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LKW rollt ins Hafenbecken
Die letzte Fahrt des Wäschelasters
Flensburg. Der Anruf, den ein 50-jähriger Auslieferungsfahrer einer Wäscherei gestern Mittag bei seinem Chef tätigen musste, ist wohl der Albtraum eines jeden Angestellten: "Chef, der LKW liegt im Hafen".
Kurz zuvor hatte der Mann den Auslieferungswagen - nach eigenen Angaben mit angezogener Handbremse - an einer abschüssigen Stelle am Werftkontor abgestellt und war in ein Restaurant dort gegangen, um Wäsche anzuliefern. Wenige Augenblicke später machten ihn Passanten darauf aufmerksam, dass sein Lastwagen im Hafenbecken schwimmen würde. Der Mann hielt das zunächst für einen Scherz, sah aber dennoch nach dem Rechten - und glaubte seinen Augen kaum, als er den Sechstonner langsam in der Förde untergehen sah. "Der Lastwagen ist noch fünf bis zehn Minuten an der Wasseroberfläche geschwommen, bevor er ganz unterging", sagt Kathi Petersen, die in einem dort ansässigen Dentallabor arbeitet und mit ihren Kollegen die gesamte Szenerie von einem Balkon im dritten Stock beobachten konnte.
Durch den großen Wasserdruck beim Anheben riss der Kofferaufbau ab
Auch die Feuerwehr, die sofort alarmiert worden war, konnte das Sinken des Lastwagens nicht mehr verhindern. Sofort nach deren Eintreffen erkundete ein Taucher die Lage des inzwischen über zehn Meter weit abgetriebenen und untergegangenen Lastwagens. Als klar war, dass sich keine Person mehr an Bord des Lasters befunden hatte, wurde ein großer Kran zur Bergung angefordert. Dieser konnte, nachdem ein Feuerwehrtaucher Ketten und Bergungsschlingen an dem Havaristen angebracht hatten, das Fahrzeug zunächst in Richtung der Kaikante ziehen und dann langsam aus dem Wasser heben.
Durch den großen Druck des Wassers beim Anheben riss der Kofferaufbau des Lastwagens ab. Dieser konnte allerdings in Ufernähe gesichert werden und wurde, nachdem das Fahrgestell wieder trockenen Boden unter den Rädern hatte, ebenfalls mit dem Kran geborgen.
An dem havarierten Lastwagen entstand durch den Unfall Totalschaden. Die frisch gewaschene Wäsche, die der Mann noch ausliefern sollte, muss nun wohl noch einmal in die Wäscherei. Bis auf einen großen Schrecken blieb der Fahrer unversehrt und beobachtete fassungslos die Bergungsarbeiten vom Festland aus.
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