
"Kein Foto!" Dass Googles "Street View"-Bilder mit Personen in Verbindung gebracht werden können, regt Datenschützer auf. Foto: dpa
Am Ende dieses Jahres sollen die 20 größten deutschen Städte "virtuell lebendig" werden. Google startet seinen Dienst "Street View" in Deutschland. Was im Sommer 2008 mit dem Fotografieren von Straßen und Häusern begann, hat inzwischen Wogen der Empörung ausgelöst. Nun scheint eine große Frage das Land zu spalten: Soll mein Haus im Internet zu sehen sein?
Dabei geht es um mehr als nur das Foto des Hauses, in dem man wohnt. "Gegen 'Street View' selbst haben wir nichts, das kann legal eingesetzt werden", sagt Schleswig-Holsteins Datenschutzbeauftragter Dr. Thilo Weichert. Das Problem aber liegt in der Möglichkeit, anhand der Bilder und gespeicherter Geodaten diverse Rückschlüsse auf Personen zu ziehen. Weichert nennt ein Beispiel: "Stellen Sie sich ein Haus auf dem Land vor. In Adressdateien steht, wer unter dieser Anschrift wohnt. Jetzt sieht sich jemand das Gebäude an und weiß, wie die Menschen darin leben, ob sie einen Garten haben, welches Auto sie fahren. Das kann für Werbezwecke genutzt werden." Ebenso könnten natürlich auch Baubehörden, Banken oder Finanzämter ohne viel Aufwand etwas genauer auf gemachte Angaben schauen.
Kritik auch am Widerspruch-Formular
Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hält "Street View" für weitgehend unbedenklich und lehnt eine vom Bundesrat vorgeschlagene strenge Regulierung ab. Zu strenge Vorschriften könnten zu "unbeabsichtigten Kollateralschäden bei der ansonsten normalen Nutzung von Bildern des öffentlichen Raums" führen, sagte der CDU-Politiker am Dienstag in Berlin.
Wer sein Haus nicht bei Google "Street View" sehen möchte, kann per Brief, E-Mail oder über ein Online-Formular widersprechen. Letztes jedoch arbeitet mit genau der Methode, die Datenschützer Weichert kritisiert: "Hier muss mit Geodaten der genaue Standpunkt des Hauses angegeben werden. Anschließend verlangt Google den Namen und die Adresse der Person, die einer Veröffenlichung des Fotos widerspricht." Damit hat das Unternehmen die Gewissheit, welche Person in welchem Haus wohnt. Wie Google diese Gewissheit einsetzt, verschweigt der Konzern. Genau dieses Verhalten bringt den Datenschützer in Rage. "Wenn Google auch mal auf unsere Vorschläge einginge, wäre vieles einfacher. Der Widerspruch ließe sich auch ohne Namens- und Adressangabe bearbeiten, was dem Datenschutzgesetz viel eher entsprechen würde."
Google will Missbrauch ausschließen
Obwohl Weichert die Form des Widerspruchs zu "Street View" scharf kritisiert, sieht er keine andere Möglichkeit. Google rechtfertigt das Vorgehen auf shz.de-Anfrage damit, dass tatsächlich nur derjenige widersprechen soll, der auch wirklich betroffen ist. Ein Sprecher versichert, dass bei einem Widerspruch die Rohdaten gelöscht würden. Er warnt aber auch: "Wer jetzt die Veröffentlichung seines Hauses ablehnt, kann das Bild nicht später wieder einsetzen lassen." Denn es sei nicht geplant, neue Aufnahmen bereits fotografierter Straßen zu machen. Gleichzeitig heißt es, dass jeder Widerspruch zur Löschung führe. Salopp gesagt: Wenn sich in einem Mehrfamilienhaus nur ein Bewohner beschwert, ist das ganze Gebäude weg.
Auch wenn der Internet-Riese derzeit nicht plant, die bereits gemachten Fotos aus Schleswig-Holstein in "Street View" zu verwenden (mit Ausnahme des Randbereichs Hamburgs), rät Dr. Thilo Weichert zum vorsorglichen Widerspruch. "Ich habe die große Hoffnung, dass Google nach anhaltenden Protesten irgendwann entnervt aufgibt."
So legen Sie Widerspruch ein
Das Google-Formular - Schritt für Schritt erklärt (PDF hier herunterladen)
oder
Musterbrief der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein herunterladen
Leserkommentare
"Ebenso könnten natürlich auch Baubehörden, Banken oder Finanzämter ohne viel Aufwand etwas genauer auf gemachte Angaben schauen."
Da liegt also der Hund begraben, die Herren haben keine Angst vor Google, sondern vor dem Gesetz - das erklärt vieles.
Wer unvorsichtig mit seinen Daten umgeht, von dem weiß Google ohnehin schon alles. das einzige was sich durch StreetView ändern würde, ist, dass man auch gleich ein Bild vom Heim hätte, ohne erst vorbeizufahren, obwohl man auch vorher schon in etwa weiß, wie es aussieht.
Für alle die Google nicht kennt, ändert sich ebenfalls nichts, weil es nichts auszuwerten gibt, dass auf StreetView angewendet werden könnte.
