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Anwohner ärgern sich
Die ersten Opfer des Stadtteil-Umbaus
Anwohner-Frust: Christian Salge ärgert sich, dass die Stadt die Zu- und Abfahrt am Klabundeweg (rechts) schließen will. Foto: Dewanger
Flensburg. Es sind nur maximal 50 Meter. Aber die haben es in sich. Im Herzen des ehrgeizigen Stadtteilumbauprojekts in Fruerlund befürchten die Bewohner von Klabunde- und Resselweg zu den großen Verlierern zu gehören. Die künftige Straßenführung zwischen Ostlandstraße und Fruerlundlücke verheißt nichts Gutes, sagt Anwohner Christian Salge. "Wenn es ganz schlecht läuft, kommt hier zeitweilig keiner mehr durch. Kein Anrainer, kein Handwerker, kein Krankenwagen."
Als vor 60 Jahren die Siedlungsreihenhäuschen gebaut wurden, hatte kaum jemand die Fahrzeuge des 21. Jahrhunderts vor Augen, die hier einmal parken würden. In Klabundeweg und Resselweg, die das aus Reihenhäusern und Wohnblocks bestehende Wohngebiet erschlossen, konnten sich vielleicht ein VW-Käfer und ein Goggo begegnen - aber nicht zwei gestandene Mittelklassewagen unserer Tage. Folglich führte die Stadt hier eine Einbahnstraßenregelung ein - mit einem Überlaufventil.
"Ich kann dann für teures Geld alles wieder umbauen"
Und das will die Stadt den Anwohnern jetzt absperren. Als Begründung wird die Grünachse angeführt, ein Park, der im Zuge der Umgestaltung parallel zur Fruerlundlücke angelegt werden soll. "In der Bürgerinformation", so Salge, "wurde uns gesagt, dass man dort keine Straßenquerung möchte." Kurzum: Die letzten 50 Meter Klabundeweg werden abgeriegelt. Wer sich dann im Klabunde-System befindet, muss sehen, wo er bleibt.
Das könnte mit Ärger und reichlich Wartezeit behaftet sein, fürchtet Salge. "Die Straßen sind so eng, dass keine zwei Fahrzeuge aneinander vorbei passen. Und die Häuser sind teilweise 60 Jahre alt. Da kommt es häufiger vor, dass Handwerkerfahrzeuge, Lastfahrzeuge längere Zeit die Straße versperren werden. Da geht dann gar nichts mehr." Es gibt noch einen zweiten Haken. Aus unerfindlichen Gründen soll bei der Gelegenheit die Einbahnstraßenregelung umgedreht werden. Alle Bewohner fahren nach dem Willen der Stadt künftig über den Resselweg in das Wohngebiet. Und das stimmt etliche Einwohner grimmig, die - wie Salge - die wegen der beengten Platzverhältnisse ihren Parkplatz vor der Tür in schräger Ausrichtung auf das jetzt noch herrschende Verkehrssystem ausgerichtet haben. "Ich kann dann für teures Geld alles wieder umbauen", ärgert er sich. "Das muss doch alles nicht sein, oder?"
Diese Frage haben sie in einem offenen Brief an den Oberbürgermeister weitergeleitet. In dem Schreiben fordern 30 Anwohner die Beibehaltung der herrschenden Einbahnstraßenregelung, vor allem aber, den Klabundeweg weiterhin als Verkehrsverbindung mit der Fruerlundlücke aufrechtzuerhalten. Doch ihre Chancen stehen schlecht. Thomas Hansen, Sprecher des neu geschaffenen Fachbereichs Entwicklung und Innovation, sieht keinen Spielraum. "Die geforderte Verbindung würde den Park zerschneiden und zu zusätzlichem Durchgangsverkehr in der Fruerlundlücke führen, der die Naherholungsfunktion des Parks einschränken und für spielende Kinder ein Gefährdungspotenzial darstellen würde." Als Trostpflaster bietet die Stadt den Anliegern die Einrichtung einer unechten Einbahnstraße an. Wer seine Spur verstellt vorfindet, kann also entgegen der eigentlichen Fahrtrichtung hinausfahren. Und an einen Wendeplatz ist sogar auch schon gedacht. Der wird dort eingerichtet, wo einstmals das Überdruckventil war...
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