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A7 Höhe Jagel
Bundespolizei stoppt Menschenschleuser
Der Blick in den Laderaum eines Kleintransporters verschlug den Beamten einer Streife der Flensburger Bundespolizei am Donnerstagnachmittag fast den Atem. Zusammengekauert zwischen Kot und Lebensmittelresten saßen 17 männliche Jugendliche unter menschenunwürdigen Umständen auf dem Boden eines in Belgien zugelassenen Kleintransporters. Die Fahrt dauerte bereits seit Stunden an.
"Die staatenlosen Männer sollten nach ersten Erkenntnissen der Bundespolizei vermutlich nach Skandinavien geschleust werden", sagte Hanspeter Schwartz, Pressesprecher der Bundespolizei in Flensburg, auf Anfrage von shz.de. Der Wagen fiel den Beamten auf der A7 in Höhe der Anschlussstelle Jagel auf. Er wurde im Abfahrtsbereich gestoppt und anschließend kontrolliert, so Schwartz weiter.
Körperliche Strapazen und lebensgefährliche Transportwege
"Die skrupellosen Schleuser nehmen den Tod ihrer 'Fracht' billigend in Kauf", so ein Kenner der Schleuserzene. Immer wieder kommt es bei diesen abenteuerlichen Transporten zu schweren Unfällen, weil die Fahrer keinen Stopp bei möglichen Polizeikontrollen zulassen wollen und dann unvermittelt Gas geben. Bei der Kontrolle des Sprinters bei Jagel saßen alle 17 Personen völlig ungeschützt undohne Sicherungsmaßnahmen auf dem Boden des Fahrzeuges. Der Transport ist somit lebensgefährlich.
Immer wieder und in regelmäßigen Abständen werden Großschleusungen von den Polizeibehörden aufgeklärt. Nach ersten und noch nicht abgeschlossenen Ermittlungen der Bundespolizei handelt es sich bei den Geschleusten im Alter zwischen 16 und 19 Jahren vermutlich um Afghanen. Für ein neues Leben in Freiheit und Frieden nehmen die meist jungen Menschen, die teilweise bis 10.000 Dollar und mehr für eine Garantieschleusung von Afghanistan bis in ein europäisches Aufnahmeland gezahlt haben, die körperlichen Strapazen sowie die lebensgefährlichen Transportwege in Kauf.
Am Abend wurden die 17 Männer sowie der Fahrer des belgischen Mietwagens erkennungsdienstlich behandelt, sagte Pressesprecher Schwartz. Alle Personen wurden im Anschluss verpflegt und vorläufig untergebracht. Die Ermittlungen in Bezug auf die Staatenherkunft der Männer werden auch am Freitag andauern. Keiner der vorläufig Festgenommenen hatte Ausweispapiere bei sich.
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