Insofern ist der Versuch, solche, die gar nicht im Internet vertreten sind, zu schützen, besonders absurd: Es gibt kein einziges mir bekanntes Szenario, bei dem solche Menschen geschützt werden müssten und könnten. Man baut ja auch keine Deiche um Madrid, um die Stadt vor einem Hochwasser der Eider zu schützen...
Wie fast immer: Der ganze Skandal spielt sich nur zwischen den selbsternannten Daten- und Verbraucherschützern, den Medien, linken Politikern und anderen Spinnern ab. Alle anderen machen sich höchstens Sorgen, dass der Vorgarten nicht zurechtgemacht ist wenn google kommt. An die Redaktion: Hört auf mit diesen aufgebauschten Skandalen! Schreibt was vernünftiges oder druckt ein paar Seiten weniger. Wird biliger und ist gut für die Umwelt. Kalle von kalleskoppel.de
Hab gerade mit Google gesprochen. Die haben sogar einen Versuch mit Voranmeldung gestartet. In Bad Oldesloe, in der Straße "Am Goldberg" haben sie vorher bescheid gesagt, dass sie kommen. Mit folgendem Effekt. Schon vor dem ersten Haus hatte Papa seinen frisch polierten Geländewagen aus der Garge geholt. Selbst lehnt er lässig am Wagen, auf den er ein aufgeklapptes Laptop gestellt hatte. Mit der anderen Hand hielt er seit Stunden krampfhaft ein handy am Ohr. Am Straßen rand hatte er das Wohnmobil und sen Motorrad plaziert. Mutti hatte sich mit einem halben Kilo Schminke aufgebrätzelt und hielt den sündhaft teuren Kaffeeautomaten in der Hand. Die Kinder hatten ihr gesamtes Spielzeug auf dem Rasen ausgebreitet, wo auch das neue Trampolin aufgestellt wurde. Leoder musste Google die Aufnahmen abbrechen, da die Häuser nicht mehr zu sehen waren. Kalle von kalleskoppel.de
das ist so typisch Deutsch..uuuhhaaa mein Haus kann man im Internet sehen..huhuhu schon raten wieder Verbraucherschützer Einspuch zu erheben.Selbst die Politik ist so altmodisch und ahnungslos und will neue Gesetze...Denkt an die ältere Leute welche kein Internet haben...hääää???Politik und Verbraucherschützer machen sich mal wieder lächerlich und bereden so extrem unwichtige Sachen das sich manche Fragen--hallo nix zu tun??Der Datenschutz geht mir echt zu weit und ich kann die ganze Histerie nicht mehr hören...mir doch scheißegal wer meine e-mails an mein Kumpel ließt, wer weiß welche Seiten ich aufruf.Können sich ja nur die Beschweren die etwas zu verheimichen haben..scheint ja viele zu geben hier zu Lande.Huhuhu gooogle kommt und filmt euch wie ihr lebt und was ihr macht...alles Live im Internet zu jeder Tag und Nachzeit weiß ich was ihr macht hehe..huhuhuuuu ich bekomme auch euch..hehehe
Da haben die Politiker ja wieder ein Thema gefunden um von den eigentlichen Problemen abzulenken. Und alle machen mit
Wenn man die Berichte über StreetView liest, fällt auf, dass die Widerständler scheinbar ausnahmslos aus den Reihen von Politikern kommen, die wohl grad nix zu tun haben oder von paranoiden Datenschützern, die erst mal aufwiegeln müssen, um überhaupt eine Gruppe zu bilden, für die sie reden können. Was kommt als Nächstes? Der Name im Telefonbuch neben der eigenen Telefonnummern muss weg, da man Rückschlüsse auf den Inhaber der Rufnummer ziehen könnte? Mal ehrlich, das spiegelt lediglich die Lächerlichkeit wider, mit der sich unsere gewählten Volksvertreter um die Belange ihres Volkes kümmern.
Datenschützer selbst tun mir fast leid. Sie versuchen Daten zu schützen, die über 90 % der Nutzer freiwillig und oft ohne nachzudenken via Chat und Netzwerke selbst veröffentlichen. Googles StreetView ist da harmlos dagegen und wirkt, als wolle man sich durch die Kleinkind-Quängelei gegen den Giganten profilieren.
Die Medien tragen diese Einstellung mit, da sie dieser Art von Beschäftigungstherapie bei Politkern und sonstigen "Verantwortlichen" Vorschub leisten. Eine Randnotiz ist ausreichend angesichts der gewaltigen echten Herausforderungen, vor denen unsere Gesellschaft steht: Gewalt als Kommunikationsmittel in der Gesellschaft, fehlendes Vertrauen in Politik und Rechtsstaatlichkeit, wachsende Armut, Unterstützung alleinerziehender Eltern, Schaffung von Arbeitsplätzen. Das sollte erst mal genügen. Es gibt genug zu tun - man lässt es liegen.
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als ob es keine größeren Probleme im Lande zu lösen gibt. Die Fotos die da zu sehen sind sind 2 - 3 Jahre alt. Und für welche Werbezwecke denn Herr Datenschutzbeauftragter????????? S-H will Chinesische Verrhältnisse Zensur im Netz und das alles unter dem Mantel des Datenschutzes. Wer nichts zu verbergen hat braucht keine Angst zu haben und wer doch der hat sie doch auch so schon das das Finanzamt oder ein anderer vom Statt dahinter kommt das braucht man kein Google da braucht man nur nette " Nachbar" :-)