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Nach Chantals Tod
Bezirksamtsleiter Schreiber wird zurücktreten
Der Leiter des Bezirksamtes Hamburg-Mitte, Markus Schreiber (SPD), steht angeblich vor dem Rücktritt. Foto: dpa
Hamburg. Schreiber werde heute seinen Rücktritt verkünden, erfuhr die Nachrichtenagentur dpa aus zuverlässigen Rathaus-Kreisen. Um 14 Uhr wollen Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz und Schreiber eine gemeinsame Erklärung im Rathasu abgeben. Am Donnerstagnachmittag war Schreiber zu einem Gespräch mit Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) im Rathaus zusammen gekommen. Dabei ging es auch um die Bürgerschaftsdebatte vom Vortag, bei der alle Oppositionsfraktionen Schreibers Rücktritt gefordert hatten, weil er seiner Aufsichtspflicht nicht nachgekommen sei. So habe er die für den Fall Chantal verantwortliche Leiterin des Jugendamtes schon seit 2009 für überfordert und nicht geeignet gehalten, ohne sich von ihr zu trennen. Scholz hatte während der Debatte geschwiegen und sich öffentlich nicht direkt zu Schreiber geäußert.
Senatssprecher Christoph Hollstein sagte, ihm sei nichts von einer Erklärung oder einer Pressekonferenz bekannt. Schreiber könne auch nicht entlassen werden. Nur die Bezirksversammlung könne ihn abwählen. Die "Mopo" berichtete, Scholz könne Schreiber zwar nicht einfach aus dem Amt werfen. Doch die Debatte der vergangenen Tage schade zunehmend dem Ansehen der ganzen Hamburger SPD. Das könne Parteichef Scholz nicht dulden. Laut der Zeitung ist Scholz noch bis zum Mittag in Berlin zur Sitzung des Bundesrates. Am Nachmittag solle es dann eine Pressekonferenz geben.
Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Verdachts der fahrlässigen Tötung
Das "Hamburger Abendblatt" hatte berichtet, unter Sozialdemokraten sei während der Bürgerschaftssitzung im Rathaus durchgesickert, dass Schreiber seinen Hut nehmen werde. SPD-Fraktionschef Andreas Dressel wollte dies am Donnerstagabend nicht bestätigen.
Chantal war in der Obhut ihrer drogensüchtigen Pflegeeltern an der Heroin-Ersatzdroge Methadon gestorben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt unter anderem gegen die Pflegeeltern wegen Verdachts der fahrlässigen Tötung. Außerdem gibt es Ermittlungen gegen das Jugendamt und den freien Träger Verbund sozialtherapeutischer Einrichtungen (VSE).
Leserkommentare
Ein weiterer frühpensionierter Beamter, der auf Staatskosten für seine Fehler auch noch die Füße hochlegen darf. Soll man jetzt feiern?
Im Gegensatz zu unserem geliebten Bundespräsidenten, sitzt er nun den/die Skandale nicht länger aus sondern räumt seinen Posten (hoffentlich).
Das mit der Kohle bis ans Lebensende auf Steuerzahlers Kosten ist natürlich SCHÄBIG.
Wulff wäre seine BPräsidenten Pension auch los, wenn er nun zurücktritt. Und seine niedersächsischen Gelder rollen erst ab 60. Deshalb klebt der eine länger, als der andere...
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Ich kenne haarsträubende Fälle vom Jugendamt, die schon etwas länger zurück liegen, also in einer Zeit passierten, als Schreiber noch in die Windeln geschissen hat.
Mit seinem Rücktritt wird sich überhaupt nichts ändern.