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Sturmtief
"Daisy" hat das Festland erreicht
Auf der L268 zwischen Gremmerup und Husby kam es zum schweren Unfall wegen Schneeverwehungen. Foto: Iwersen
Sturmtief "Daisy" erreichte am Sonnabendnachmittag auch den äußersten Norden des Landes. Im Kreis Schleswig-Flensburg, besonders in der Region Angeln, bereiteten Schneeverwehungen den Autofahrern erhebliche Schwierigkeiten. Auf der Bundesstraße 199 zwischen Flensburg und Kappeln kam es zu zahlreichen Schneeverwehungen, die sich zwar nur einige Zentimeter hoch auftürmten - dennoch verwandelte der herangewehte Schnee die Straßen in glatte Rutschbahnen. Rund um Flensburg kam es daher bereits zu zahlreichen Unfällen, meist mit Blechschäden.
Auf der L268 bei Husby wurde am Sonnabend die Fahrerin eines Kleintransporters schwer verletzt, als sie auf einer solchen Schneeverwehung die Kontrolle über ihr Fahrzeug verlor. Der Wagen kam nach rechts von der Fahrbahn ab, fuhr eine Böschung hinauf und prallte gegen einen Baum, bevor er wieder auf die Landstraße zurückrollte. Die Frau wurde in dem Wrack eingeklemmt und musste von der Feuerwehr befreit werden. Sie wurde anschließend in ein Krankenhaus eingeliefert.
Rund 200 Unfälle zwischen Sonnabendmorgen und Sonntagnachmittag
Neuschnee und extremer Wind sorgten auch für massive Verkehrsprobleme in weiten Teilen des übrigen Landes. Die Räumdienste kamen längst nicht mehr hinterher und konnten teilweise nur mit Mühe und Not Autobahnen und andere Hauptverkehrsstraßen freihalten. Doch selbst die Autobahn A20 zwischen Bad Segeberg und Lübeck musste von Samstagabend bis Sonntagvormittag auf 20 Kilometer voll gesperrt werden. Autofahrer saßen dort aber nicht im Schnee fest.
Zu rund 200 Unfällen kam es zwischen Sonnabendgmorgen und Sonntagmittag in Schleswig-Holstein, fast alle endeten glimpflich. Lebensgefährliche Verletzungen erlitt allerdings eine 18-Jährige, die mit ihrem Auto in der Nähe von Wilster (Kreis Steinburg) auf schneebedeckter Straße gegen einen Baum prallte.
Auch die Deiche sind in Gefahr
In Ostholstein waren nach Angaben der Lübecker Polizei fast alle Nebenstraßen, wie Gemeinde- und Kreisstraßen unpassierbar. "Lediglich die Autobahnen und Bundesstraßen werden in Minutenabständen geräumt. Trotzdem kommt es auch hier zu Behinderungen durch plötzlich auftretende Schneewehen", hieß es. Die Situation wird als unverändert angespannt bezeichnet.
Die Polizei rief die Menschen auf, das Autofahren, wenn irgend möglich, unbedingt zu vermeiden. In Neustadt, Heiligenhafen und an anderen Badeorten trat die Ostsee über die Ufer, die Deiche hielten bislang. Bei Dahmeshöved zwischen Dahme und Kellenhusen bestand die Gefahr eines Deichbruchs. "Hier helfen zahlreiche Menschen und versuchen, das Schlimmste zu verhindern", erklärte die Polizei. Bei Lübeck schnitten meterhohe Schneewehen den Ort Priwall von der Außenwelt ab. Auch die Priwallfähre stellte ihren Betrieb kurzzeitig wegen Hochwassers und Sturm ein. In der Lübecker Altstadt trat das Hochwasser über die Ufer. Die Flensburger Innenstadt wurde ebenfalls überflutet. Besonders betroffen sind die Straßen Schiffbrücke, Norderhofenden, Neuestrasse und Norderfischerstrasse. Mittlerweile wurde der Fährverkehr am Priwall in Travemünde wieder aufgenommen. Auch der Pegelstand der Trave in der Lübecker Altstadt hat sich wieder beruhigt, ist leicht rückläufig und lag am frühen Sonntagabend bei 6,27 Meter. Im Gegensatz dazu wird am Montag auf der Kieler Förde kein Fährverkehr stattfinden.
An der Ostsee herrschte Sturmflut
Der Schneesturm schnitt am Sonntag viele Ortschaften in Schleswig-Holstein von der Außenwelt ab. Zahlreiche Straßen waren blockiert, an der Ostsee herrschte Sturmflut. Die Schneemassen brachten den Verkehr im nördlichsten Bundesland teilweise völlig zum Erliegen. Am schlimmsten hatte es die Menschen auf der komplett eingeschneiten Ostsee-Insel Fehmarn getroffen, wo sämtliche Dörfer vom Schnee eingeschlossen waren.
Hamburg dagegen blieb weitgehend verschont. Zwar sorgte das Sturmtief auch in der Hansestadt für zusätzliche Einsätze der Feuerwehr, größere Schäden oder Verletzte gab es aber nicht. Rund 50 Mal rückte die Feuerwehr zwischen Samstagmittag und Sonntagmorgen wegen abbrechender Schneewechten, Eiszapfen und Ästen aus, wie ein Sprecher berichtete. In der Bernhard-Nocht-Straße im Stadtteil St. Pauli drohte ein 200 Meter langes und viergeschossiges Baugerüst teilweise umzustürzen. Die Polizei sperrte den Bereich weiträumig ab. Auf den Straßen Hamburgs sei derweil alles ruhig, hieß es aus dem Lagenzentrum.
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