SCHLESWIG-HOLSTEIN

 

Schneehaufen

Die geräumte Einfahrt wieder zugeschoben - dann flogen die Fäuste

22. Dezember 2010 | 08:54 Uhr | Von gk

Tatort Danziger Straße - hier ging es am Dienstagmorgen zur Sache. Foto: Kühl

Zwei Eckernförder haben einen Schneepflug-Fahrer verdroschen: Er hatte ihre frisch geräumten Auffahrten wieder mit Schnee zugeschoben.

Eckernförde. Wenn der Schneepflug durch die Tempo-30-Zone fährt, ist das normalerweise ein Grund zur Freude für die Anwohner, die ansonsten gerne mal über ungeräumte Straßen schimpfen. Doch was Rolf Werner am Dienstag um 8.40 Uhr aus seinem Küchenfenster in der Danziger Straße in Eckernförde beobachtet hat, geht glatt als filmreife Ausnahme durch.

Zwei Anwohner hatten ihre gegenüber liegenden Auffahrten gerade geräumt, als der Schneepflug vorbeikam und eine Schneekante vor die Einfahrten schob. Die beiden erbosten Anwohner, beide laut Werner "60 plus", warteten, bis der Schneepflug zurückkam und stoppten ihn. "Und der Fahrer steigt auch noch aus", wundert sich Werner. Doch das hatte seinen Grund: Einer der beiden Anwohner hatte nach Auskunft des privaten Räumdienstleisters Sönke Greve aus Barkelsby mit seinem Schneeschieber das hintere Rücklicht des Räumfahrzeugs demoliert, sein Fahrer sei daraufhin ausgestiegen und habe ihn zur Rede gestellt. "Mein Mitarbeiter hat ohne Vorwarnung einen Faustschlag ins Gesicht bekommen", sagt Greve. Der Fahrer wehrte sich, schlug zurück. "Ein sehenswerter Boxkampf", so Werner, der eskalierte, als der andere Anwohner den Fahrer mit seinem Schneeschieber traktierte. Der gepeinigte Schneepflugfahrer flüchtete ins Fahrzeug und brauste davon, Werner brauchte die Polizei nicht mehr rufen.

Sönke Greve hat seinen mit blauen Flecken am Kinn gezeichneten Fahrer nach Hause geschickt und Strafanzeige wegen Sachbeschädigung und Körperverletzung erstattet. "Wir haben zwar immer wieder mal Ärger mit Anwohnern - aber so etwas habe ich noch nie erlebt", meint Greve. "Wir stehen morgens um 3 Uhr auf und machen unserer Arbeit so gut wie möglich. Vielleicht", so Greve, "standen die beiden ja unter 'vorweihnachtlichem Stress'".


 

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