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Zu Guttenberg in Eutin
Kein Kahlschlag bei Kasernen
Im Spähwagen: Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) beim Besuch des Aufklärungsbataillon 6 "Holstein" auf dem Gelände der Rettberg-Kaserne in Eutin. Foto: dpa
Während eines Besuchs bei der letzten in Schleswig-Holstein verbliebenen Heereseinheit, dem Aufklärungsbataillon 6 "Holstein", vermied der Minister allerdings Aussagen über die Zukunft einzelner Standorte. Die Entscheidung über die Schließung von Kasernen werde frühestens in einem Jahr erfolgen.
Sicher sei allerdings, so Guttenberg, dass es keine starre Mindestgröße für Standorte geben werde. Der Gedanke, dass die Bundeswehr beim Katastrophenschutz eine wichtige Rolle spiele, werde bei Standortentscheidungen ebenso berücksichtigt wie die Verwurzelung von Einheiten in der Region. Unbestritten sei allerdings, dass es neuer Strukturen bedürfe, damit die Armee finanzierbar bleibe und über einen längeren Zeitraum Perspektiven bekomme.
In der Nato wurde Kritik an den Plänen des Verteidigungsministers laut
In Hinsicht auf die Situation in der Eutiner Rettberg kaserne merkte Guttenberg an, die 770 Aufklärer könnten mit ihrer Verwurzelung in der Region für viele andere Standorte als Beispiel gelten. Er habe eine professionelle, hoch motivierte Einheit kennen gelernt. Der im Juli erfolgte Baustopp für die Modernisierung von drei Unterkunftsgebäuden in Eutin stelle keine Vorentscheidung für den Standort dar: Alle noch nicht begonnenen Bauprojekte seien bundesweit gestoppt worden, damit kein Geld verschwendet werde, versicherte der Minister.
Unterdessen wehrt sich die CSU nach dem Berliner Kabinettsbeschluss zum Sparpaket vehement gegen drastische Kürzungen bei der Bundeswehr. Es deutet sich jedoch ein Kompromiss zwischen Guttenberg und CSU-Chef Horst Seehofer ab, wie es gestern aus Parteikreisen hieß. Demnach werde Seehofer zwar der Aussetzung der Wehrpflicht zustimmen - aber die Truppe solle dafür in geringerem Maß schrumpfen. Guttenberg hatte vorgeschlagen, die Bundeswehr um rund ein Drittel auf bis zu 163 500 Soldaten zu verkleinern. Das stößt auch innerhalb der CDU auf Skepsis.
In der Nato wurde ebenfalls Kritik an den Plänen des Verteidigungsministers laut. Es erstaune ihn, wenn sich Deutschland an der Streitkräftestärke von Ländern orientiere, die von Bevölkerung und Wirtschaftsleistung her schwächer seien als Deutschland, sagte der deutsche General Egon Ramms, der Chef des Nato-Streitkräfteführungskommandos.
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