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Heimvolkshochschule Klappholttal
"Der Betrieb geht weiter"
Den größten Schaden richtete der Sylter Feuerteufel in der altehrwürdigen Heimvolkshochschule Klappholttal zwischen Kampen und List an. Die ganze Nacht kämpften Feuerwehrleute mehrerer Wehren gegen die Flammen an, konnten das Wirtschafts- und ein Nebengebäude jedoch nicht mehr retten. Das 1924 errichtete Haus "Uthland" mit Küche und Speisesälen sowie eine Holzbaracke mit Aufenthaltsräumen für die Mitarbeiter brannten bis auf die Grundmauern nieder. Zur Erleichterung von Akademieleiter Hartmut Schiller kam trotz Vollbelegung keiner der 250 Gäste in Akademie und Schullandheim zu Schaden. Noch im Laufe des gestrigen Vormittags konnten die Gäste in ihre Unterkünfte zurückkehren und Schiller entschied: "Der Betrieb geht auch ohne Wirtschaftsgebäude weiter."
Möglich ist das nur dank der spontanen Hilfe des benachbarten Jugendseeeheims Kassel, das mit Hilfe des Klappholttaler Personals nun die Verpflegung der Akademie am Meer mit übernimmt. Die Höhe des Schadens ist bislang noch nicht absehbar, geht jedoch in die Hunderttausende. Hartmut Schiller zeigte sich allerdings zuversichtlich, das Haus "Uthland", dessen Küche gerade erst für 100.000 Euro erneuert wurde, als Herzstück der Akademie in seiner historischen Form wieder aufbauen zu können.
Ein Ort der Ruhe und Harmonie
Die nach dem umgebenden Dünengelände zwischen Kampen und List gelegene Heimvolkshochschule Klappholttal wurde 1919 von dem Arzt Knud Ahlborn, einem der Mitbegründer der Naturschutzbewegung, gegründet. Trotz mittlerweile moderner Ausstattung ist das 7,5 Hektar große Areal mit seinen 86 zum Teil klitzekleinen Häusern wie kaum ein anderer Ort auf der Nordseeinsel Sylt von Ruhe und Harmonie geprägt. Mit über 35.000 Übernachtungen pro Jahr gehört die der Erwachsenenbildung verschriebene Einrichtungen zu den erfolgreichsten Deutschlands, das von Kulturangeboten geprägte Programm zu den abwechslungsreichsten bundesweit.
Für die Feuerwehr gestalteten sich die Löscharbeiten auf dem abgelegenen Dünengelände außerordentlich schwierig. Weil das 50.000 Liter Wasserreservoir der Akademie nicht ausreichte und eine zweite Wasserentnahmestelle versandet war, musste eine etwa 1,5 Kilometer lange Schlauchleitung von der Hauptstraße bis Klappholttal verlegt werden. Die größte Gefahr ging jedoch nicht von dem Brand des Wirtschaftsgebäudes aus, sondern von dem bei Eintreffen der Wehren noch vor Ort aktiven Feuerteufels. "Während wir mit dem Löschen begannen, brach plötzlich im Nebenhaus das Feuer aus und kurz darauf brannten Tischdecken im Verwaltungstrakt", schildert der für die Einsatzleitung verantwortliche Lister Wehrführer Andreas Fließ das nächtliche Geschehen. Obwohl die meisten Wohnhäuser nicht bedroht waren und es einen Saal und eine Turnhalle gab, entschied Fließ daraufhin, das Gelände zu evakuieren: "Da wir nicht wussten, ob der Brandstifter weitermacht, wollte ich nur Leute in Einsatzkleidung auf dem Gelände haben."
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